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Coronakrise Handel schlägt Alarm - Brauchen rasch Hilfen

Viele Einzelhändler müssen zur Corona-Prävention ihre Läden schließen. Ohne schnelle Finanzhilfen drohe eine Pleitewelle, warnt der Branchenverband.

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Für viele Einzelhändler ist das Coronvirus eine große Belastung. Quelle: dpa

Die Einzelhändler in Deutschland fürchten eine Pleitewelle und den Verlust von Millionen von Arbeitsplätzen, wenn nicht sofort und unbürokratisch staatliche Hilfen an die Unternehmen fließen. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte der Branchenverband HDE schnelle und umfassende Hilfe für die zahlreichen Handelsunternehmen, deren Geschäfte zur Eindämmung des Coronavirus ihre Pforten schließen müssen.

Die Corona-Epidemie stelle die Branche vor Herausforderungen, wie es sie selbst während der Finanzkrise nicht gegeben habe, sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser am Mittwoch. "Durch massive Umsatzausfälle werden tausende selbstständige Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet." Die von den Behörden verfügten Geschäftsschließungen führten bundesweit zu einem Umsatzausfall von rund sieben Milliarden Euro pro Woche.

Betroffen seien viele kleine Textileinzelhändler, Schuh- und Sportgeschäfte, Parfümerien, der Möbeleinzelhandel und Elektronikgeschäfte sowie Kauf- und Warenhäuser, sagte Sanktjohanser. Es müsse deshalb staatliche Hilfen in Form von direkten Zahlungen und Bürgschaften der staatlichen Förderbank KfW ohne Eigenbeteiligungen gewährt werden. Finanzbehörden und Sozialversicherungsträger müssten die im März und April fälligen Zahlungen umgehend stunden.

Während Supermarktketten ihre Filialen offen halten dürfen, um die Versorgung der Verbraucher zu sichern, sind zahlreiche andere Händler von den Schließungen betroffen. Bei der Elekronikhandelskette Media Markt und Saturn sind in der Bundesrepublik einem Sprecher zufolge etwa alle Filialen mit Ausnahme der Bundesländer Sachsen und Thüringen vorübergehend geschlossen. Die Märkte in Sachsen sollen am Donnerstag folgen.

Über das Internet können aber noch Waren bei den Ketten bestellt werden. Die Parfümeriekette Douglas hatte erklärt, sie habe den Filialhandel in den meisten europäischen Ländern ausgesetzt. Douglas prüfe eine Teilhabe an öffentlichen Hilfsprogrammen für die Betriebe. Eine Entscheidung ist hier einer Sprecherin zufolge aber noch nicht gefallen. Auch Douglas setzt den Online- und Versandhandel fort.

Dem HDE zufolge leiden aber auch Online-Händler unter sinkenden Erlösen. Die durch die Verbreitung des Virus verursachte Konsumzurückhaltung führe bei vielen Internet-Händlern zu einem Umsatzrückgang von 20 bis 30 Prozent, beklagte Sanktjohanser.

Mehr: Kundenkontakt in Zeiten von Corona – Klarheit ist oberstes Gebot

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