Einzelhandel Rewe ist bereit für weitere Übernahmen

Der Einzelhandelsriese Rewe legt insgesamt ein starkes Ergebnis vor. Die Rewe-Supermärkte in Deutschland steigerten ihre Umsätze trotz des harten Wettbewerbs.

So gewinnen Unternehmen junge Talente
Mitarbeiter fertigen in einer Polsterei in Weidhausen (Bayern) Sitzmöbel. Quelle: dpa
ÜbernahmegarantieEine ähnliche geringe Attraktivität für junge Menschen dürften auf den ersten Blick auch scheinbar altmodische Branchen haben, die einen heftigen Strukturwandel hinter sich haben - beispielsweise die Porzellanbranche. Die Übernahmequote dort sei sehr hoch, wirbt Christoph René Holler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Keramische Industrie, um Nachwuchs. „Die Fachkräfte werden gebraucht. Es hat sich herumgesprochen, dass man in der Regel übernommen wird.“ Bislang gelinge es noch, die meisten Ausbildungsplätze zu besetzen, „aber es wird immer schwieriger“, räumt er ein. Deshalb habe man bei den Tarifabschlüssen den Nachwuchs besonders berücksichtigt. Eine Sprecherin des traditionsreichen Porzellanherstellers Rosenthal in Selb sagt: „Durch eine gute Zusammenarbeit mit Schulen und der Agentur für Arbeit gelingt es uns trotz des demografischen Wandels und seiner Auswirkungen in den meisten Fällen, gut geeignete Kandidaten zu finden.“ Alle zum 1. September angebotenen Lehrstellen habe man besetzen können. Quelle: AP
Model Clelia zeigt "Putzpantoffeln" des Herstellers Present Time Quelle: dpa/dpaweb
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Robinson Club Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms

Der Kölner Einzelhandels- und Touristikkonzern Rewe sieht sich nach einem Gewinnsprung im abgelaufenen Jahr gut gerüstet für weitere Übernahmen. "Geringe Verschuldung, Rekord-Eigenkapital und nicht ausgeschöpfte Kreditlinien eröffnen uns einen immensen Handlungsspielraum", sagte Finanzvorstand Christian Mielsch am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz. Auf Chancen sowohl am Heimatmarkt wie auch auf internationalen Märkten könne Rewe "unmittelbar reagieren".

Rewe stärkte seine Touristiksparte 2015 mit der Übernahme des europäischen Veranstaltergeschäfts des Schweizer Touristikkonzerns Kuoni mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Die Rewe-Reisetochter DER Touristik stärkt ihre Position damit vor allem in der Schweiz, Großbritannien und den Benelux-Ländern und will so Wettbewerbern wie TUI oder Thomas Cook mehr Konkurrenz machen.

Die gute Finanzausstattung ermögliche es Rewe daneben aber auch, gut aus eigener Kraft weiter zu wachsen, sagte Vorstandschef Alain Caparros. 2016 will der Edeka-Rivale die Investitionen in modernere Märkte, Sortimente, Eigenmarken, neue Konzepte und den Online-Handel auf mehr als 1,6 Milliarden Euro von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2015 erhöhen.

Bei der per Ministererlaubnis genehmigten Fusion der Konkurrenten Kaiser's Tengelmann und Edeka sieht Caparros noch einen kleinen Hoffnungsschimmer. "Es gibt da noch die eine oder andere Schlacht, die noch nicht endgültig entschieden ist." Der Zug sei vorerst abgefahren, nun bleibe abzuwarten, wie das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheide. "Vielleicht werden wir da Glück haben." Rewe hat Beschwerde gegen die Ministererlaubnis eingereicht. Der Konzern hatte selbst ein Angebot für die Übernahme von Kaiser's Tengelmann vorlegt, das auch Zusagen zur Sicherung aller Arbeitsplätze umfasste.

2015 sattelte Rewe trotz des harten Preiskampfes in der Branche dank seiner Supermärkte und wieder schwarzer Zahlen bei seinem Discounter Penny in Deutschland erneut drauf. "Wir haben unsere Planungen für das vergangene Geschäftsjahr deutlich übertroffen", sagte Caparros. Vor allem die starke Nachfrage am Heimatmarkt im Schlussquartal habe sich bemerkbar gemacht. Ausgezahlt hätten sich auch die Investitionen in moderne neue Läden. Auch im neuen Jahre habe sich das Wachstum in allen Geschäftsbereichen fortgesetzt.

2015 steigerte der Konzern nach vorläufigen Zahlen im fortgeführten Geschäft - ohne Penny Bulgarien und die an Carrefour verkauften rumänischen Billa-Filialen - den Umsatz um 3,6 Prozent auf 43,7 Milliarden Euro. Hierin nicht berücksichtigt sind die Erlöse der selbstständigen Einzelhändler und der nicht voll-konsolidierten Beteiligungen. Operativ legte das Ergebnis (Ebita) um zwölf Prozent auf 587 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verbesserte sich der Gewinn um 22 Prozent auf 383 Millionen Euro.

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