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Drogerie-Expansion Haben Edeka und Budni überhaupt eine Chance?

Schriftzug des Drogeriemarkts Budnikowsky. Quelle: imago

Der Lebensmittelspezialist Edeka will in einer Allianz mit Budnikowsky eigene Drogeriemärkte aufmachen. Doch es gibt begründete Zweifel, ob die Partner gegen DM und Rossmann ankommen können.

„Moin Eimsbüttel“ steht auf der Fensterscheibe des Budni-Drogeriemarktes in der Osterstraße in Hamburg-Eimsbüttel. Auch in den Regalen wird das Hamburg-Gefühl angesprochen: Auf der Verpackung des dreilagigen Toilettenpapiers prangt ein Bild von der Binnenalster. Es gibt das „Wischi-Waschi“-Duschgel des FC St.Pauli, Hamburg-Kaffee, Anker-Bonbons und HSV-Flaschenöffner.

Budnikowsky, kurz „Budni“, gehört seit 1912 zu Hamburg wie der Hafen und die Reeperbahn.

Konkurrenten wie DM oder Rossmann machten in der Vergangenheit einen weiten Bogen um die Hansestadt. Doch damit ist spätestens seit der Schlecker-Insolvenz im Jahr 2012 Schluss: Seitdem überziehen DM und Rossmann die Republik mit neuen Filialen. Heute können die Eimsbüttler Budni-Mitarbeiter von ihrem Laden aus die Verkaufsstände der nächsten DM und Rossmann-Filiale sehen. „Wir spüren den Konkurrenzdruck sehr stark“, sagt eine Mitarbeiterin. Budni, mit seinen rund 180 Läden und einem Jahresumsatz von 430 Millionen Euro, schreibt seit Jahren Verluste.

DM (1900 deutsche Filialen mit 7,9 Milliarden Euro Umsatz) und Rossmann (2100 deutsche Filialen mit 6,4 Milliarden Euro Umsatz) können ihre Zahnbürsten, Rasierwasser und Duschgels bei den Herstellern wesentlich günstiger einkaufen als die Hamburger.

Doch jetzt soll alles anders werden. Dank Edeka.

Markus Mosa sieht in Budni, den Winzling unter den deutschen Drogisten, den „idealen Partner im Drogeriesegment“. Mit Hilfe von Budni will Mosa ins Drogeriegeschäft einsteigen. Den Edeka-Chef wurmt es, dass sich die Drogerie-Umsätze der Vollsortimenter seit der Schlecker-Pleite kaum verändert haben, während DM und Rossmann die Lücke ausfüllten und dazu noch immer mehr Lebensmittel in ihre Regale stellten.

Am 1. Mai nimmt eine gemeinsame Firma für Einkauf, Logistik und Verwaltung der Drogerieartikel ihre Arbeit auf. Edeka hat sich mit 25,1 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, kann den Anteil aber auf bis zu 74,9 Prozent ausbauen.

Mosa will große Lieferanten wie Henkel oder Unilever durch den gemeinsamen Einkauf mit Budni zu Preisnachlässen zwingen. Beide Partner wollen nun im ganzen Land neue Budni-Märkte eröffnen: Mosa spricht von rund 50 neuen Läden pro Jahr, die in Edeka-Regie entstehen sollen. Budni-Eigentümer Cord Wöhlke seinerseits will bis zu zehn eigene neue Filialen aufmachen.

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