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Einkaufs-Lust Einzelhandel wächst im August – „Preisschub ist Gefahr für Konsumlaune“

Die deutschen Einzelhändler konnten ihren Umsatz im August wieder steigern. Lebensmittel sind weniger gefragt, Bekleidung dafür umso mehr.

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Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verzeichnete hingegen ein Umsatzplus von 3,9 Prozent. Quelle: dpa

Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz im August nach dem misslungenen Start in die zweite Jahreshälfte wieder steigern können. Ihre Einnahmen wuchsen um 1,2 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Inflationsbereinigt gab es ein Plus von 1,1 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier mit einem etwas kräftigeren Wachstum von 1,5 Prozent gerechnet, nachdem es im Juli noch einen deutlichen Rückgang von 4,5 Prozent gegeben hatte.

„Nach der Öffnungs-Euphorie scheint der Übergang in den Normalmodus erfolgt zu sein“, kommentierte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger, die Entwicklung. Aufgrund des hohen Umsatzniveaus sei das unproblematisch, zumal die Arbeitslosigkeit beständig sinke. „Der anhaltende Energiepreisschub ist eine Gefahr für die aktuell gute Konsumlaune“, sagte der Experte zugleich. Die Inflationsrate liegt aktuell mit 4,1 Prozent so hoch wie seit 1993 nicht mehr, was an der Kaufkraft der Verbraucher nagt.

Gegen den Trend setzte der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren preisbereinigt 3,4 Prozent weniger um als im Juli. Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verzeichnete hingegen ein Umsatzplus von 3,9 Prozent. Im Einzelhandel mit Waren verschiedener Art – zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser – fiel das Plus mit 6,3 Prozent noch etwas größer aus. Der Internet- und Versandhandel meldete sogar ein Wachstum von 9,0 Prozent.

In den ersten acht Monaten wuchs der Umsatz um 3,2 Prozent. Inflationsbereinigt blieb ein Plus von 1,5 Prozent übrig. Ohne weitere Lockdowns und bei niedrigen Infektionszahlen erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) im Gesamtjahr 2021 ein Wachstum von 1,5 Prozent auf dann 586 Milliarden Euro.

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