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Erich Harsch Warum der dm-Chef nichts vom Online-Handel hält

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Dm und der Online-Shop

Sie spielen keine Szenarien durch?

Natürlich überlegen wir, wohin die Reise gehen soll, aber wir entwerfen keine detaillierten Risikopläne. Das Wichtigste ist, dass wir handeln, wenn es so weit ist – situative Geistesgegenwart heißt das bei uns. Wenn man darauf wartet, dass etwas passiert, wofür man das passende Konzept in der Schublade hat, muss man lange warten. Die Realität hält sich selten an Pläne. Wir sorgen lieber dafür, dass wir Mitarbeiter haben, die dann eigenverantwortlich und rasch handeln, wenn die Situation das erfordert. Bisher hat das gut funktioniert. dm ist in den vergangenen Jahren mit zweistelligen Prozentwerten gewachsen.

Wie lange können Sie das Tempo halten?

Auf Dauer wird die Dynamik nachlassen, aber noch ist der Umsatztrend ungebrochen. Wir werden auch in diesem Geschäftsjahr rund 170 neue Märkte in Deutschland eröffnen. Das gibt uns Rückenwind. Dabei ist Wachstum gar nicht unser Ziel, sondern entsteht quasi nebenbei. Unser Ansatz ist es, das zu tun, was für unsere Kunden das Beste ist. Wenn wir das richtig machen, ist Wachstum die logische Folge.

Schon heute gibt es an jeder Ecke einen Drogeriemarkt, allein dm hat rund 1620. Wie viel Platz sehen Sie in Deutschland noch für zusätzliche dm-Märkte?

Vor fünf Jahren habe ich die Prognose gewagt, dass für dm in Deutschland rund 2200 Standorte infrage kommen. Das war aus heutiger Sicht zu kurz gegriffen. Allein durch das Aus von Schlecker hat sich die Zahl der möglichen Standorte stark erhöht. Insofern bin ich heute vorsichtig mit solchen Aussagen. Es gibt einfach zu viele Variablen: Drängen neue Wettbewerber in den Markt, oder verschwinden weitere Anbieter? Und was ist mit dem Online-Handel?

Kaufen Sie denn selbst im Internet ein?

Ab und zu bestelle ich im Netz, aber keine Lebensmittel oder anderen Güter des täglichen Bedarfs. Meine Frau ist da aktiver, sie hat sich vor einiger Zeit sogar ein Dirndl online bestellt. Das zeigt: Wer leugnet, dass die Online-Welt einen steigenden Einfluss hat, erkennt die Realität nicht. Es wird Veränderungen geben, offen ist aber, in welchem Ausmaß und in welcher Geschwindigkeit sich das Geschäft wandelt.

Warum betreibt dm dann nicht längst einen Online-Shop wie Ihre Wettbewerber Rossmann und Müller?

Im Lebensmittel- und Drogeriegeschäft sieht es derzeit eher nach einer langsameren Veränderung aus. Im Übrigen betreibt dm einen Online-Shop – in Österreich.

Der bringt Ihren Kunden in Deutschland wenig. Wann starten Sie hier?

Wir beobachten kontinuierlich. Wir müssen schauen, wie sich dieser Bereich verändert. Deshalb kann ich kein Datum nennen.

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