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Ende des Hypes Die große Outdoor-Sause ist vorüber

Die Zeit der Rekorde am milliardenschweren Outdoor-Markt ist vorerst zu Ende. Nach Jahren der Euphorie kämpft die Branche mit Wetterkapriolen und gesättigten Märkten. Die Leitmesse OutDoor steht im Zeichen der Konsolidierung.

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Vom 11. - 14. Juli findet zum 20. mal die Fachmesse

Aussteiger mit langen Haaren und wenig Geld, die monatelang mit dem Fahrrad durch ferne Länder fuhren: 1994, im Gründungsjahr der OutDoor Messe in Friedrichshafen, waren diese Globetrotter noch die typische Klientel der Branche. Die Zeiten sind vorbei. Auf der zwanzigsten Ausgabe der europäischen Leitmesse für die Draußenbranche, die vom 11. bis 14. Juli in Friedrichshafen am Bodensee stattfindet, würde die Zielgruppe von damals wirken wie Robinson Crusoe auf einem Kreuzfahrtschiff.

Outdoor-Industrie und Handel haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen rasanten Wandel vollzogen. Aus einem Angebot von und für Spezialisten ist ein gewinnträchtiger Massenmarkt geworden. Outdoor ist heute quer durch alle Bevölkerungsschichten ein gesellschaftlicher Trend. Vor allem der Bereich Bekleidung, der gut die Hälfte des Marktvolumens ausmacht, hat davon enorm profitiert: Funktionsjacken werden von Menschen getragen, die Zeit ihres Lebens nie ein Zelt von innen gesehen haben.

Die größten Outdoor-Ausrüster
Peter Schöffel Quelle: AP
Mountainbiker Quelle: PR
Frau mit Zelt Quelle: dpa/dpaweb
MammutObwohl die Schweizer bei der Händlerkette Intersport zu den meist verkauften Marken gehört lief es beim Outdoor-Ausrüster Mammut im vergangenen Jahr nicht zufriedenstellend. Der hohe Kurs des Franken verhagelte die Bilanz, und das obwohl die Firma in Deutschland ein zweistelliges Umsatzplus verbuchen konnte. Wegen des hohen Kurses lief auch das Geschäft im Heimatmarkt schlecht, denn die heimischen Kunden fuhren lieber ins nahe Ausland um einzukaufen. „Wir mussten die Preise in der Schweiz deshalb zwischen zehn und 15 Prozent senken", klagte Firmen-Chef Rolf Schmid in einem Interview. So ist der Umsatz 2011 um fast fünf Prozent auf 211 Millionen Franken gesunken. Quelle: dpa
Adidas-Zentrale Quelle: dapd
Steilwandkletterer Quelle: Screenshot
Jack WolfskinDer größte deutsche Hersteller von Outdoor-Bekleidung profitiert von den aufstrebenden Märkten in Asien. Die guten Geschäfte dort haben den Umsatz in Fernost 2011 mehr als verdoppelt. Weltweit stieg der Umsatz um 22,5 Prozent auf 355 Millionen Euro. Im europäischen Ausland sei der Umsatz ebenfalls überproportional gestiegen, heißt es vom Unternehmen aus dem hessischen Idstein im Taunus. Wie die meisten Unternehmen der Branche macht Jack Wolfskin zum Gewinn keine Angaben. Auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um fast zehn Prozent gewachsen. Im zweiten Quartal könnte das schon anders aussehen. Im Sporteinzelhandel gehen die Geschäfte mit Jacken, Hosen und Rücksäcken von Wolfskin weniger gut. Andreas Rudolf, Geschäftsführer der Händlervereinigung Sport 2000 gegenüber dem Handelsblatt: "Die haben bei uns zweistellig an Umsatz verloren. " Wolfskin hat seit einem Jahr keinen Chef mehr. Der langjährige Vorstandschef Manfred Hell verließ das Unternehmen als der Finanzinvestor Blackstone Wolfskin übernahm. Quelle: dpa/dpaweb

Zu jedem Outdoor-Hobby gibt es die passende Mode, die für Insider-Status sorgt. Auch die Strukturen haben sich verändert. Kleine, inhabergeführte Ideenschmieden sind seltener geworden, seit Finanzinvestoren und große Konzerne in den lange als Randthema belächelten Markt eingestiegen sind. Denn der ist längst kein Nische mehr: Zehn Milliarden Euro hat die Branche 2011 in Europa umgesetzt, ein Viertel davon allein in Deutschland. Mit dem Boom der Outdoor-Industrie ist auch die Messe gewachsen: 913 Aussteller und 21.000 Fachbesucher werden 2013 erwartet. Damit haben sich die Aussteller- und Besucherzahlen seit dem Gründungsjahr 1994 jeweils nahezu vervierfacht.

