WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Demontierte Marke Schleckers fatale Fehler bei Ihr Platz

Die insolvente Drogeriekette Ihr Platz kann alleine kaum überleben. Sie leidet unter den Management- und Marketingfehlern der Schlecker-Ära.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Ihr-Platz-Filiale Quelle: Picture-Alliance/DPA/Johannes Himstedt

Wenn Jakob Ruprecht davon berichtet, wie 2008 Manager aus dem baden-württembergischen Ehingen in die Zentrale der Drogeriekette Ihr Platz im niedersächsischen Osnabrück einfielen, dann spürt man noch heute: Es war wie eine Begegnung mit Außerirdischen. „Eine ihrer ersten Amtshandlungen war, gerahmte Fotos von Anton und Christa Schlecker an den Wänden aufzuhängen und auf den Schreibtischen aufzustellen“, gräbt Ruprecht in seinen Erinnerungen. Was er meint, sind die berühmt-berüchtigten Porträts, auf denen Anton Schlecker Pagenschnitt trägt und aussieht wie der Bruder von Frankensteins Monster.

Ruprecht war von 2006 bis 2008 Marketing- und PR-Chef bei Ihr Platz. Seinen eigenen Platz dort mussten er und eine Riege von Führungskräften räumen, kurz nachdem die Herren mit den gerahmten Fotos kamen. Drogerie-Champion Schlecker hatte Ihr Platz Silvester 2007 von Finanzinvestoren übernommen. Das Ende ist bekannt: Kurz nach Schlecker ging Ende Januar 2012 auch Ihr Platz in die Knie.

Anton Schlecker und seine Frau Quelle: Pressebild

Experten bezweifeln, dass das Unternehmen alleine überleben kann. Dafür ist die Kette mit jetzt 612 Märkten bundesweit, von denen der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider 142 schließen will, nicht groß genug. Rund 900 Mitarbeiter müssen gehen. Doch während sich die öffentliche Aufmerksamkeit derzeit auf die Finanzierung einer Transfergesellschaft für die Schlecker-Beschäftigten richtet, bleibt Ihr Platz unterhalb des Radars. Das war im Grunde schon seit der Übernahme durch Schlecker so.

Was ist eine Transfergesellschaft?

Eigentlich wollte der frühere Drogerie-Tycoon Ihr Platz zur Premium- und Wellnessmarke in seinem Reich ausbauen. Tatsächlich hat er die Kette auf Schlecker- Niveau heruntergewirtschaftet.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Entscheidung, Logistikkosten zu senken, war noch nachvollziehbar. 2010 wurde das Ihr-Platz-Lager in Osnabrück geschlossen. Schlecker übernahm die Warenverteilung.

    Blüte im Logo

    Schlecker: For You, vorbei
    Neuer Schlecker-Claim For You. Vor Ort. Quelle: dpa
    Quelle: Screenshot
    Quelle: Screenshot
    Quelle: Screenshot
    Quelle: Screenshot
    Quelle: Screenshot
    Quelle: Screenshot

    Fatal aber war Schleckers Umgang mit der Marke. Die Werbung für die Ihr-Platz-Filialen und die neu konzeptionierten großzügigeren Schlecker-XL-Märkte ähnelten sich bald bis hin zur Gestik der Models auf den Werbefotos. Und Online-Shopper werden noch heute von der Ihr-Platz- zur Schlecker-Homepage weitergeleitet. Die Kunden verlieren die Orientierung.

