Edeka und Tengelmann Rewe erwägt Teilübernahme der Kaiser's-Supermärkte

Neue Runde im Übernahme-Poker um Tengelmann: Rewe ist nun offenbar auch an einer Teilübernahme der Kaiser’s-Supermärkte interessiert. Auch mit Beschäftigungszusagen wirbt Rewe-Chef Alain Caparros.

Eine kleine Plastikfigur mit Einkaufswagen vor dem Logo von Rewe Quelle: dpa

Rewe will den Zusammenschluss der großen Konkurrenten Kaiser's Tengelmann und Edeka dringend verhindern. Sehr dringend. Nun schwenkt Rewe-Chef Alain Caparros laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) um: Wollte er bisher eine Komplettübernahme, so kommt demnach nun auch eine Teillösung in Betracht. "Rewe steht bereit für Teillösungen - auch in Nordrhein-Westfalen mit der Übernahme aller Filialen", zitiert ihn die SZ.

Zusätzlich verspricht er den Mitarbeitern Beschäftigungszusagen, die "über das hinausgehen" sollen, was zwischen Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub und den Betriebsräten beschlossen wurde. Die Vereinbarung sieht im Falle einer Fusion nach Betriebsratsangaben im Raum Berlin Beschäftigungsgarantien für alle Mitarbeiter für mindestens 24 Monate vor.

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In Nordrhein-Westfalen, wo unter anderem die Zentrale von Kaiser's Tengelmann ihren Sitz hat, gilt die Beschäftigungsgarantie dagegen für rund 80 Prozent aller Mitarbeiter und für mindestens 18 Monate. Hier sollen Abfindungen, eine interne Stellenbörse und Transfergesellschaften die Folgen des Personalabbaus für die Mitarbeiter dämpfen.

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Die NRW-Märkte sind psychologisch wichtig, denn im bevölkerungsreichsten Bundesland stehen die meisten Jobs auf dem Spiel. Sollte der Zusammenschluss von Edeka und Tengelmann endgültig scheitern, gibt es hier auch - anders als etwa in Bayern - noch keinen Interessenten für defizitäre Filialen.

Caparros' Werben um die nordrhein-westfälischen Filialen kann als Versuch interpretiert werden, die Entscheidung von Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) zu beeinflussen. Er soll in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Edeka-Tengelmann-Fusion doch noch möglich wird - trotz der Absage durch Kartellamt und Monopolkommission. Das Kartellamt fürchtet Wettbewerbsbehinderungen und Preiserhöhungen durch den Zusammenschluss. In der Reaktion hatten Edeka und Tengelmann eine Ministererlaubnis beantragt, um das Veto der Wettbewerbshüter auszuhebeln.

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