Enttäuschende Handelsdaten Chinas Außenhandel geht weiter zurück

Die Konjunkturabkühlung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist noch nicht zu Ende. Geringere Rohstoffpreise und eine stagnierende Nachfrage ließen Chinas Ein- und Ausfuhren im Oktober erneut sinken.

Fabers düstere Prognose für China
Marc Faber Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Rio de Janeiro Quelle: dapd
Kupfermine in Chile Quelle: IVAN ALVARADO
Taipeh 101 Quelle: dpa/dpaweb
Casino in Macau Quelle: REUTERS
Louis Vuitton in Shanghai Quelle: AP
Transformator Quelle: REUTERS
Stahlarbeiter Quelle: REUTERS
MACDONALD'S Quelle: AP

PekingEnttäuschende Handelsdaten aus China haben die Sorgen vor einer schärferen Abkühlung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA geschürt. Zugleich heizten sie Spekulationen über weitere geldpolitische Schritte an. Die Volksrepublik hat bereits mehrfach die Zinsen gesenkt.

Die Exporte fielen im Oktober nach Angabe des Zollamtes vom Sonntag um 6,9 Prozent. Dies ist das vierte Minus hintereinander. Vor allem die Ausfuhren in Industrieländer wie Japan und Mitglieder der Europäischen Union waren dafür verantwortlich. Die Importe nahmen sogar um 18,8 Prozent ab.

Unter dem Strich wies das Reich der Mitte damit einen Rekord-Handelsüberschuss von 61,64 Milliarden Dollar aus. Aufs Jahr hochgerechnet sind die Importe und Exporte in den ersten zehn Monaten um 8,5 Prozent gesunken. Das von der Regierung ausgegebene Ziel hatte bei einem Plus von sechs Prozent gelegen.

„Diese Handelszahlen deuten nicht auf eine Belebung der Inlandsnachfrage im Oktober hin“, sagte der Experte Louis Kuijs von der Analysefirma Oxford Economics. Analysten hatten im Schnitt mit geringeren Einbrüchen im Oktober gerechnet. Sie schrieben die geringeren Ein- und Ausfuhren unter anderem auf stark gesunkene Rohstoffimporte zurück, die ein Schlaglicht auf die Schwäche in Schlüsselindustrien wie dem Bau und bei Immobilien werfen.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

So importierte China zwar erheblich größere Mengen an Rohöl und Sojabohnen, weil diese aber deutlich billiger sind als vor einem Jahr, zahlten die Importeure dafür erheblich weniger. Bei Kohle, Stahl, Aluminium und Kupfer gingen allerdings auch die Materialmengen zurück – ein deutliches Zeichen für die lahmende Wirtschaft.

Zuletzt hatte auch der für China immer wichtiger werdende Dienstleistungssektor etwas an Schwung verloren. „Wir halten es für unwahrscheinlich, dass der Handel auf kurze Sicht die Dynamik verändern kann. Der Renminbi-Wechselkurs wird deswegen unter Abwärtsdruck stehen, besonders da die US-Notenbank eine Anhebung in naher Zukunft andeutet“, sagte Commerzbank-Analyst Zhou Hao.

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Ängste vor einer drastischen Wirtschaftsabkühlung hatten im Sommer die Börsen einbrechen lassen und zu einer Abwertung der Landeswährung Yuan geführt. Um den Abschwung zu bremsen, hat die chinesische Zentralbank binnen eines Jahres sechs Mal ihren Leitzins gesenkt, zuletzt im Oktober.

Erst Anfang November hatte Präsident Xi Jinping erklärt, die Entwicklung solle sich künftig nicht nur auf die reine Wachstumsrate konzentrieren, sondern vielmehr auf die Qualität.

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