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Discounter in Großbritannien Aldi wird für Tesco zum Albtraum

Für den britischen Platzhirsch Tesco wird der Vormarsch deutscher Discounter zur Bedrohung. Aldi und Lidl schwimmen im krisengeplagten Großbritannien auf einer Erfolgswelle. Warum die Briten die deutschen Läden mögen.

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Ist nicht mehr die beste Supermarkt-Kette des Landes: Der britische Einzelhandelsriese Tesco. Quelle: Reuters

Das Urteil war ebenso eindeutig - wie für die Konkurrenz wenig schmeichelhaft. Als das renommierte britische Verbrauchermagazin „Which“ jüngst die beste Supermarkt-Kette des Landes kürte, stand nicht etwa eine der großen einheimischen Adressen oben auf dem Siegertreppchen, sondern ein für deutsche Ohren nur allzu vertrauter Name: der Discounter Aldi.

Die Discount-Kette, die inzwischen über 421 Läden in Großbritannien verfügt, erhalte den Titel, weil sie „eine eindrucksvolle Reihe von Angeboten, eine hohe Qualität der Lebensmittel sowie günstige Preise“ biete, begründeten die Verbraucherschützer ihre Wahl bei der Kür der jährlichen Auszeichnungen, die zum zweiten Mal auf den deutschen Einzelhandelsriesen fiel. Denn das Jahrzehnte alte Konzept des Discounters, der auf niedrige Preise, schmucklose Filialen sowie wenig Personal setzt, kommt auf der Insel einer Revolution gleich: Bisher waren es die Briten gewöhnt, deutlich höhere Preise zu zahlen, obwohl das Wohlstandsniveau dort insgesamt niedriger als in Deutschland ausfällt.

Wer Aldi und Lidl herausfordert
Platz 10 - Dollar Tree (USA) - 6,1 Milliarden Euro UmsatzDer US-Discounter folgt einem einfachen Konzept: Nichts kostet mehr als einen Dollar. Damit wächst der Umsatz rasant. Allein 2012 hat Dollar Tree 345 neue Märkte eröffnet. Bisher konzentriert sich das Unternehmen aber auf die USA und Kanada.
Platz 9 - Rema 1000 (Norwegen) - 6,58 Milliarden Euro UmsatzGründer Odd Reitan ist soetwas wie der Theo Albrecht Skandinaviens. In seinen einfach eingerichteten Märkten verkaufte er 500 Artikel, deshalb taufte er seinen ersten Supermarkt Reitan Mart 500. Mit der Produktpalette wuchs auch die Zahl der Filialen in Norwegen, Dänemark und Schweden.
Platz 8 - Biedronka (Polen) - 7,25 Milliarden Euro UmsatzDie größte Supermarktkette Polens hat zwar polnische Wurzeln, ist aber seit 1998 und der Übernahme durch Jerónimo Martins fest in portugiesischer Hand. Der Name bedeutet übersetzt Marienkäfer.
Platz 7 - Family Dollar (USA) - 7,64 Milliarden Euro UmsatzAls der erste Markt in Charlotte, North Carolina, seine Pforten öffnete, war Gründer Leon Levine gerade 21 Jahre alt. Mittlerweile ist sein Unternehmen auf 7.100 Filialen angewachsen. 90 Prozent aller Artikel kosten weniger als 10 Dollar.
Platz 6 - Dia (Spanien) - 11,67 Milliarden Euro UmsatzIn Deutschland machte der spanische Discounter Schlagzeilen, weil er 2013 die spanischen Filialen von Schlecker übernahm. International ist der Konzern breit aufgestellt. Dia-Filialen gibt es in Argentinien, Brasilien, Griechenland und in der Türkei. In Portugal firmiert der Konzern unter dem Namen "Minipreço", in Frankreich unter dem Namen "Ed".
Platz 5 - Penny Markt (Deutschland) - 11,84 Milliarden Euro UmsatzDer Discounter der Rewe Gruppe verpasste sich Anfang 2012 ein neues Logo. Neben dem deutschen Markt ist das Unternehmen auch in Italien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien und Österreich aktiv.
Platz 4 - Dollar General (USA) - 13,11 Milliarden Euro UmsatzUm satte zwei Milliarden Euro konnte Amerikas größte Discounterkette ihren Umsatz im Jahr 2012 steigern. In den USA betreibt das Unternehmen über 10.000 Läden. Vor allem in kleinen US-Gemeinden, die von den Handelsriesen ignoriert werden, zeigt das Unternehmen Präsenz.

Für die einheimischen Branchengrößen wie Sainsbury, die zum US-Riesen Walmart zählende Asda und den Giganten Tesco ist der Erfolg von Aldi deshalb nicht nur ein kleine Petitesse – sondern eine ernsthafte wirtschaftliche Gefahr. Denn zusammen mit dem deutschen Rivalen Lidl sind die Discounter dabei, den britischen Lebensmitteleinhandel kräftig aufzumischen.

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    Zwei Drittel des Umsatzes macht Tesco in Großbritannien und hat im vergangenen Jahr – auch als Reaktion auf die deutsche Konkurrenz – eine Milliarde Pfund (1,2 Milliarden Euro) investiert, um die eigenen Läden dort aufzumöbeln. Dennoch: Der Handelsgewinn ist im ersten Halbjahr um acht Prozent auf 1,6 Milliarden Pfund gefallen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Umsatz in den britischen Fililalen stagnierte im zweiten Quartal.

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