Doc Morris Krach zwischen DocMorris-Chef und Eigentümer Celesio

Exklusiv

Vor der Entscheidung der niederländischen Versandapotheke DocMorris, Kunden nicht mehr wie bisher Rabatte auf rezeptpflichtige Medikamente zu gewähren, ist es zum Krach zwischen DocMorris-Chef Olaf Heinrich und dem Vorstandschef des DocMorris-Eigentümers Celesio, Markus Pinger, gekommen.

Die umsatzstärksten Medikamente der Welt
Platz 10: MabTheraDer Wirkstoff nennt sich Rituximab. Das Medikament wird für die Behandlung von Lymphomen eingesetzt. In der EU vertreibt Roche es unter dem Handelsnamen MabThera, in den USA heißt es Rituxan. 2013 brachte es rund 6,26 Milliarden Dollar ein. Das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bild: Roche Pharma AGDatenquelle: IMS Health Quelle: Presse
Platz 9: CymbaltaDer Wirkstoff dieses Medikaments heißt Duloxetin. Dabei handelt es sich um ein Mittel, das bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird. Vermarktet wird es von Eli Lilly; der Firma spülte es im Jahr 2013 6,46 Milliarden Dollar in die Kassen - eine Steigerung um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bild: Lilly Deutschland GmbH Quelle: Presse
Platz 8: RemicadeRemicade ist der Handelsname von Infliximab. Dabei handelt es sich um einen Antikörper, der das Immunsystem vielfach beeinflusst. Eingesetzt wird das Medikament vor allem gegen Rheuma-Erkrankungen. In Deutschland wird es von MSD vertrieben. 2013 erzielte es einen Umsatz von rund 7,68 Milliarden Dollar - 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bild: MSD Sharp & Dohme GmbH Quelle: Presse
Platz 7: AbilifyOtsuka Pharmaceuticals vertreibt das Arzneimittel Aripiprazol unter dem Namen Abilify. Es wird zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt. Mit 7,83 Milliarden Dollar in 2013 landet es auf Rang sieben. Das entspricht einem um 14,6 Prozent höherer Umsatz als noch im Vorjahr. Foto: "Abilify bottle" by Eric Gingras, via Wikipedia Quelle: Creative Commons
Platz 6: NexiumDas Magenmittel von AstraZeneca mit dem Wirkstoff Esomeprazol  liegt im Mittelfeld bei den Top-Ten-Präparaten. Der Umsatz 2013 lag bei 7,86 Milliarden Dollar - ein Plus von 7,0 Prozent. Bild: AstraZeneca Quelle: Presse
Platz 5: Lantus Lantus wird von Sanofi-Aventis hergestellt. Es enthält "Insulin glargin" und wird zur Behandlung von Diabetes eingesetzt. Mit einem Zuwachs von 23,3 Prozent legte es die stärkste Steigerung innerhalb der Top Ten hin. Umsatz 2013: 7,94 Milliarden Dollar. Quelle: dpa
Platz 4: Enbrel7,95 Milliarden Dollar Umsatz (plus 8,7 Prozent) machte dieses Medikament von Pfizer. Der Wirkstoff Etanercept wird zur Behandlung von Rheuma und der entzündlichen Hautkrankheit Psoriasis eingesetzt. Quelle: AP
Platz 3: CrestorAls Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine machte AstraZenecas Medikament Crestor im Jahr 2013 einen Umsatz von 8,15 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent. Der Wirkstoff heißt Rosuvastatin. Quelle: Presse
Platz 2: SeretideGlaxoSmithKline machte mit der Arznei Salmeterol unter dem Namen Seretide 2013 9,21 Milliarden Dollar Umsatz - ein Zuwachs von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es erweitert die Bronchien und wird zur Behandlung von Asthma eingesetzt. Quelle: REUTERS
Platz 1: HumiraDer Wirkstoff Adalimumab wird von AbbVie als "Humira" vertrieben. Dabei handelt es sich um einen sogenannten TNF-Blocker, der etwa zur Behandlung von rheumatoider Arthritis oder Morbus Crohn eingesetzt wird. Es gilt als eines der teuersten Medikamente in Deutschland. 2013 brachte es weltweit 9,85 Milliarden Dollar ein. Das entspricht einem Plus von 18,5 Prozent. Quelle: AP

In den nächsten Wochen will Markus Pinger, Chef des Stuttgarter Pharmagroßhändlers Celesio, seine Tochterfirma DocMorris an einen Finanzinvestor verkaufen.

Die Verhandlungen sind bereits in der Endphase. Doch kurz vor Abschluss kracht es gewaltig zwischen der Versandapotheke mit Sitz in Holland und ihrem Noch-Eigentümer. Auslöser des Eklats ist ein Urteil des Gemeinsamen Senats der obersten Bundesgerichte, wonach sich auch ausländische Versandapotheken wie DocMorris an deutsche Preisvorschriften halten müssen. Laut einer Novelle zum Arzneimittelgesetz, die in Kürze in Kraft tritt, ist es ihnen verboten, Kunden Boni auf rezeptpflichtige Arznei zu gewähren. Bisher gibt DocMorris bis zu 15 Euro Rabatt pro Rezept – ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber deutschen Apotheken, denen Boni in solcher Höhe untersagt sind.

Offenbar, ohne sich mit seinem Eigentümer Celesio abzusprechen, schrieb DocMorris-Chef Olaf Heinrich seinen Kunden, dass trotz des Urteils der Bonus erhalten bleibe. Zahlreiche Apotheker, für die der aggressive Preisbrecher ohnehin ein rotes Tuch ist, protestierten daraufhin bei Celesio. Ein Pharmazeut aus Darmstadt verklagte gar DocMorris. Celesio-Chef Pinger entschied daraufhin im Sinne der Apotheker, dass DocMorris seine Rabatte massiv kürzen werde. Schließlich beliefert Celesio Tausende deutscher Apotheken.

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