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Corona-Hilfe Staat stützt Adidas mit Milliardenkredit

Adidas als zweitgrößter Sportartikelhersteller der Welt hatte 2019 mit einem Gewinn von fast zwei Milliarden Euro ein Rekordjahr hingelegt. Quelle: REUTERS

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas will die Coronakrise mit einem milliardenschweren Staatskredit überstehen. Es ist bisher der größte Kreditrahmen, den die KfW zur Krisenüberbrückung ausgereicht hat.

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Der Sportartikelhersteller Adidas holt sich zum Überstehen der Coronakrise bis zu drei Milliarden Euro frisches Geld – darunter 2,4 Milliarden Euro von der staatlichen Förderbank KfW. Die Bundesregierung habe am Dienstag die Zusage gegeben, dass sich die KfW mit einer Darlehenszusage in Höhe von 2,4 Milliarden Euro an einem sogenannten Konsortialkredit beteiligt, teilte das Unternehmen mit. Dazu kämen Zusagen eines Konsortiums von sieben weiteren Banken aus Deutschland und aller Welt in Höhe von 600 Millionen Euro.

Ob die Zusagen in voller Höhe in Anspruch genommen würden, sei noch nicht geklärt, sagte eine Unternehmenssprecherin. In jedem Fall gehe man nach derzeitigen Annahmen davon aus, dass die Kredite zum Überwinden der Krise ausreichen werden und keine weiteren in Anspruch genommen werden müssten.

Adidas hatte schon vor zwei Wochen erklärt, die Coronakrise nur durchstehen zu können, wenn frisches Geld fließe. Der Schritt mache das Unternehmen nun wieder flexibler. „Die aktuelle Situation stellt sogar gesunde Unternehmen vor ernsthafte Herausforderungen“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. „Wir tun unser Möglichstes, um das langfristige Wohlergehen von Adidas, unseren 60.000 Mitarbeitern sowie unseren Partnern sicherzustellen und setzen bereits zahlreiche Maßnahmen um“, betonte er. Die in Anspruch genommenen Kredite sollen so schnell wie möglich inklusive Zinsen und Gebühren zurückgezahlt werden. Es werde kein Steuerzahlergeld in Anspruch genommen.

Zu den Konditionen des Kredits gehört, dass Adidas während der Laufzeit keine Dividende an seine Aktionäre zahlen darf. Adidas hatte bereits zuvor entschieden, den Rückkauf eigener Aktien zu stoppen sowie auf die kurz- und langfristigen Boni des Vorstandes, die insgesamt 65 Prozent der Jahresbezüge ausmachen, für das Jahr 2020 zu verzichten. Auch andere Führungskräfte erhalten im laufenden Geschäftsjahr keine „langfristige Bonuskomponente“.

Im Gegenzug für den Staatskredit muss Adidas die Dividende streichen, so lange das Darlehen läuft. Für 2019 sollten 3,85 Euro je Aktie ausgeschüttet werden – fast 800 Millionen Euro. Der Konzern wolle den Kredit – sofern er überhaupt angetastet wird - „so schnell wie möglich zurückzahlen“, hieß es in der Mitteilung. Getilgt werden muss er spätestens im Juli 2021. Der Aktienrückkauf war bereits ausgesetzt worden. Zudem verzichtet der Vorstand in diesem Jahr auf seine Boni – rund zwei Drittel des Gehalts. 1200 Mitarbeiter in Deutschland arbeiten kurz, die Löhne für die Verkäufer in den eigenen Läden zahlt Adidas weiter. So lange die Krise andauert, will Adidas weiterhin keine Prognose für das laufende Jahr bekanntgeben. Die Zahlen für das erste Quartal will das Unternehmen aber bereits am 27. April veröffentlichen, knapp zwei Wochen früher als geplant.

Adidas-Gesamtbetriebsratschef Kurt Wittmann begrüßte die Kreditzusagen. „Unser Hauptanliegen ist der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Adidas“, sagte er. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE betonte, mit der Zusage werde ein großer Schritt in Richtung Beschäftigungssicherung getan. Die Gewerkschaft begrüße dies ausdrücklich.

Das Unternehmen teilte weiter mit, die Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft könnten derzeit nicht vorhergesagt werden. „Daher kann Adidas weiterhin keinen Ausblick geben, der diese Auswirkungen für das Gesamtjahr 2020 mit einbezieht.“ Die Zahlen für das erste Quartal sollen nun bereits am 27. April 2020 veröffentlicht werden.

Adidas ist von der Coronakrise hart getroffen. Ein großer Teil der vom Unternehmen selbst oder von Partnern betriebenen Verkaufsläden sind geschlossen. Athleten in aller Welt, die wichtigsten Werbeträger des Unternehmens, sind nicht aktiv, große Sportveranstaltungen fallen reihenweise aus.

Für Empörung hatte der Sportartikelhersteller mit der Ankündigung gesorgt, wegen der Coronakrise die Mietzahlungen für einige Filialen auszusetzen. Adidas entschuldigte sich daraufhin und zahlte doch Miete.

Der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt hatte 2019 mit einem Gewinn von fast zwei Milliarden Euro ein Rekordjahr hingelegt und für 2020 – auch mit Hilfe von Olympischen Spielen und Fußball-Europameisterschaft – eigentlich Großes vor. Die Coronakrise hatte jedoch schon früh das China-Geschäft verhagelt. China ist der wichtigste Markt für Adidas nach den USA.

Derzeit versorgen sich viele Konzerne mit Liquidität, um in der Coronakrise flüssig zu bleiben. So soll etwa der weltgrößte Reisekonzern Tui staatliche Hilfskredite über 1,8 Milliarden Euro bekommen. Auch die Lufthansa verhandelt über Staatshilfe.

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Da er stets brillante Zahlen vorlegt, gilt Adidas-Chef Kasper Rorsted als Ausnahmemanager. Der Streit um Ladenmieten und die Schwäche seines alten Arbeitgebers Henkel wecken zunehmend Zweifel. Rorsted, sagen seine Kritiker, habe nur ein Ziel. Welches das ist, lesen Sie hier.

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