    Größter Fehler Schleckers: Statt Ihr Platz konsequent oberhalb des wegen seiner Personalpolitik miesen Schlecker-Images zu positionieren, brachte er seine Eigenmarke AS – A für Anton, S für Schlecker – in die Ihr-Platz-Regale. „Wir stellen die Ihr-Platz-Eigenmarken um“, teilte das Unternehmen freudig mit, „in vielen Sortimenten finden Sie bereits die Schlecker-Qualitätsmarken auch bei Ihr Platz.“

    Neuer Eigentümer für Schlecker Spain
    Schlecker Quelle: dapd
    ÖsterreichDie Österreich-Tochter der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker bekommt einem Zeitungsbericht zufolge einen neuen Eigentümer. Der in Wien ansässige Fonds TAP 09 übernehme rund 1340 Filialen der Kette, berichtete die österreichische Tageszeitung „Der Standard“. Das Unternehmen werde mit allen rund 5000 Mitarbeitern weitergeführt. Es werde weder Kündigungen noch Filialschließungen geben. Der neue Eigentümer wolle Schlecker umbenennen und restrukturieren. Die Gruppe solle ein „Rundum-Nahversorger“ werden, berichtete das Blatt. An der Österreich-Tochter hängt auch das Schlecker-Geschäft in Luxemburg, Belgien, Polen und Teilen von Italien. Der Fonds TAP 09 hat sich nach Angaben auf seiner Homepage auf Übernahmen von Unternehmen „mit Substanz und Restrukturierungsbedarf“ in Europa mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro spezialisiert. TAP 09 war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Quelle: dpa
    PolenDie knapp 170 Filialen in Polen stehen unmittelbar vor dem Verkauf. Es gebe weit fortgeschrittene Verhandlungen mit dem polnischen Hygieneartikel-Hersteller Hygienika, bestätigte ein Sprecher des Insolvenzverwalters. Die Schlecker-Filialen in Polen mit ihren knapp 700 Mitarbeitern werden als Niederlassungen der österreichischen Schlecker-Tochter geführt, für die nun ein neuer Investor gefunden sein soll. In Polen liefen die Geschäfte zuletzt stabil. Der Brutto-Umsatz wuchs zwischen 2010 und 2011 von 82 auf 89 Millionen Euro - bei einer gleichbleibenden Filialanzahl. Erst vor acht Jahren hat Schlecker seine Expansion nach Osteuropa gestartet. Quelle: dpa
    FrankreichBereits verkauft sind die französischen Schlecker-Filialen. Die Supermarktkette Systéme U hat die Tochter SNC erworben. Zu ihr zählen 139 Filialen mit 750 Mitarbeitern. Zuletzt machten die französischen Schlecker-Märkte einen Umsatz von knapp 90 Millionen Euro. Quelle: Screenshot
    Luxemburg28 Schlecker-Läden gibt es im Nachbarland Luxemburg. Diese hängen an Schlecker-Österreich. Schlecker Luxemburg schrieb im Juni 2012 trotz einiger Lieferengpässe schwarze Zahlen. In den Vorjahren setzte die Tochter jeweils rund 17 Millionen Euro brutto um. Luxemburg wird von der Schlecker-Tochter IhrPlatz beliefert, für die es noch keine Investor gibt. Löhne und Arbeitsstellen in Luxemburg seien aber vorerst sicher, sagte ein Sprecher der luxemburgischen Gewerkschaft OGBL. Quelle: dapd
    Italien Quelle: dapd
    Belgien / Niederlande Quelle: dpa

    AS-Produkte standen aber nicht für Qualität. „Was Schlecker machte, passte nicht zur verkündeten Zweimarkenstrategie“, sagt Marketingmann Ruprecht: „Die Billigmarke wurde hochwertig platziert und damit die Premiummarke abgewertet.“

    Ähnlich sieht das Thomas Roeb, Handelsexperte der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: „Ihr Platz wurde in kürzester Zeit auf das Niveau von Schlecker gebracht.“ Ein Fehler sei es gewesen, „die Kompetenzen des Ihr-Platz-Managements bei der Sortimentsgestaltung zu beschneiden“.

    Top-Jobs des Tages

    Jetzt die besten Jobs finden und
    per E-Mail benachrichtigt werden.

    Standort erkennen

      Ein Schlecker-Lieferant bestätigt die „Arroganz, mit der Schlecker-Leute selbst unter der Regie des Insolvenzverwalters noch auftreten“. Die Schlecker-Manager überschätzten sich, als sie den Aufbau der Premiummarke Ihr Platz selbst in die Hand nahmen.

