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Der Alno-Absturz Schlammschlacht beim Küchenbauer hat nur Verlierer

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Einzelverkauf möglich

Bei einem Erlös von 493,2 Millionen Euro machte man 2016 einen Verlust von 67,2 Millionen Euro. „Das ehemalige Management hat uns vor unserem Einstieg nicht zutreffende Angaben über die Lage des Unternehmens gemacht, daher fühlen wir uns getäuscht“, teilt Tahoe auf Anfrage mit. Falsche Versprechungen? Absolut nicht, sagt ein Sprecher von Demirtas. „Die Informationen erfolgten umfassend und regelkonform.“ Es seien stets „die aktuellen Ist-Zahlen“ kommuniziert worden.

Ende 2016 musste Finanzvorstand Demirtas gehen, im Frühjahr 2017 folgte ihr Vorstandschef Müller. Tahoe schickte neue Manager.

Doch kampflos wollte die alte Führungsriege das Feld nicht räumen. Also gründete Demirtas im März 2017 in Liechtenstein eine Firma namens First Epa. Deren Ziel: bei Alno oder zumindest bei Teilen des Konzerns zurück ans Ruder zu kommen. First Epa kaufte Forderungen über rund 50 Millionen Euro von Alno-Lieferanten auf, wurde also zum Gläubiger des Küchenbauers. Mit den Forderungen als Druckmittel wollte First Epa die auf das Billigsegment spezialisierte Alno-Tochter Pino mit Sitz in Coswig (Sachsen-Anhalt) aufkaufen.

Doch die neuen Alno-Chefs lehnten ab. Begründung: „Es hat sich hierbei weniger um ein seriöses Kaufangebot gehandelt, sondern um den Versuch, „durch die Hintertür“ Einfluss und Kontrolle bei Alno zurückzugewinnen.“ Dies hätte der Firma „zusätzlichen erheblichen Schaden“ zugefügt.

Alno meldete Insolvenz in Eigenverwaltung an. In so einem Verfahren klopfen Firmenchefs bei Gläubigern an und bitten mit Verweis auf die schrillenden Alarmglocken um Hilfe. Doch First Epa war nicht bereit zum Schulterschluss. Stattdessen reichte der große Gläubiger beim Amtsgericht einen Antrag auf Beendigung der Eigenverwaltung ein.

First Epa warf den neuen Chefs Verfehlungen vor - sie hätten Geld nicht zum Wohle Alnos, sondern für eigene Interessen genutzt, etwa für die Begleichung von Anwaltsrechnungen. Das von Tahoe dominierte Management bestritt Verfehlungen und hielt nun seinerseits den Ex-Chefs Fehler vor, die ein juristisches Nachspiel haben sollen.

Die von den Hastors gestützten Vorstände sahen keine zügige Lösung mehr und beendeten die Eigenverwaltung. Daraufhin nahm der vorläufige Insolvenzverwalter Hörmann die Zügel in die Hand. Er wollte einen sogenannten Massekredit bekommen. Das aber klappte zunächst nicht. Lieferanten und Kunden hatten kein Vertrauen mehr in die Firma. „Dass der Massekredit verweigert wurde, war ein Schlag ins Kontor“, so Gewerkschafter Föst.

Hörmann beschreibt die Lage als schwierig und komplex. Man bemühe sich „nach Kräften, eine Fortführungslösung zu erzielen“. Der Investorenprozess laufe noch. „Es haben sich bereits Interessenten für den Erwerb gefunden, die die Alno-Unternehmen auf Herz und Nieren überprüfen.“

Möglich ist, dass die 400-Mitarbeiter-Konzerntochter Wellmann aus Enger (Nordrhein-Westfalen) und die andere, 230 Mitarbeiter starke Tochter Pino aus Sachsen-Anhalt einzeln verkauft werden. Kann Alno noch das Ruder rumreißen? „Es wäre zu wünschen“, sagt ein Küchenexperte, der seinen Namen nicht im Zusammenhang mit dem Alno-Schlamassel lesen möchte. „Aber das Vertrauen seiner Kunden und Lieferanten hat Alno eigentlich aufgebraucht.“

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