Doch 2013 ist trotz des Messejubiläums kein Jubeljahr für die Branche. Schon im Vorjahr haben sich die bis dahin starken Zuwächse abgeschwächt. "Nach dem hohen Wachstum der vergangenen fünf Jahre, die teilweise zweistellig waren, sehen wir nun eine Konsolidierung im Markt", sagt Daniel Streuber, Sprecher von Jack Wolfskin. Mit 351 Millionen Euro habe der konsolidierte Umsatz 2012 nahezu die gleiche Höhe wie im Vorjahr erreicht. Rückgänge verzeichnete Jack Wolfskin vor allem im Bereich Schuhe (minus acht Prozent), der Bereich Ausrüstung wuchs dagegen um fünf Prozent, während der Umsatz mit Bekleidung konstant blieb. Die Idsteiner - die Firma sitzt seit 1997 im Taunus - haben letztes Jahr zu spüren bekommen, wie empfindlich die Kundschaft reagiert.

Im Oktober 2012 verunsicherte die Umweltorganisation Greenpeace Fans der Marke mit einem Bericht über vermeintlich krebserregende Stoffe in Jacken von Jack Wolfskin. Seither ist in den Imagewerten, die das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov aus Köln erhebt, ein leichter Abwärtstrend zu beobachten - wenn auch auf hohem Niveau. Die Marke erreicht immernoch 70 von 100 möglichen Punkten.

Vaude-Chefin: "Gegen den Trend wachsen"

Auch Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude, hält die Euphorie der letzten Jahre für beendet: „Nach einigen sehr starken Jahren, auch während der Wirtschaftskrise, ist im Outdoor-Markt eine gewisse Stagnation festzustellen“. Das eigene Unternehmen mit den Marken Edelrid und Vaude sei laut von Dewitz aber weiterhin auf Erfolgskurs: „Für das laufende Jahr peilen wir ein zweistelliges Wachstum an. Damit bewegen wir uns klar entgegen dem Trend.“ Rolf Reinschmidt, Chef der Outdoor-Sparte von Adidas, sieht die momentane Flachetappe als Zyklus eines langfristigen Wachstumsprozesses: "Dass es zu Phasen kommt, in denen sich das Wachstum verlangsamt, ist ein normaler Prozess. Langfristig wird Outdoor global wie in Europa wachsen, davon bin ich überzeugt."

Gründe für das Ende des Hypes

Neuheit auf der OutDoor: Bei allen Schuhen der Identity-Serie kann Meindl genau sagen, von welchem Bio-Rind, von welchem Bio-Hof aus dem Salzburger-Berchtesgadenerland oder dem Chiemgau, durch den lokalen Schlachter ‚Alpenrind’ und die deutsche Gerberei ‚Heinen’ der Schuh kommt. Quelle: Presse

Mehr Realitätssinn fordert dagegen Bernd Kullmann, Geschäftsführer von Schwan Stabilo Outdoor, der Dachmarke von Deuter und Ortovox, und Vizepräsident des internationalen Branchenverbands European Outdoor Group: "Die wirtschaftlich starken Märkte wie Deutschland sind gesättigt und es bedarf großer Anstrengungen, um hier Anteile zu gewinnen und Wachstum zu generieren. Wir sollten das realistisch beurteilen und ein mäßiges, aber solides Wachstum anstreben", so Kullmann.

Die Sättigung der Märkte auf der einen, das launische Wetter auf der anderen Seite: Die Gründe für das Abflauen des Hypes sind vielschichtig und wirken sich bei den Unternehmen unterschiedlich aus. "Mehr als der volkswirtschaftlichen Großwetterlage unterliegen wir zeitlichen Verschiebungen aufgrund des Wetters", sagt Hannes Mayer, Verkaufsleiter von Edelrid. Der späte Winter hat viele Händler bei den Vorordern für die kommende Saison zurückhaltend werden lassen. Auch das extrem nasse Frühjahr war vielerorts kein Segen für den Abverkauf im Handel und bremste vor allem in den Schönwettersportarten das Vororder-Volumen. "Für den Bereich Bike hat sich das Wetter negativ ausgewirkt", sagt Vaude-Chefin Antje von Dewitz, "für unseren Outdoor-Bereich dagegen positiv."