      Wellnesskonzept für den Seifen-Platz

      Wer über Schleckers Schicksal entscheidet
      Lange Jahre führte Anton Schlecker (2.v.l.) zusammen mit seiner Frau Christa (3.v.l.) das Unternehmen als autoritärer Alleinherrscher - kaum etwas drang aus seiner Trutzburg im schwäbischen Ehingen heraus. Im günstigsten Fall kommt es jetzt für Schlecker zu seiner sogenannten Planinsolvenz. Dann könnte die Familie, wenn auch nur begrenzt, weiter bestimmen. Allerdings wird ihnen der Insolvenzverwalter als Berater und Aufseher zur Seite gestellt. Quelle: dapd
      Bevor es losgeht, muss allerdings der Insolvenzrichter Benjamin Webel vom Amtsgericht in Ulm feststellen, ob die Voraussetzungen gegeben sind, das Insolvenzverfahren überhaupt zu eröffnen - und in welcher Form es ablaufen wird. Quelle: dpa
      Kommt es zur angestrebten Planinsolvenz, wäre der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eher ein Berater. Nur bei einer regulären Insolvenz würde er die Geschäfte ganz übernehmen. Ziel einer Planinsolvenz ist es, die Firma zu erhalten, während in einem üblichen Verfahren Unternehmen oft zerschlagen oder abgewickelt werden und die Gläubiger das restliche Vermögen erhalten. Das Amtsgericht Ulm hat Geiwitz zum sogenannten starken vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt - damit erhält er Zugriff auf das komplette Vermögen Schleckers. Quelle: dpa
      Einer der wichtigsten Gläubiger der Schleckers ist beispielsweise der in der Schweiz sitzende Einkaufsverbund Markant - inzwischen ist klar, dass die Kooperation zunächst fortgesetzt wird. Warenbestellungen, Lieferungen und Abrechnungen für die deutschen Läden sind damit wieder sichergestellt. Quelle: dpa
      Neben Markant hatte auch der Konsumgüterkonzern Unilever Schlecker-Filialen nicht mehr beliefert. Inzwischen haben die Läden wieder ihren vollen Betrieb aufgenommen. Über 140 Lieferzusagen verschiedenster Unternehmen liegen dem Insolvenzverwalter Geiwitz vor. Dazu zählen auch die großen Konsumgüterhersteller Beiersdorf, Henkel und Procter & Gamble. Quelle: dpa
      Die Gläubiger spielen für die Zukunft von Schlecker eine wichtige Rolle - glauben sie an eine Zukunft der Drogeriekette müssen sie diese auch finanziell mittragen. Für die angestrebte Planinsolvenz ist es entscheidend, sie davon zu überzeugen, dass Anton Schlecker den Turnaround aus dem operativen Geschäft oder privaten Rücklagen schafft. Quelle: ap
      Auch der der Bielefelder Kosmetik- und Pharmahersteller Dr. Wolff hat ein Interesse daran, dass der deutsche Drogeriemarkt in Zukunft möglichst viele Spieler hat und Schlecker das Verfahren übersteht. Quelle: dpa

      Die Finanzinvestoren Goldman Sachs und Fortress hatten die Drogeriekette mit der Margeritenblüte im Logo nach einer ersten Insolvenz 2005 übernommen und der grauen Maus, die bis 1973 noch Seifen-Platz hieß, ein modernes Wellnesskonzept verpasst. Produktwelten um Schönheit und Gesundheit ließen in den aufgefrischten Läden den Umsatz um rund 20 Prozent steigen.

      Verkaufen wollten die amerikanischen Sanierer aber nicht nur die begehrten und lukrativen Bahnhofsstandorte von Ihr Platz, sondern die ganze Kette. Die wollte damals nur einer übernehmen: Schlecker.

