Burger King und Yi-Ko Der Insolvenzverwalter übernimmt das Kommando

Einsatz an der Fritteuse: Der Insolvenzexperte Marc Odebrecht soll als vorläufiger Insolvenzverwalter in den Filialen des umstrittenen Yi-Ko-Tochter "Burger King GmbH" retten was zu retten ist.

Die Verhandlungen zwischen Burger King und dem umstrittenen Franchiser Yi-Ko über eine Lösung für die 89 geschlossenen Schnellrestaurants sind gescheitert. Quelle: dpa

Nach dem Insolvenzantrag des ehemals größten Betreibers von Burger-King-Restaurants in Deutschland hat das Amtsgericht Stade den Juristen Marc Odebrecht als vorläufigen Insolvenzverwalter bei der Yi-Ko-Tochter "Burger King GmbH" eingesetzt.

„Mit meinem Team werde ich mich unverzüglich mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage auseinandersetzen und mit den Beteiligten das Gespräch aufnehmen“, so Odebrecht kurz nach seiner Bestellung zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Auf Grundlage dieser Analyse will Odebrecht „prüfen und klären, ob und wann die Filialen wieder beliefert und eröffnet werden können“.

Chronologie - Der Streit bei Burger King

Odebrecht hat in Hamburg studiert und hat lange Zeit für die Kanzleigruppe Brinkmann gearbeitet, bevor er zum Jahresbeginn 2013 gemeinsam mit weiteren Insolvenzspezialisten zur Kölner Wirtschaftskanzlei Görg wechselte. Als Insolvenzverwalter war Odebrecht unter anderem bei der Pleite der Wismarer Wadan-Werften im Einsatz und steuerte die Optical Disc Service GmbH durch die Insolvenz, einst Europas größter CD- und DVD-Hersteller.

Bei der Pleite der Yi-Ko-Tochter "Burger King GmbH" ist Odebrecht in einer vergleichsweise guten Verhandlungsposition: Auch Burger King hat ein Interesse daran, den Geschäftsbetrieb in den 89 geschlossenen Filialen schnell weiterzuführen.

So funktioniert das Franchise-System

Nach Schlagzeilen um Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen hatte Burger King die Verträge mit dem Franchiseverträge vor drei Wochen fristlos gekündigt. Seither bangen rund 3000 Beschäftigte um ihre Jobs. Burger King hatte zudem vor Gericht eine Einstweilige Verfügung erwirkt, in der Yi-Ko die Nutzung des Firmenlogos von Burger King sowie von Produktbezeichnungen untersagt wurde. Die Verhandlungen zwischen Yi-Ko und Burger King waren kurz vor dem Insolvenzantrag gescheitert.

Dem Burgerbrater war es nach eigenen Angaben zu riskant, sich noch einmal auf den ehemaligen Partner einzulassen. "Vor allem war es in der Kürze der Zeit und mangels ausreichender Informationen nicht möglich, die potenziellen Risiken in der ehemaligen Yi-Ko abzuschätzen", heißt es in einer Mitteilung von Burger King.

Anfang der Woche hatte sich Yi-Ko noch Hoffnungen gemacht, schnell wieder mit Burger King ins Geschäft zu kommen. Der von Burger King für die Missstände verantwortlich gemachte Miteigentümer Ergün Yildiz hatte seine Beteiligung an Yi-Ko an seinen Partner Alexander Kolobov abgetreten. Ein Prozesstermin war wegen der laufenden Verhandlungen zwischen Burger King und Yi-Ko abgesagt worden.

"Wir haben bis zuletzt intensiv verhandelt", erklärten die Anwälte von Yi-Ko. Kolobov sei Burger King in allen arbeitsrechtlichen Themen einschließlich der Tarifbindung für alle Restaurants entgegengekommen und sei zu erheblichen Investitionen bereit gewesen". Yi-Ko hoffe, dass die Fast-Food-Filialen wieder beliefert würden, sobald ein Insolvenzverwalter dort das Ruder übernommen habe.

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