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Drogeriemarkt dm Die Erfolgsrezepte des Drogeriegiganten

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Eigenmarken sind lukrativer

Wird auch Zeit, dass der Drogerie-Riese endlich auf Multichannel setze, sagen einige Branchenkenner. Doch das lange Zaudern hatte gute Gründe. Nicht nur, dass im Netz Kontrahenten wie Alles-Verkäufer Amazon oder Start-Ups wie Windeln.de lauern. Im Online-Handel mit Drogeriegütern Geld zu verdienen gilt als extrem schwierig: Die Gewinnspanne bei Duschgel und Toilettenpapier ist gering. Was in der Masse im stationären Handel noch gutes Geld bringt, wird Online zum Verlustbringer, weil unter anderem zusätzlicher Logistik-Aufwand anfällt.

Mit Büchern oder Wein verhalte es sich nun einmal anders als mit Babywindeln oder Kaffee, räumte auch Dirk Roßmann am Mittwoch ein. Eine Million Euro Miese hat die Online-Tochter Rossmann im vergangenen Jahr eingebracht. Einer der wenigen Makel in der Bilanz.

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So weit will dm-Chef Harsch es nicht kommen lassen. Dass dm.de auf absehbare Zeit zur Cash-Cow wird, glaubt er selbst nicht und beschreibt den Shop "als Service-Angebot nicht als Gewinnmaschine".

Erklärtes Ziel aber ist, dass der dm-Onlineshop abgesehen von den Anfangsinvestitionen keine allzuhohen Verluste einfährt. "Wir werden das Onlingeschäft nicht über das stationäre Geschäft subventionieren", versichert Harsch und peilt an, wirtschaftlich "irgendwo im Bereich um die Null" landen zu wollen. Deshalb wird für jede Onlinebestellung eine Gebühr fällig. Wie hoch die sein soll, ist bislang unklar. Eine kostenlose Lieferung von Toilettenpapier und Zahnpasta schließt der dm-Chef aus. Und nimmt damit in Kauf, dass manche Onlinebesteller ihre Produkte weiter bei der Konkurrenz bestellen werden.

Die Eigenmarken

Als wirtschaftlich richtungsweisender als der Auf- und Ausbau des Onlinegeschäfts gilt ohnehin vorerst der Umgang mit den Eigenmarken. Sie bilden das Rückgrat der beiden Drogerie-Könige.

Die Cremedöschen, Duschgelpackung und Reinigungsmittel mit den dm- und Rossmann-Logos stehen in den Märkten gleich neben den großen Markenprodukten, haben nach Bekunden der Händler die gleiche Qualität, sind aber um bis zu 30 Prozent preiswerter, wenn nicht sogar mehr.

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Weil die Drogeriemärkte direkt mit den Herstellern verhandeln und sich die Kosten für Zwischenhändler und meist auch für die teure Werbung sparen, fällt ihr Gewinn trotzdem hoch genug aus. Die Eigenmarken verkaufen sich glänzend: Ungefähr jedes dritte Produkt, dass bei dm abgesetzt wird, trägt das Logo des Drogeriemarktes.

Auch bei der Konkurrenz füllen die Produkte der Eigenmarken die Regale. Mit einem Sortiment von 36 Marken mit rund 4200 verschiedenen Artikeln verfügt Rossmann über das umfangreichste Eigenmarkensortiment bei Drogeriewaren in Deutschland.

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