      Schleckers Rivalen im Kampf um die Kunden
      In Deutschland teilen sich im Wesentlichen vier große Ketten den Drogeriemarkt. Hinter jeder steht eine starke Unternehmerpersönlichkeit. Anstoß für die Gründung der Drogerieketten war die Aufhebung der Preisbindung für Drogerieprodukte 1973. Die wichtigsten Daten und Fakten zu den Marktführern.
      Das Unternehmen Müller ist mit 2,265 Mrd. Euro Jahresumsatz die kleinste unter den vier größten Drogeriemarktketten. In bundesweit fast 500 Geschäften bietet Müller - anders als seine drei größeren Konkurrenten - auch Schreib- und Spielwaren sowie Haushaltsartikel an. Der Durchschnittsumsatz pro Filiale ist mit 4,86 Mio. Euro der höchste unter den großen Vier. Der Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche liegt bei Müller bei fast 4.000 Euro.
      Insgesamt hat Müller fast rund 150.000 Artikel im Sortiment. Kleinkaufhäuser galten eigentlich seit den 70er-Jahren als unrentabel. Und das Konzept hat nicht nur in Deutschland Erfolg, sondern auch im Ausland: Dort ist die Kette in sechs Staaten mit über 120 Filialen aktiv.
      Erwin Müller ist Gründer und Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Müller, die aus der Keimzelle eines Friseur-Geschäfts hervorging. Die erste Filiale öffnete 1973. Er ist Arbeitgeber von 25.000 Beschäftigten.
      Rossmann konnte seine Erlöse im Jahr 2011 um 10,5 Prozent auf 5,12 Milliarden Euro steigern. Für das Jahr 2012 wird ein Gesamtumsatz von 5,6 Milliarden Euro erwartet. Der Durchschnittsumsatz pro Filiale liegt bei über zwei Millionen Euro.
      Zentraler Logistik-Standort ist Landsberg bei Halle/Saale. Nach Polen, Tschechien, Ungarn und Albanien hat sich Rossmann mit der Türkei in den fünften ausländischen Staat vorgewagt. In dem Land mit 72 Millionen Verbrauchern sieht das Unternehmen gewaltiges Potenzial. Nachdem die Milliardengrenze beim Auslandsumsatz mit 992 Millionen Euro 2009 knapp nicht überschritten werden konnte, ist das im Jahr 2010 mit 1,184 Milliarden Euro gelungen. Rossmann hat seit Anfang 2011 mehr als 820 Drogeriemärkte im Ausland.
      Gründer Dirk Roßmann stammt aus einer Drogistenfamilie. Seine Ladenkette rief er 1972 ins Leben. Heute beschäftigt über 30.000 Menschen.

      Kulturkampf pur

      Ruprecht hatte das Wellnesskonzept mit entwickelt und war voller Tatendrang – auch nach dem Verkauf. Die Zweimarkenstrategie erschien plausibel. Mit zwei Marken, argumentierte Schlecker, gebe es keine Kannibalisierung, und er müsse auch keine Ihr-Platz-Filiale schließen.

      Top-Jobs des Tages

      Jetzt die besten Jobs finden und
      per E-Mail benachrichtigt werden.

      Standort erkennen

        Die Aliens aus Ehingen versprachen friedliche Koexistenz. Was sie aber praktizierten, empfand die Ihr-Platz-Crew als Kulturkampf pur. Schleckers Bilder-Stürmer hatten das Sagen in Osnabrück und sonst niemand. Die Führungskräfte aus der Goldman-Sachs-Zeit mussten innerhalb weniger Monate gehen. Einer davon: Ruprecht, der eine Marketingberatung namens Southwalk in Münster gründete.

        "Wie in den Siebzigerjahren"

