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Einzelhandel Karstadt-Zahlen machen Mut

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Zweifel bleiben

Wenn für Karstadt-Chef Andrew Jennings alles nach Plan läuft, soll es 2016 zum Showdown zwischen den Dauerkonkurrenten Karstadt und Kaufhof kommen. Quelle: dpa

Ob derlei Zahlenspiele wirklich aufgehen, ist allerdings fraglich. Die Zahlen gelten selbst unter Karstadt-Aufsichtsräten zumindest von 2013 an als „sportlich“. Und Jennings’ Versprechen, alles zu tun, „um den Kunden zu begeistern“, ist bei den Verbrauchern offenbar noch nicht wirklich angekommen. Zumindest lassen sich die Ergebnisse einer breit angelegten Studie der Düsseldorfer Unternehmensberatung OC&C so interpretieren. Demnach rangiert Kaufhof in der Publikumsgunst auf Platz 30 der 65 wichtigsten deutschen Händler, Karstadt schafft es nur auf Platz 49.

Das Fazit der Experten fällt für beide Kaufhauskonzerne jedoch gleichermaßen skeptisch aus: „Service und Beratung oder gar ein Einkaufserlebnis finden in vielen Warenhäusern nicht mehr statt. Was ist da das Leistungsversprechen, mögen sich viele Kunden fragen.“ Selbst in Befragungskategorien wie Service – klassischerweise ein Bereich, in dem Kaufhof und Karstadt punkten sollten – ist inzwischen das Online-Warenhaus Amazon laut OC&C das Maß aller Dinge.

Einnahmen erhofft, Ausgaben sicher

Jenseits der strukturellen Verschiebungen ins Internet-Geschäft, könnten auch die sich abzeichnenden Konjunkturturbulenzen die Shoppinglust der Verbraucher im kommenden Jahr bremsen und so auf die Essener Wachstumspläne durchschlagen. Jennings’ Strategieprogramm, das zum Beispiel neue Designermarken in den Regalen, eine Straffung des Sortiments und eine erfolgsabhängigere Bezahlung der Mitarbeiter vorsieht, dürfte zwar umsatzbelebende Wirkung entfalten, größere Nachfrageeinbrüche aber bestenfalls abfedern.

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    Ist die Wachstumsseite der Strategie noch mit vielen Fragezeichen verbunden, herrscht auf der Kostenseite Gewissheit. So werden die Mieten, die Karstadt in den kommenden Jahren zahlen muss, von derzeit 326 Millionen Euro bis zum Jahr 2016 auf 373 Millionen Euro steigen.

    Auch der Investitionsbedarf bleibt hoch. 22 Filialen hat Jennings bisher umbauen und modernisieren lassen. Insgesamt betreibt Karstadt aber noch immer 120 Sport- und Warenhäuser, darunter zahlreiche Häuser, die eher museale Aspekte des Einkaufens betonen, als den Konsumrausch der Kundschaft zu befördern.

    Angesichts der Aufgabe mutet das Investitionsbudget mit 74 Millionen Euro für das Jahr 2012 recht übersichtlich an. Auch in den Folgejahren sind ähnliche Beträge fällig, die allesamt aus dem Cash-Flow finanziert werden sollen.

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