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Einzelhandel Die fünf Dogmen des Internethandels

Der klassische Einzelhandel ist tot. Oder doch nicht? Eine neue Studie gibt den stationären Händlern Anlass zur Hoffnung.

Der Meinung einiger Experten zufolge ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Online-Geschäft den traditionellen Einzelhandel verdrängt hat. Ist die Untergangsstimmung des klassischen Einzelhandels gerechtfertigt? Quelle: dapd

Kunden schreien vor Glück und Einzelhändler vor Angst, wenn die Zalandos und Amazons der Online-Welt ihnen mehr und mehr Käufer abjagen. Untergangszenarien geistern durch die Handelswelt. Doch verdrängt das Online-Geschäft tatsächlich den klassischen Einzelhandel? Die großen Flagship-Stores von  Marken wie Apple lassen an dem Szenario zweifeln. In einer neue Studie ist die Unternehmensberatung Roland Berger zusammen mit ECE, dem Marktführer der  innerstädtischen Einkaufszentren in Europa, den fünf vermeintlichen Dogmen zum Internethandel nachgegangen.

Die 10 größten Onlinehändler in Deutschland
Apple Quelle: AP
Alternate.de Quelle: Screenshot
Platz 8: Conrad.de Quelle: Screenshot
Tchibo.de Quelle: dpa
Platz 6: Bonprix.de Quelle: Screenshot
Cyberport.de Quelle: Screenshot
Platz 4: Notebooksbilliger.de Quelle: Screenshot

Dafür befragten die Autoren der Studie rund 42.000 Käufer in 64 Einkaufszentren deutschlandweit nach ihrem Kaufverhalten. Was kaufen sie online und was offline und warum? Zusätzlich führten knapp 2.000 Studienteilnehmer Einkaufstagebücher, in denen sie im November 2012 genau ihr Einkaufsverhalten festhielten. Mit überraschendem Ergebnis: Der Online Handel holt viel schneller auf als gedacht. Während Statistiken des Handelsverbands Deutschland (HDE) davon ausgehen, dass der Online-Umsatz 2012 sieben Prozent betrug, lag der Online-Anteil laut Studie sogar bei 16 Prozent. Die unter 30-Jährigen erledigen insgesamt sieben Prozent mehr Einkäufe online als die  über 55-Jährigen. Käufer mit einem höheren Einkommen kaufen sogar fast 18 Prozent online.

Spitzenreiter der Online-Käufe ist die Unterhaltungselektronik. 27 Prozent der  gesamten Onlineausgaben fließen in diesen Bereich, gefolgt von Mode, für die knapp 22 Prozent verwendet werden. Auch hier schwankt die Zahl in Abhängigkeit von der Käufergruppe.

Warum die Deutschen Online-Shopper sind

Einzelhändler sollten die Gefahr von Online-Shops somit nicht unterschätzen. Denn: Fühlt sich ein Kunde an einen Onlineshop emotional gebunden, kauft er doppelt so häufig als in einem Ladengeschäft. Doch das ganz große Armageddon dürfte für den Einzelhandel ausbleiben. Fast zwei Drittel der Befragten kaufen mindestens alle zwei Wochen im jeweiligen Shopping-Center in der Innenstadt ein und sind damit Stammkunden. Im Internet kaufen nur rund 13 Prozent der Konsumenten ähnlich häufig ein. Der Handel vor Ort verfügt über deutlich mehr Umsatz, eine höhere Kauffrequenz und zieht mehr Spontankäufer an – ein Potenzial, das Einzelhändler nutzen sollten.

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