Das sind die besten Outdoor-Apps
Die Pollen-App von Hexal und Novartis zeigt, wo die Pollen aktuell in Deutschland überall herumfliegen - und das schon sechs Tage im Voraus für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sie wird alle drei Stunden automatisch aktualisiert. Die App informiert außerdem per Push-Mitteilung, sobald die Pollenbelastung zunimmt. Sie ist für das iPhone erhältlich. Wirksame Tipps im Kampf gegen die Pollen finden Sie außerdem hier.
Der Outdoor Atlas arbeitet mit kostenlosem Kartenmaterial von OpenStreetMap und der OpenCyleMap - einmal geladenes Material bleibt auf dem Smartphone gespeichert, so dass die Navigation auch ohne Internetverbindung möglich ist. Besonders geeignet ist diese App für Wanderer, Fahrradfahrer und Geocacher. Die App läuft auf Googles Betriebssystem Android.
Sie brauchen noch Hilfe für die Planung des nächsten Camping-Urlaubs? Vielleicht hilft Ihnen die "ADAC Camping- und Stellplatzführer 2013" für das iPhone. Hier werden auch Fragen beantwortet, wie etwa: An welchem Campingplatz gibt es WLAN und wo darf ich meinen Hund mitnehmen?
Hilfreich für alle Campingfreunde: iCampSites liefert die umliegenden Campingplätze in einer langen Liste.
Mit dieser Grill-App kann gar nichts mehr schief gehen: Sie zeigt genau an, welches Grillgut wie lange und wo auf dem Grill platziert werden sollte - und das mit dem von Ihnen gewünschten Garergebnis. Fisch und vegetarische Leckereien finden ebenso Berücksichtigung wie Burger oder Steak. Die App kostet 1,59 Euro und ist erhältlich für Android-Handys.
Mehr als 1000 Rezepte für Cocktails bietet diese App: Neben der Cocktail-Suche kann auch direkt nach Zutaten gesucht werden. Das Teilen in sozialen Netzwerken, wie auch das Abspeichern der Lieblingscocktails ist möglich. Die Cocktail-App steht in ihrer kostenpflichtigen Version auch offline zur Verfügung, ansonsten braucht es eine Internetverbindung.
Diese Wetter-App ist kostenlos. Die Vorhersagen sind präzise, schreibt zumindest Chip Online in einem Test, wo die App Platz zwei belegt. Es gibt diese App sowohl für Android-Smartphones als auch für das iPhone, WindowsPhone und Blackberry.

Mit den Launen des Wetters wird die Branche leben müssen. Welche Trends und Innovationen dagegen die neue Saison bestimmen werden, zeigt sich dieser Tage in den Friedrichshafener Messehallen. Bunt geht es dort zu. Wie in den vergangenen Jahren dominieren knallige Farben, Multicolor-Prints und Grafikmotive. "Dominierend bei den Herren sind leuchtendes Grün und Gelb, für die Damen haben wir ein sattes Pink entworfen", erklärt etwa Lisa Helmreich, PR-Sprecherin des norwegischen Bergsportausrüsters Norrona das Farbkonzept der Sommerkollektion 2014. Poppiges ist auch bei den anderen Herstellern kaum wegzudenken. Bereits in die Namen der Farben stecken die Unternehmen mittlerweile viel Arbeit: Fruity Pink, Setting Sun, Fairytale Green oder Bloody Red - Abenteuer-Feeling fängt heute schon beim Farbton an.

Nicht nur immer bunter, auch immer leichter wird das Outdoor-Angebot. Der Kärntner Schlafsack-Anbieter Carinthia  präsentiert zum Beispiel einen ultraleichten Daunenschlafsack, der nur 670 g auf die Waage bringt und dabei Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius trotzen soll. Selbst Hochgebirgsschuhe sind heute als Fliegengewichte erhältlich: So wiegt der Trango Cube Gore-Tex des italienischen Schuhspezialisten La Sportiva pro Paar nur 1350 Gramm – und soll trotzdem voll steigeisentauglich sein. Auch im Bereich der Hartware ist der Trend zur Leichtigkeit längst noch nicht ausgereizt: Edelrid, deutscher Seil- und Hartwarenhersteller aus dem Allgäu, will etwa auf der OutDoor das aktuell dünnste und leichteste Einfachseil vorstellen.

