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Douglas Der Firmenjäger und sein Wild

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Schillernd und Schweigsam

Zwei Jäger Quelle: REUTERS

Umso spannender wird nun das Verhalten von Müller sein. Ob es bei heutigen Hauptversammlung bereits Hinweise über den Fortgang der Fehde zwischen den Krekes und Müller geben wird, bleibt abzuwarten. Dass Müller überhaupt vor Ort sein wird, bezweifeln Branchenkenner. Der  79-jährige Patriarch gilt als ebenso schillernde wie schweigsame Figur.

Der gelernte Friseur schuf aus dem Nichts ein Handelsimperium und wird gerne als „Drogerie-König“ bezeichnet, obgleich seine Märkte  eher Kleinkaufhäuser sind. Das Sortiment umfasst rund 145 000 Artikel, darunter nicht nur Klopapier und Deoroller, sondern auch CDs und Holzspielzeug. Zudem legt Müller Wert auf das Interieur seiner Geschäfte.

Der Schwabe, der in Jugendjahren Architekt werden wollte, lässt seine bis zu 4000 Quadratmeter großen Filialen beispielsweise mit 1000 Lux illuminieren, um Kunden anzulocken. Die Idee, die Beleuchtung aufzudrehen, hat er sich von einem mallorquinischen Fleischverkäufer abgeschaut.

Droge Drogerie

Auf dem Mittelmeer-Eiland, seiner zweiten Heimat, nennt er neben einem Golfplatz und einer Finca auch ein paar Läden sein Eigen. Insgesamt ziert das Kleeblatt-Logo seiner Kette knapp 600 Filialen in Europa. Der Selfmademan von der Donau kommt nicht los von der Droge Drogerie. "Ich kann die Firma nicht allein stehen lassen", sagte er 2009 der WirtschaftsWoche.

Jeden Morgen gegen halb acht schlug er damals in der Ulmer Zentrale auf. Um ins Büro in der dritten Etage zu kommen, nimmt er grundsätzlich - und zum Wohlgefallen seiner Ärzte - die Treppe statt den Fahrstuhl. Und solange ihn „der liebe Gott jeden Tag aufstehen lässt", werde sich daran nichts ändern. "Ich wüsste nicht, was ich daheim tun sollte”, bekannte der Veteran.

In Arbeit
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Im Büro angekommen, kümmerte sich Müller ums Tagesgeschäft. Allein Ehefrau Anita sowie der Dackel-Pekinesen-Mischling Gordi und dessen Gefährte Tabsi scheinen das unumschränkte Vertrauen des Patrons zu genießen. Mit Gordi ging Müller auch mal zur Jagd nach Tirol. Anschließend gab es Hirschkalb in der Betriebskantine. Als Firmenjäger scheint Müller zur Zeit weniger Glück zu haben.

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