        Diese Firmen haben in Deutschland den besten Ruf
        Gesamtrang 10: Mit 776 Punkten kommt ZF Friedrichshafen im "Image Profile"-Ranking des "Manager-Magazins" auf den zehnten Platz. Damit ist der Autozulieferer (im Bild wird ein Automatikgetriebe für Pkws montiert) auch mit einem Sprung von 44 Plätzen zur letzten Erhebung im Jahr 2008 auch der achtbeste Aufsteiger. Vor vier Jahren stand ZF Friedrichshafen noch auf Rang 54. Quelle: dapd
        Gesamtrang 9: Da kann der Stern strahlen. Für Daimler geht es um 20 Plätze nach vorne. Weder im Gesamtranking noch in einer der fünf Einzelkategorien (Managementqualität, finanzielle Solidität, Innovationskraft, Kundenorientierung und Nachhaltigkeit) können die Stuttgarter mit den großen Konkurrenten aus Ingolstadt und München mithalten. Quelle: dpa
        Gesamtrang 7: Drei Plätze zurück geht es für Adidas. Nach Rang vier in der Erhebung 2008 muss der Sportartikelhersteller aus dem fränkischen Herzogenaurach auch den Spitzenplatz in der Branche Konsum an Miele abtreten. Quelle: dapd
        Gesamtrang 7: Punktgleich liegt Volkswagen auf dem siebten Platz. Beide Unternehmen kommen auf 792 Punkte. Vor allem in der Kategorie "Finanzielle Solidität" kann der Wolfsburger Großkonzern die anderen Autobauer in den Top Ten hinter sich lassen. In der Branchenwertung Auto kommt Volkswagen auf den vierten Platz. Quelle: dapd
        Gesamtrang 6: Miele konnte seine Platzierung verteidigen. Der Gütersloher Haushaltsgeräte-Hersteller kann vor allem mit seiner Kundenorientierung punkten, hier vergaben die Juroren 810 Zähler. Nur der Internethändler Amazon (Gesamtrang 15) ist in dieser Kategorie mit 813 Punkten besser. Quelle: ap
        Gesamtrang 5: Bosch konnte nicht nur seinen Spitzenplatz in der Industrie-Branche behaupten, sonder sich auch in der Gesamtwertung um sechs Ränge von elf auf fünf vorschieben. Dabei kommt die Robert Bosch GmbH auf den besten Wert in Sachen Nachhaltigkeit aller 170 Unternehmen in der Umfrage. Quelle: dpa
        Gesamtrang 4: Der Vorjahressieger Porsche ist auf den vierten Platz zurückgefallen. 2008 galten die Zuffenhausener noch als glänzend geführtes Unternehmen, das beste Chancen hatte, den deutlich größeren Weltkonzern Volkswagen zu übernehmen. Doch jetzt hat sich das Blatt gewendet. Nach der gescheiterten Übernahme hat Porsche vor allem in den Kategorien Managementqualität, finanzielle Solidität und Nachhaltigkeit im Vergleich zu den anderen Firmen auf den Topplatzierungen verloren. Einzig beim Thema Kundenorientierung erreicht der Sportwagenbauer deutlich höhere Werte als die Volumenhersteller - wen wunderts. Quelle: Reuters

        Von außen sah der heute 44-Jährige zu, wie Schlecker die Strategie umsetzte: „Das Wellnesskonzept ist stecken geblieben. Hunderte von Ihr-Platz-Filialen sehen noch aus wie in den Siebzigerjahren.“

        Damit steht Ihr-Platz-Insolvenzverwalter Schneider vor ähnlichen Problemen wie sein Kollege Arndt Geiwitz, der die Schlecker-Pleite verwaltet. Das Duo leitet formal getrennte Insolvenzverfahren, da Ihr Platz und Schlecker eigenständige Unternehmen sind. Im Prinzip ist damit ein Einzelverkauf der Marken möglich.

        Handel



        De facto müssen sich Schneider und Geiwitz jedoch arrangieren. Marktexperte Roeb warnt: Für Schlecker sei ein separater Verkauf der Schwestermarke schwierig: „Der Konzern braucht jeden Euro Umsatz, um sich gegenüber den Herstellern zu behaupten.“ Aber auch Ihr Platz profitierte vom Einkaufsvolumen Schleckers.

        Ihr-Platz-Veteran Ruprecht hält es für „äußerst schwierig“, einen Käufer für seinen geschrumpften Ex-Arbeitgeber zu finden. Kette und Marke fehle neben Marktmacht vor allem die Identität: „Es gibt kein eigenes Ihr-Platz-Management mehr.“

        © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
        Zur Startseite
        -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%