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Einzelhandel Nestlé ist bei Edeka bald ausverkauft

Einzelhandel: Nestlé ist bei Edeka bald ausverkauft Quelle: dpa

Im Streit um Konditionen treffen zwei Marktführer aufeinander: der Lebensmittelhersteller und der Einkaufsverbund um Edeka.

Im europäischen Einzelhandel eskaliert erneut ein Streit um Konditionen. Diesmal trifft es den weltgrößten Konsumgüterkonzern Nestlé: Der europäische Einkaufsverbund Agecore bestellt 160 Produkte des Herstellers mit Marken wie Maggi, Thomy und Nescafé seit einigen Tagen nicht mehr nach – und will so bessere Konditionen erzwingen.

Wie die „Lebensmittel Zeitung“ meldet, bemängelt das Bündnis von Händlern wie Edeka, Intermarché und Coop Schweiz, dass Nestlé die Konkurrenz preisgünstiger beliefere. Die Händler demonstrieren Entschlossenheit: Edeka hat laut dem Bericht seinen Einzelhändlern bereits eine Liste mit den Produkten übermittelt.

Für alle Kategorien wie Wagner Pizza und Vittel-Wasser gebe es Alternativen im Sortiment. Zudem sollen etwa Thomy-Salatsoßen mit Rabatt verramscht werden – ein Angriff auf den Markenwert.

Die größten Lebensmittelhändler

Nestlé macht rund zwei Milliarden Euro Umsatz mit dem Bündnis. Dennoch bleibt der Konzern offenbar unbeugsam. Edeka und Nestlé kommentierten den Bericht zunächst nicht. Das Bündnis Agecore besteht seit 2015.

Ähnliche Streitfälle brechen immer wieder auf. Im vergangenen Jahr duellierte sich Edeka mit Mars und listete einige Wochen etwa Tierfutter des US-Konzerns aus. 2015 verschwand zeitweise Pizza von Dr. Oetker und Joghurt von Müller aus den Kühlregalen von Real.

Lidl nahm 2014 für zwei Monaten Coca-Cola aus dem Sortiment. Schwächere Spieler knicken schonmal schneller ein: Die angeschlagene Brauerei Warsteiner zog eine angekündigte Preiserhöhung noch vor der Umsetzung wieder zurück. Auch andere Bierbrauer litten schon darunter, dass die Marken für den Handel recht austauschbar sind.

Der Handel kann starken Druck ausüben, weil vier großen Spielern – Edeka, Rewe, Aldi und Lidl – vielen Herstellern gegenüberstehen, die um Platz in den Supermarktregalen rangeln.

Nur wenige Marken sind so wichtig, dass die Supermärkte keinesfalls auf sie verzichten können. Bei Auslistung drohen den Herstellern dagegen harte Umsatzverluste. Das Bundeskartellamt hat auch wegen dieser Mechanismen ein strenges Auge auf den Einzelhandel.

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