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Drogeriekette Ausgeschleckert?

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Verkauf von "Ihr Platz" absehbar

Eine Schleckersanierung wird immer unwahrscheinlicher. Immer weniger potenzielle Investoren sind mit Insolvenzverwalter Geiwitz im Gespräch. Quelle: dapd

Selbst bei Schlecker werden Zerschlagungsspekulationen inzwischen nur noch zaghaft kommentiert. „Was am Freitag passieren wird, weiß kein Mensch. Theoretisch ist und war auch immer alles möglich“, sagte ein Unternehmenssprecher. Er räumte ein, dass es immer wieder kritische Momente mit den Gläubigern gegeben habe. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sei aber weiter mit drei möglichen Investoren in „vertieften Gesprächen“.

Allein, die Gespräche müssen demnächst zu konkreten Ergebnissen führen, ansonsten droht der finale Schlussverkauf. „Je länger die Investorensuche dauert, desto zurückhaltender sind die Chancen, zu beurteilen, dass dieser erfolgreich abgeschlossen wird“, ließ sich am Dienstag bereits der Vorsitzende des Insolvenzverwalterverbands (VID), Christoph Niering zum Schlecker-Verfahren zitieren.

Tausende Klagen und keine Entgegenkommen

Zugespitzt hatte sich die Investorensuche vor allem, nachdem die Gründung einer Transfergesellschaft gescheitert war. Diese sollte den entlassenen Mitarbeitern neue Jobperspektiven geben und hätte zugleich die Zahl von Kündigungsschutzklagen minimiert. Bisher reichten knapp 4000 ehemalige Schlecker-Beschäftigte Klage gegen ihre Kündigung ein. Ein Investor stünde damit vor einem erheblichen Prozess- und Kostenrisiko.

Zudem waren die Sondierungsgespräche mit der Gewerkschaft Verdi über finanzielle Zugeständnisse der verbliebenen Belegschaft ins Stocken geraten. Verdi befragt derzeit die Mitarbeiter über ihre Bereitschaft, einen Sanierungsbeitrag zu leisten. Die Arbeitnehmervertreter hatten Schlecker einen Verzicht auf 10,5 Prozent der Löhne über drei Jahre in Aussicht gestellt.

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Dass der Konzern nicht als Gesamtgebilde erhalten bleibt, deutete sich indes bereits in den vergangenen Wochen an. Anfang Mai teilte Schlecker mit, dass das tschechische Auslandsgeschäft an den dortigen Marktführer PKS geht. Auch das Frankreich- und Polen-Geschäft wurde bereits abgegeben. Ein Verkauf der Tochter „Ihr Platz“ an die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft Dubag ist absehbar. Auch für den spanischen Schlecker-Ableger soll es Interessenten geben.

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