Drogeriekette IhrPlatz folgt Schlecker in die Insolvenz

Nun ist auch IhrPlatz pleite. Am Donnerstag stellte IhrPlatz beim Amtsgericht Ulm den Antrag auf die Einleitung eines Insolvenzverfahrens. Schlecker steckt offenbar tiefer in der Krise als angenommen.

Schlecker: For You, vorbei
Neuer Schlecker-Claim For You. Vor Ort. Quelle: dpa
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Vor einigen Jahren kaufte die Drogeriekette Schlecker IhrPlatz und wollte das Unternehmen als Premiummarke platzieren. Doch daraus wurde offenbar nichts. Die Unternehmenstochter soll nun gemeinsam mit Schlecker saniert werden. „IhrPlatz befindet sich in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker, so dass jetzt eine gemeinsame Lösung für den Konzern gesucht werden kann“, erklärte der vorläufige Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Ziel sei der Erhalt des Unternehmens und somit eines Großteils der Filialen und Arbeitsplätze.
Noch am Montag hatte es geheißen, dass die erst 2007 übernommene Kette IhrPlatz und die Schlecker-Töchter im Ausland nicht von der Insolvenz betroffen seien. Schlecker will mit einem Insolvenzantrag einen Großteil der gut 7000 verbliebenen Filialen mit rund 30.000 Arbeitsplätzen retten.

Schleckers Aufstieg und Fall

Am Mittwoch hatte sich das Unternehmen mit dem Einkaufsverbund Markant, einem der wichtigen Gläubiger, darauf geeinigt, die Kooperation fortzusetzen. Zahlungsrückstände an Markant waren ein Hauptgrund für die Insolvenz des schwäbischen Unternehmens. Damit sind Warenbestellungen, Lieferungen und Abrechnungen für die Märkte in Deutschland gesichert. Für die Auslandsfilialen hofft Schlecker noch heute auf eine Einigung. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auf der Grundlage dieser Entscheidung auch die Gespräche mit den anderen Lieferanten in den nächsten Tagen positiv abschließen können“, sagte Arndt Gleiwitz.

Das Insolvenzverfahren wurde allerdings noch nicht eröffnet. Ziel bleibe „eine zukunftsfähige Lösung für das Unternehmen“. Dazu würden in den kommenden Tagen auch die Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft fortgesetzt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi forderte unterdessen ein Bündnis zur Unterstützung der Schlecker-Beschäftigten.

Ver.di hofft auf Unterstützung der Kunden

„Es sind nicht die Beschäftigten, die die finanzielle Misere von Schlecker verursacht haben“, betonte Stefanie Nutzenberger vom Ver.di-Bundesvorstand Die Forderung richte sich zum einen an die Lieferanten, die Drogeriemarktkette weiter mit Waren zu versorgen. Aber auch die Kunden seien aufgefordert wie bisher bei Schlecker einzukaufen. Am Montag hatte Schlecker beim Amtsgericht Ulm offiziell den Insolvenzantrag eingereicht. Die Besitzerfamilie Schlecker will das Unternehmen als Ganzes erhalten.

Experten räumen den IhrPlatz-Filialen nur dann Überlebenschancen ein, wenn das Konzept grundsätzlich überarbeitet wird.

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