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EinzelhandelAdler Modemärkte „in fortgeschrittenen Verhandlungen“ mit Zeitfracht

Das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht könnte bei Adler einsteigen. Das Modeunternehmen soll im Zuge des Insolvenzverfahrens saniert werden. 21.06.2021 - 22:37 Uhr

Der Modehändler steckt in einem Insolvenzverfahren.

Foto: dpa

Die insolvente Adler Modemärkte AG befindet sich nach eigenen Angaben „in fortgeschrittenen Verhandlungen“ mit dem Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht als neuem Investor. Man sei zuversichtlich, „zeitnah ein unwiderrufliches Angebot zum Abschluss einer Investorenvereinbarung von Zeitfracht zu erhalten“, teilte die Modekette am Montagabend in Haibach bei Aschaffenburg mit. „Dieser Schritt wird ein wichtiger Meilenstein für die Sanierung des Unternehmens sein“, an der im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung intensiv gearbeitet werde, hieß es weiter.

Die Annahme eines Angebots der Zeitfracht Logistik Holding GmbH setze allerdings voraus, dass das Insolvenzverfahren eröffnet werde. Adler gehe davon aus, dass die Investorenvereinbarung unmittelbar nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, die für 01. Juli 2021 erwartet werde, unterzeichnet werden könne. Ziel sei es, nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens einen Insolvenzplan bei Gericht einzureichen.

Der Insolvenzplan soll den Angaben zufolge nach derzeitiger Planung Ende Juli 2021 der Gläubigerversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden. Er werde voraussichtlich unter anderem einen Kapitalschnitt in Form einer Herabsetzung des Grundkapitals der Adler Modemärkte AG auf Null sowie eine anschließende Zuführung neuen Eigenkapitals im Zuge einer Kapitalerhöhung durch die Investoren vorsehen, die damit alleinige Aktionäre von Adler würden. Die Aktionäre sollen demnach leer ausgehen. „Die bestehenden Aktien werden somit aller Voraussicht nach vollständig wertlos“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Adler Modemärkte AG setzte 2019 rund 495,4 Millionen Euro um und beschäftigte Ende September 2020 rund 3350 Mitarbeiter. Derzeit betreibt die Gruppe nach eigenen Angaben 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland, 24 in Österreich, drei in Luxemburg, zwei in der Schweiz sowie einen Online-Shop.

Mehr: Die Antragspflicht, um Insolvenzen zu melden, wurde noch einmal für drei Monate bis Ende April ausgesetzt. Was bedrohte Firmen tun können, um ihr Überleben zu sichern.

dpa
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