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Clevere Kundenbindung Wie Amazon bei den Preisen trickst

Die Preise bei Amazon sind besonders günstig? Von wegen. Eine neue Studie entlarvt, wie der Online-Händler seine Kunden austrickst.

Was die Deutschen online kaufen
Blumen Quelle: dpa
Telekommunikation/Handy Quelle: dapd
Platz 8: Haushaltsgeräte Quelle: obs
Möbel, Sofa Quelle: Screenshot
Platz 1: Kleidung Quelle: dpa
Modelleisenbahn Quelle: dpa/dpaweb
Bücher Online-Versandhandel Quelle: Screenshot

Sie haben die Amazon-Seite lange nicht besucht, trotzdem weiß der Handelsriese noch, was Sie zuletzt gesucht haben? Kein Wunder: Jeder Seitenaufruf und jeder Klick verrät unsere Vorlieben.

Eine Studie der Universitäten Cambridge und Stanford hat unlängst sogar herausgefunden, dass uns Facebook besser als unsere Familie und unsere Freunde kennt - und dafür nur zehn Likes braucht. Nach 70 Likes ist der Algorithmus sogar genauer in seiner Beschreibung, als sie unsere Freunde liefern können.

Ähnlich ist das bei Amazon. Jeder zusätzliche Klick verrät mehr über unsere Vorlieben - und lässt sich nicht nur dazu verwenden, das eigene Angebot zu optimieren. Wer weiß, was der Kunde wann, wo und wie kauft, kann daran auch die eigenen Preise ausrichten.

Was Sie bei der Preisjagd auf Vergleichsportalen beachten sollten

Nun genießt Amazon den komfortablen Ruf, besonders niedrige Preise bieten zu können. Wie falsch diese Annahme ist, zeigt jetzt die Untersuchung, über die das US-Technologieportal Re/Code berichtet.

Das Startup "Boomerang Commerce" hat eine Software entwickelt, die die Nachfrage nach Produkten mit den entsprechenden Preisen vergleicht. Und dabei zeigte sich: Amazon bietet längst nicht immer die niedrigsten Preise. Stattdessen analysiert der Handelsriese die beliebtesten Produkte auf seiner Webseite - und unterbietet dann die Konkurrenz.

In mehreren Fällen konnte "Boomerang" beobachten, wie Amazon bei Preissenkungen vorgeht. Ein Beispiel: Ein Fernseher von Samsung, eines der beliebtesten TV-Produkte auf Amazon, kostet normalerweise 350 Dollar. Kurz vor dem Black Friday, den die Amerikaner traditionell dazu nutzen, um die ersten Weihnachtsgeschenke zu kaufen, sank der Preis für das Gerät auf 250 Dollar. Damit war er deutlich billiger als die Konkurrenz. So weit, so gut.

Diese Unternehmen sind in Gefahr
Bedrohte C&A-Filiale Quelle: REUTERS
Logo und Schriftzug von Quick Schuh Quelle: PR
Reno-Filiale Quelle: Gemeinfrei
Bedrohte Runners Point Filiale Quelle: AP
Bedrohte P&C Filiale Quelle: dpa
Bedrohte Saturn Filiale Quelle: REUTERS
Bedrohte NKD Filiale Quelle: PR

Im gleichen Zeitraum stiegen allerdings die Kosten für Produkte, die die Kunden als Zubehör zum Fernseher kaufen. Bestimmte Kabel zum Beispiel waren nun um bis zu 33 Prozent teurer - aber nur solche Kabel, die in der Rangliste der beliebtesten Produkte weit unten auftauchten - und die Wahrnehmung vieler Kunden damit gar nicht erst beeinflussten.

Mit anderen Worten: Die vermeintlich ständig niedrigen Preise trüben die Wahrnehmung der Verbraucher. Denn in Wahrheit reduziert Amazon die Preise nur bei jenen Produkten, die gerade ohnehin besonders beliebt sind.

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