DFB Auch Puma kämpft um Ausrüstervertrag

Im Poker um den prestigeträchtigen Ausrüstervertrag mit der Fußballnationalelf mischt neben Adidas und Nike jetzt auch Puma mit.

Das Logo des Sportartikelherstellers Puma ist auf einem Schuh zu sehen. Quelle: dpa

Den deutschen Fußball plagen gravierende Sorgen: Wie ist die Vergabe der Fußball-WM 2006 wirklich gelaufen? In welche dunklen Kanäle flossen die ominösen 6,7 Millionen Euro, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an den Weltverband Fifa überwies? Wer wird nach dem Abgang von Wolfgang Niersbach an der Spitze des weltgrößten Sportfachverbands stehen?

Hintangestellt haben die DFB-Manager vor diesem Hintergrund ein anderes Reizthema, bei dem es um einige Millionen Euro geht: Die Frage, wer die DFB-Mannschaften mit Trikots und Trainingsanzügen ausstatten darf, wenn 2018 der Vertrag mit Adidas ausläuft. Neben dem Dax-Konzern wird vor allem dessen größter Konkurrent gehandelt. Nike soll Interesse haben, trotz des jüngsten DFB-Skandals Adidas auf dessen Heimatmarkt eine der bekanntesten Sportmarken der Welt wegzuschnappen.

Adidas und Nike im direkten Vergleich

Doch nach Informationen der WirtschaftsWoche ist der DFB nicht nur bei Nike und Adidas mit seiner Ausschreibung vorstellig geworden. Auch Puma ist im Rennen, das bestätigt ein Sprecher des im SDax notierten Unternehmens: „Der DFB hat diesbezüglich mit uns Kontakt aufgenommen.“ Zur Frage, ob Puma bereits sein Angebot vorgelegt hat, wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Pikant wäre die Offerte allemal: Puma und Adidas sind quasi Nachbarn in Herzogenaurach bei Nürnberg; gegründet wurden die beiden Konzerne vom zerstrittenen Brüderpaar Rudolf und Adolf Dassler nach dem Zweiten Weltkrieg. Zudem wird Puma-Chef Björn Gulden immer wieder als einer von mehreren Kandidaten für die Nachfolge von Adidas-Lenker Herbert Hainer gehandelt. Dessen Vertrag läuft im Frühjahr 2017 aus.

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Ob Puma tatsächlich Chancen beim DFB hat, ist offen. Nach Informationen aus Branchenkreisen dürfte der Vertrag den Ausrüster mindestens 50 Millionen Euro im Jahr kosten und damit mehr als doppelt so viel wie derzeit. Puma aber ist mit einem Umsatz von knapp drei Milliarden Euro um ein Vielfaches kleiner als Nike (27,8 Milliarden Euro) und Adidas (14,5 Milliarden Euro) – ein teurer Ausrüstervertrag wäre also schwerer zu stemmen als für die Wettbewerber.

Allerdings beweist Puma etwa als Ausrüster von Italiens Nationalelf sowie Vereinsmannschaften wie Arsenal London und Borussia Dortmund, dass sich der Konzern auch teure Teams leisten will, um seine lädierte Glaubwürdigkeit als Sportmarke wieder aufzubauen. Dem DFB kann ein preissteigernder Poker nur recht sein.

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