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Edeka Schicksalswoche für Kaiser’s Tengelmann

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Der Preis für Edeka ist schon jetzt hoch

Doch warum sollte sich Caparros darauf einlassen? Auch Rewe hat im hart umkämpften deutschen Markt nichts zu verschenken - schon gar nicht an den Erzrivalen Edeka.

Was den Deutschen beim Einkauf wirklich wichtig ist

Geht Rewe im Übernahmekampf leer aus, drohen langfristig Nachteile im Wettbewerb mit den Rivalen, die dereinst womöglich ebenfalls Auswirkung haben, auf die Möglichkeit der Kölner neue Jobs zu schaffen. Klar scheint, dass der Rewe-Boss wohl nur gegen weitreichende Zugeständnisse eine Rücknahme der Klage erwägen würde. Filialpakete in München, Berlin und Nordrhein-Westfalen kämen dafür in Betracht. Das Problem: der Preis für Edeka ist schon jetzt hoch.

Die Auflagen für die Ministererlaubnis sind happig. Fallen jetzt noch lukrative Standorte aus dem Filialnetz heraus, könnte schnell die Schmerzgrenze erreicht sein. Vor diesem Hintergrund erscheint es kaum wahrscheinlich, dass sich die Handelsgranden einigen könnten, zumal wohl wiederum das Kartellamt einen solchen Deal absegnen müsste und offen wäre, wie die Konkurrenz reagieren würde.

Die Folge: Auch eine Neuaufteilung von Kaiser's Tengelmann würde sich über Monate hinziehen. Zeit, in der die Kette wohl weitere Verluste anhäufen würde, die Eigentümer Haub offenbar schon jetzt nicht mehr zu tragen gewillt ist.

Das Moratorium

Leichter umzusetzen wäre indes eine kleine Lösung, die den Beschäftigten zumindest Zeit verschafft. Rewe, Edeka und Tengelmann könnten sich dazu bereit erklären, die absehbaren gerichtlichen Entscheidungen zu akzeptieren und juristisch nicht weiter dagegen vorzugehen. Damit hätte Haub Gewissheit, dass - so oder so - ein Ende in Sicht ist und nicht ewig weiter prozessiert wird. 

Diese Händler dominieren den Lebensmittelhandel
Platz 5: MetroMit weitem Abstand auf die vier Großen folgt die Metro-Gruppe, zu der die Real-Märkte gehören. Auch wenn die Gruppe laut Kartellamt den Anschluss an die Spitzengruppe verliert, liegt sie in ihrer Bedeutung weit vor den regionale Ketten wie Kaisers Tengelmann oder Tegut, Coop oder Globus, die jeweils weniger als drei Prozent Anteil am Markt haben. Umsatz: unter 10 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 5-10 Prozent Verkaufsfläche: 2-3 Millionen Quadratmeter Standorte: 300-400 Quelle: dpa
Platz 4: AldiDie Aldi Gruppe ist mit mehr als 4.000 betriebenen Standorten die führende Discounter-Größe in Deutschland. Bei Handelsmarken nimmt das Unternehmen eine herausragende Stellung ein. Hersteller dieser Produkte sind auf das Unternehmen angewiesen. Umsatz: 15-20 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 15-20 Prozent Verkaufsfläche: 3-4 Millionen Quadratmeter Standorte: 4.000-5.000 Quelle: dpa
Platz 3: Rewe/Rewe DortmundZur Gruppe gehört neben den Rewe-Märkten auch der Discounter Penny. Insbesondere bei den Herstellermarken hat Rewe eine starke Position inne. Umsatz: 20-25 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 15-20 Prozent Verkaufsfläche: 4-5 Millionen Quadratmeter Standorte: 6.000-7.000 Quelle: dpa
Platz 2: Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland)Die Schwarz Gruppe besteht aus den beiden Stiftungen Kaufland und Lidl, deren Kapital bei der Dachgesellschaft Schwarz Beteiligung GmbH liegt. Zusammen kommen die beiden Ketten auf ganz erhebliche Marktanteile. Umsatz: 25-30 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 20-25 Prozent Verkaufsfläche: 5-6 Millionen Quadratmeter Standorte: 3.500-4.650 Quelle: dpa
Platz 1: Edeka GruppeObwohl die Umsätze von Edeka vorwiegend von den selbständigen Einzelhändlern erzielt werden und zur Gruppe auch der Filialist Netto Marken-Discount gehört, betrachtet das Kartellamt die Gruppe als Ganzes. Besonders Markenhersteller sind auf Edeka aber auch Rewe und die Schwarz-Gruppe angewiesen. Diese Drei werden vom Kartellamt als „Nadelöhr für die deutschlandweite Verbreitung“ von Marken-Produkten bezeichnet und haben besonders viel Macht. Umsatz: Edeka 30-35 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 25-30 Prozent Verkaufsfläche: 9-10 Millionen Quadratmeter Standorte: 11.000–12.000 Quelle: Bundeskartellamt // Bezugsjahr: 2010 Quelle: dpa

Bereits am 15. November wird der Bundesgerichtshof (BGH) eine erste Entscheidung treffen. Vorher bei Kaiser’s Tengelmann den Stecker zu ziehen, wäre auch aus Sicht vieler Beschäftigter „ein Schlag ins Gesicht“, wie es ein Arbeitnehmervertreter formuliert. Tatsächlich dürfte Haub durchaus in der Lage sein, die jetzt diskutierten Verluste zu tragen. Dass die Belastungen auf andere Teile seiner Holding wie Kik oder Obi durschlagen würden, ist bislang jedenfalls nicht bekannt.

Zugleich wird seit längerem auch von Mitarbeitern gerügt, dass es für die Übergangszeit kein echtes Fortführungskonzept gibt, mit dem Probleme wie sie jetzt offenbar in der IT auftreten, vermieden worden wären. Dass sich ein derart umstrittenes Verfahren über mehr als zwei Jahre erstrecken würde, sei zumindest absehbar gewesen, heißt es intern.

Die Optionen sind damit überschaubar und die Zeit läuft ab. Für die rund 15.000 Beschäftigten von Kaiser’s Tengelmann dürfte sich in dieser Woche viel entscheiden.

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