Absage an Amazon & Co.

Die besten Unterwasser-Digicams und Camcorder
Panasonic HX-A100Sehr kompakte wassserdichte Actionkamera mit Full-HD-Auflösung und Zeitlupenfunktion HighlightsWasserdicht bis 1,5 Meter Wi-Fi-Modul 160 Grad Weitwinkel-Objektiv Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde Zeitlupenfunktion mit bis maximal 240 Bildern pro Sekunde Preis: 299 Euro Panasonic HX-A100 Quelle: Presse
Sony HDR-AS15 Action-CamSony ist erst sehr spät, im Sommer 2012, ins Geschäft mit den Action-Cams eingestiegen. Die HDR-AS15 orientiert sich in Features, Ausstattung und Preisgestaltung an etablierten Mitbewerbern wie der HD Hero von Marktführer Gopro. Ein Zeiss-Objektiv und der Exmor-Bildsensor versprechen gute Bildqualität. HighlightsFull HD-Videos und Zeitlupe mit 120 Bildern pro Sekunde Bildsensor mit 11,9 Megapixel Wi-Fi-Modul AufnahmeUnterwassergehäuse bis 60 Meter Mikrofonanschluss Preis: 299 Euro Sony HDR-AS15 Quelle: Presse
Sony Full-HD-GW66VEDer Nachfolger von Sonys GW55VE ist nahezu identisch mit dieser, bietet aber eine Tauchtiefe von 10 statt 5 Metern. Die GW66VE ist ab Juni erhältlich. HighlightsTouchscreen-Display Steadyshot-Technik gegen Verwacklungen Exmor-R-Sensor mit 20,4 Megapixel leistungsfähiges Objektiv mit 10fach-Zoom (29,8 – 298 Millimeter, entsprechend Kleinbild) Full-HD (1920 x 1080) mit 50 Bildern pro Sekunde GPS-Funktion Preis: 479 Euro Sony Full-HD-GW66VE Quelle: Presse
Panasonic HX-WA30Robuster Camcorder mit ungewöhnlichen Design, vielen Videoeffekten und Superzeitlupe. HighlightsWasserdicht (10 Meter), stoßgeschützt (1,5 Meter Fallhöhe) staubgeschützt, frostsicher (minus 10 Grad) 1/2,33 Zoll MOS-Sensor mit 16 Megapixel 12 Videoeffekte Serienbildfunktion mit 10 Bildern pro Sekunde Wi-Fi-Modul Zeitlupe mit 120 fps (1280x720), 240 fps (640 x 360) oder 480 fps (320 x 480) drehbarer LCD-Monitor Fernsteuerungs-App für Smartphones Preis: 349 Euro Panasonic HX-WA30 Quelle: Presse
Panasonic DMC-FT25Die FT25 ist die einfachere Variante der FT5. Der Käufer bekommt eine solide Unterwasserkamera ohne technische Spitzenleistungen, aber mit guter Bildqualität und durchdachter Bedienung. Highlightswasserdicht (7 Meter), stoßgeschützt, frostsicher (minus 10 Grad) 16,1 Megapixel-CCD-Sensor Leica DC-Vario-Objektiv mit 4fach-Zoom 25 – 100 Millimeter (entsprechend Kleinbild) HD-Video (1280 x 720) Preis: 219 Euro Panasonic DMC-FT25 Quelle: Presse
Fujifilm Finepix XP60Fujifilm gehört zu den ersten Hersteller, die Unterwasser-Digicams im Sortiment haben. Die Finepix XP60 gibt es in fünf Farben (Rot, Blau, Schwarz, Gelb, Grün). Das Datenblatt weist sie als preisgünstige Digicam mit ordentlichen Leistungsdaten aus. HighlightsCMOS-Sensor mit 16 Megapixel wasserdicht bis 6 Meter, frostsicher 5fach-Zoom 28 – 140 mm (entsprechend Kleinbild) Serienaufnahme mit 10 Bildern pro Sekunde ISO-Wert bis 64000 Full-HD-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde Preis: 179 Euro Fujifilm Finepix XP60 Quelle: Presse
Fujifilm Finepix XP150Fujifilms XP150 ist besonders robust, bis zu zehn Meter wasserdicht und bietet auch eine GPS-Funktion. Die Leistungsdaten sind aber nicht bessser als die der XP60. Highlights1/2,3 Zoll CMOS-Sensor mit 14,4 Megapixel Fujinon-Objektiv mit 5fach-Zoom Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde Preis: 249 Euro Fujifilm Finepix XP150 Quelle: Presse

