Drogeriekette Wettstreit um IhrPlatz geht weiter

Die insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz steht möglicherweise vor einer Teilrettung. Das Kartellamt prüft eine Übernahme durch Konkurrent Rossmann. Der Insolvenzverwalter spricht noch mit weiteren Investoren.

Blick auf eine IhrPlatz-Filiale Quelle: dpa

490 Filialen der Drogeriekette IhrPlatz sind nach der Schleckerpleite noch übrig. Nun will Deutschlands zweitgrößter Drogist Rossmann 120 davon übernehmen. Derzeit prüft das Bundeskartellamt die Übernahme. Ein Sprecher des Burgwedeler Unternehmens wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Auch IhrPlatz-Insolvenzverwalter Werner Schneider hielt sich zurück mit Angaben. „Der Insolvenzverwalter befindet sich, wie offen kommuniziert, mit mehreren Interessenten in Gesprächen“, sagte dazu ein Sprecher auf Anfrage der dpa.

Niedergang der Ikonen
LoeweDer schwer angeschlagene TV-Gerätehersteller hat Antrag auf Insolvenz in Eigenregie gestellt. Im Juli hatte Loewe Gläubigerschutz beantragt - der Konzern kann dabei versuchen, sich unter gerichtlichem Schutz zu sanieren und wird weiter von seinem Management geführt. Nun folgt die Planinsolvenz. Loewe-Chef Matthias Harsch zeigt sich zuversichtlich bis Ende Oktober einen finanzkräftigen Investor aufzutun. Man habe sechs Angebote. Sollte sich darunter kein passender Partner finden "ist es natürlich aus", sagte Harsch. Loewe steckt tief in den roten Zahlen, zuletzt hatte das Minus die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt. Im ersten Halbjahr 2013 brach der Umsatz um 40 Prozent auf nur noch 76,5 Millionen ein. Von den 1000 Mitarbeitern sind noch knapp 700 übrig. Quelle: dpa
Telefunken Quelle: dpa
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NeckermannDer Versandhändler meldet am 18. Juli 2012 Insolvenz an. Der amerikanische Investor Suncapital will nicht noch mehr Geld ins Geschäft pumpen. Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter hatten sich zwar auf ein Konzept geeinigt, wie der Abbau von 1.400 der 2.500 Stellen von statten gehen soll, doch Suncapital hielt die Kompromiss für nicht tragfähig und teilte mit: " Unter den gegebenen Rahmenbedingungen kann das Unternehmen in der bestehenden Form nicht fortgeführt werden."Neckermann wurde 1950 von Josef Neckermann ins Leben gerufen. Der Versandhändler zählte neben Otto und Quelle zu den größten deutschen Versandhäusern. Der 1961 eingeführte Slogan "Neckermann macht's möglich" wurde zum geflügelten Wort. Neckermann stieg zudem ins Reisegeschäft ein, verkaufte Fertighäuser und Versicherungen und betrieb auch eine Kaufhauskette. In den 1970er Jahren geriet das Stammhaus in die Krise und wurde 1977 mehrheitlich von der Karstadt AG übernommen, die später mit dem Versandhändler Quelle fusionierte und schließlich im Touristik- und Handelskonzerns Arcandor aufging. Arcandor ging 2009 in die Insolvenz. Quelle: dpa
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AOLIn Deutschland warb der Internetkonzern in seine Anfängen mit AOL "Alles OnLine" und galt als Synonym für Web-und E-Mail-Dienste. Mitte der 2000er Jahre hatte AOL weltweit mehr als 30 Millionen Kunden und war damit der größte Internet-Anbieter der Welt. Doch der Erfolg währt nicht lange, andere Online-Dienste - in Deutschland die Deutsche Telekom - preschen in den Markt. Die Haupteinnahmequelle, die Gebühren über die Einwahl per Modem versiegt mit dem Vormarsch von DSL-Verbindungen und Flatrates. Ende 2009 streicht AOL 2.500 Stellen, will 300 Millionen Dollar einsparen. Vorstandschef Tim Armstrong verändert die Ausrichtung des Unternehmens hin zum Contentlieferanten. Ende 2009 trennt sich Time Warner vom sinkenden Riesen. 2011 kauft AOL die Web-Zeitung Huffington Post für 315 Millionen Dollar, um sich hochwertigen journalistischen Content zu sichern. An den Web-Giganten aus den 90er erinnert nicht mehr viel. Quelle: dpa
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Noch ist über den Antrag beim Bundeskartellamt nicht entschieden. Bei einer Zustimmung würde die Hoffnung auf eine Gesamtlösung für die bundesweit 490 Filialen mit gut 4000 Mitarbeitern in weite Ferne rücken. Was bei einer Zustimmung des Kartellamts mit den Beschäftigten der mehr als 100 Märkte passiert, ist noch unklar. Die neue Entwicklung deutet auf Einzelverkäufe von IhrPlatz-Paketen hin. Rossmann-Konkurrent dm hatte ebenfalls Interesse an bis zu 80 Märkten der Schlecker-Tochter gezeigt und bereits neun Filialen gekauft. An Spekulationen zu Namen möglicher Investoren wolle sich die Insolvenzverwaltung nicht beteiligen, sagte der Sprecher. Bei relevanten Veränderungen werde die Verwaltung transparent informieren, hieß es dort weiter.

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Der geplante Kauf der Filialen durch Rossmann kommt überraschend. Das Unternehmen hatte noch Ende Juni signalisiert, dass das Kapitel Schlecker für Übernahmen geschlossen sei, weil es einen aussichtsreichen Interessenten für IhrPlatz gab. Die österreichische MTH Retail Group zählt zum Kreis der Interessenten. Laut früheren Angaben ist auch der Münchner Investor Dubag dabei. Wegen der Schlecker-Pleite haben bislang bundesweit rund 25 000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Hoffnung besteht nur noch für die IhrPlatz-Beschäftigten. Im laufenden Schlecker-Insolvenzverfahren steht am kommenden Donnerstag ein gerichtlich festgelegter Termin in Ulm bevor. Dort werden die Forderungen der Gläubiger geprüft. Bei der nicht-öffentlichen Sitzung, zu der alle Schlecker-Gläubiger eingeladen sind, kann auch einen Beschluss über die Verwertung der Insolvenzmasse gefasst werden.

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