Die Zukunft des Handels Wie Technologie den stationären Handel umkrempelt

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Vom Sofa direkt in die Filiale

Das ein digitales Einkaufserlebnis ganz anders aussehen kann, zeigt das Team von Christian Gaiser, dem CEO der Bonial.com Group, zu der unter anderem die Marke Kaufda gehört. Sie veröffentlichten im Januar dieses Jahres die Vorversion einer VR-App, mit der Nutzer mithilfe der Facebook-Datenbrille Oculus Rift Geschäfte virtuell betreten können – von der eigenen Couch aus.

Virtual-Reality-Brillen

Hierfür haben die Entwickler die Kaufda-App, die Kunden online mit dem stationären Handel verbinden soll, mit der VR-Brille gekoppelt. Die App zeigt dem Nutzer auf einer Karte, wo die nächsten Geschäfte sind, bei Interesse kann er sie innerhalb der 3D-Welt betreten, sich die Produkte anschauen, die ihn interessieren und Zusatzinformationen zu ihnen einholen. Im besten Fall packt er sie danach auf seine Einkaufsliste, setzt die VR-Brille ab und kauft die Waren im Geschäft in der Nähe. „In Zukunft werden die Grenzen zwischen dem Instore-Erlebnis und dem eigenen Heim immer mehr verwischen“, ist sich Gaiser sicher. 

Neben den VR-Lösungen bieten auch AR-Lösungen dem Handel neue Perspektiven. Spätestens seit dem Hype um Pokémon Go ist Argumented Reality (AR), also die computergestützte Erweiterung der Realität, im Alltag angekommen. „Bei AR-Lösungen geht es nicht nur darum, Produkte zu sehen, sondern sie in meiner heimischen Umgebung zu erleben“, sagt Malte Polzin, E-Commerce-Experte bei Carpathia.

Die größten Probleme bei Lieferungen von Onlinehändlern

Passt das Ledersofa zum Boden, dem Beistelltisch und den Vorhängen in meinem Wohnzimmer? Vorausgesetzt, die Größenverhältnisse sind exakt abgebildet, ließe sich ein Sofa etwa mit der Microsoft-Datenbrille HoloLens ins eigene Wohnzimmer projizieren. „Das kann einem bisher kein Besuch in einem Möbelhaus bieten“, sagt Polzin. „Allerdings stehen wir hier noch am Anfang der Entwicklung.“

Wenn solche Technologien einmal alltagsfähig sind, werden sie den Besuch im Laden aber nicht obsolet machen, denn das haptische Erlebnis, was ja gerade bei Möbeln wesentlich ist, bieten sie nicht. „Dabei geht es vor allem um das hautnahe Erleben der Produkte“, sagt Gaiser von der Bonial.com Group. „In diesem Bereich kann der stationäre Handel punkten, das ist durch nichts zu ersetzen.“

Ebenso wenig glaubt Gaiser daran, dass die persönliche Beratung an Relevanz verliert, das könne auch der beste virtuelle Assistent nicht leisten.

 

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