Während das ultraleichte Kletterseil vor allem auf den Wettkampfbereich zielt, unterstreicht eine weitere Messeneuheit die stärkere Ausrichtung des Marktes auf neue Zielgruppen. Mit einem Klettersteigset, das bis zu einem Körpergewicht von 140 kg geeignet ist, will Edelrid auch schwere Menschen an den Felsen bringen, denn einzelne Bergsportdisziplinen sind längst Breitensport geworden. Vor allem Klettern und Klettersteiggehen haben in den letzten Jahren enorm geboomt, was Herstellern und Handel sehr gute Geschäfte beschert hat. "In den letzten fünf Jahren hat sich unser Umsatz mehr als verdoppelt", sagt Edelrid-Verkaufsleiter Hannes Mayer. Dabei sind Gurt oder Helm längst mehr als reine Schutzausrüstung. "Das Auge kauft auch bei der Hartware mit", sagt Mayer. "Helm, Gurt und Textil - alles muss gut zusammen passen."

Handel



Neben dem richtigen Look entscheiden immer mehr auch die Authentizität der Marke und Nachhaltigkeit über den Erfolg im Outdoor-Geschäft. Während Adidas als weltbekannter Sportartikelhersteller viel Geld für Werbekampagnen mit Imageträgern wie den Extremkletterern Alexander und Thomas Huber investiert, um eine glaubwürdige Outdoor-Kompetenz aufzubauen, generieren Nischenanbieter gerade aus ihrer Verwurzelung in der Szene Authentizität und Wachstum. Monkee Clothing, ein Label aus Nürnberg, hat sich zum Beispiel mit Hosen und Shirts fürs Klettern und Bouldern, dem Klettern in Absprunghöhe, einen Namen gemacht. „Wir sind authentisch, weil wir selbst Boulderer sind und die Bedürfnisse der Zielgruppe flexibel berücksichtigen können“, sagt Monkee-Chefin Marion Hett. Dazu kommt das Bekenntnis zu sozialverträglicher und umweltfreundlicher Produktion: Wer ein Teil der Kollektion kauft, setzt ein Zeichen für fairen Handel und den Schutz von Affen. "Mit den verkauften Produkten unterstützen wir den Dian-Fossey-Gorilla-Fund", so Hett. "Für viele Kunden ist Nachhaltigkeit nach dem Gefallen das zweite Kaufkriterium, noch vor dem Preis."

Geht der Trend im Outdoor-Markt also zurück zu kleinen Ideenschmieden, in denen der Chef jedes Produkt selbst entwickelt und getestet hat? Oder wird die Marktmacht der Konzerne weiter zunehmen, weil nur teure Kampagnen das Quäntchen Vorsprung im Ringen um Marktanteil und Markenexklusivität bringen? Abzusehen ist, dass es für Anbieter mit weniger scharfem Profil und austauschbarem Image immer schwieriger wird. Dass die Bedingungen rauer werden, zeigt die aktuelle Ankündigung der großen Marken Deuter, Lowa und Mammut den Handel mit ihren Produkten auf Internetplattformen wie Amazon zu unterbinden. Ihre Produkte seien sehr beratungsintensiv, so die offizielle Begründung der Hersteller für diese wettbewerbsrechtlich heikle Beschränkung. Klar ist: Die Sorge um das Image der Marken ist groß und ein Preiskampf soll unbedingt vermieden werden.

Wie sich das Nebeneinander von Internetverkauf und stationärem Handel weiter entwickeln soll, wie die Geschäfte trotz geschrumpfter Erwartungen in der Zukunft solide wachsen können - das wird neben Trends, Innovationen und viel aufwendig inszeniertem Outdoor-Feeling das Thema der nächsten Tage auf der OutDoor in Friedrichshafen sein.

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