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Deutsche Bahn Rüdiger Grube erreicht 2016 positives Betriebsergebnis

Nach einem Verlustjahr geht 2016 für die Deutsche Bahn wieder mit einem positiven Betriebsergebnis zu Ende. Daraufhin ruft Chef Rüdiger Grube „eine Trendwende“ für den Staatskonzern aus. Doch zahlreiche Probleme bleiben.

Sein Vertrag wird voraussichtlich im Januar um drei Jahre verlängert. Quelle: dpa

BerlinDie Deutsche Bahn hat 2016 nach einem Verlustjahr wieder ein positives Betriebsergebnis erzielt. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdiente der bundeseigene Konzern 1,8 Milliarden Euro, wie Bahnchef Rüdiger Grube am Dienstagabend bekanntgab. Damit hat das Unternehmen wieder das Niveau von 2014 erreicht. Konzernunterlagen zufolge wird das Ebit sogar bei rund 1,9 Milliarden und damit gut acht Prozent über dem Vorjahr liegen. Grube kündigte an, auch dieses Jahr solle der Betriebsgewinn steigen. Den Unterlagen zufolge sind 2,15 Milliarden Euro angepeilt.

Die Bahn habe nun „die Trendwende geschafft“, sagte Grube angesichts der Zahlen. „Hierauf wollen wir 2017 aufbauen und uns weiter steigern.“ Ziel sei es, die Bahn „jeden Tag für unsere Kunden ein Stück besser und attraktiver zu machen“.

2015 hatte die Bahn noch einen operativen Verlust von 154 Millionen Euro verbucht. Unterm Strich musste sie damals sogar ein Minus von 1,31 Milliarden Euro ausweisen. Das lag vor allem an Abschreibungen auf den Schienengüterverkehr.

Was sich bei der Deutschen Bahn geändert hat
Ein Fahrgast der Deutschen Bahn geht im Hauptbahnhof in Berlin an einem Schlafwagen eines Zuges vorbei. Quelle: dpa
Ein Fahrgast hält ein Ticket vor einen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn. Quelle: dpa
Reisende gehen auf dem Bahnsteig im Hauptbahnhof Hannover (Niedersachsen). Quelle: dpa
Reisende ziehen im Bahnhof in Düsseldorf Fahrkarten. Quelle: AP
Ein ICE der Deutschen Bahn fährt in den Hauptbahnhof von Frankfurt am Main. Quelle: dpa
Ein Aushang «Fahrplanänderungen» hängt im Bahnhof in Hildesheim (Niedersachsen). Quelle: dpa

Die Bahn kämpft seit Jahren mit Problemen im Schienengüterverkehr und leidet zudem unter dem angekündigten EU-Austritt Großbritanniens. Auf dem wichtigen Auslandsmarkt schlägt bereits jetzt der Wertverfall des Pfundes zum Euro zu Buche. Im Fernverkehr macht der Bahn weiter die Konkurrenz der Fernbusse zu schaffen. Zwar sind die Züge dank zahlreicher Sonderangebote inzwischen wieder gut gefüllt, frühere Gewinnzahlen sind aber in weite Ferne gerückt.

Um die Verschuldung zu begrenzen, erhält die Bahn vom Eigentümer Bund einen Zuschuss von einer Milliarde Euro. Zudem werden ihr eigentlich bis 2020 vereinbarte Dividendenzahlungen an den Staat von 1,4 Milliarden Euro erlassen.

In Sachen Pünktlichkeit hat sich die Bahn 2016 verbessert. Im Fernverkehr sei der Anteil pünktlicher Züge von 74,4 Prozent (2015) auf 78,9 Prozent gestiegen. Das selbstgesteckte Ziel von 80 Prozent wurde damit allerdings verfehlt. Im Regionalverkehr lag die Pünktlichkeitsquote bei 94,8 Prozent (Vorjahr: 94,2 Prozent) und im Güterverkehr bei 76,0 Prozent (Vorjahr: 72,8 Prozent). Nach der Definition der Bahn ist ein Zug noch pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten zu spät ankommt. Obwohl Bahnchef Grube in den vergangenen Jahren die eigenen Planzahlen wiederholt verfehlt hatte, soll sein Vertrag im Januar voraussichtlich um drei Jahre verlängert werden.

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