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Erstnotierung über 90 Dollar Alibaba schafft größten Börsengang der Welt

Der chinesische Onlineriese Alibaba hat in New York den bislang größten Börsengang gestemmt - und übertraf den Ausgabepreis locker.

Der chinesische Onlineriese Alibaba hat in New York den bislang größten Börsengang der Welt gestemmt. Bei der Erstnotierung sprang die Aktie am Freitag zum Handelsstart überraschend deutlich auf 92,70 Dollar. Der Ausgabepreis hatte bei 68 Dollar gelegen, Experten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Kurssprung von zehn bis 15 Prozent gerechnet.

Im Anschluss nahm er sogar Kurs auf die 100-Dollar-Marke. Die Börse jubelte, als Firmengründer Jack Ma sich freudestrahlend auf dem Parkett zeigte.

Alibabas Aktienpremiere ist ein Projekt der Superlative: 320 Millionen Anteilsscheine zum Ausgabepreis von 68 Dollar. Emissionserlös 21,8 Milliarden Dollar. Wenn Investmentbanken ihre Zeichnungsrechte ausüben, steigt das Volumen bis auf 25 Milliarden Dollar.

Die größten Börsengänge weltweit
Telekom Quelle: dapd
Platz 10Japans Telekommunikations-Riese Nippon Tel ging bereits 1987 an die Börse und nahm 15,3 Milliarden Dollar ein. 1999 wurde der Konzern umstrukturiert und ging in der NTT Communications Corp auf. Im Bild NTT-Präsident Masanobu Suzuki. Quelle: AP
General Motors Quelle: dpa
Facebook Quelle: dpa
Platz 7Der italienische Energieversorger Enel SpA beschäftigt über 58.000 Mitarbeiter. Bei seinem Börsengang im Jahr 1999 konnte der Konzern 16,5 Milliarden Dollar einsammeln. Quelle: REUTERS
Platz 6Ein Blick auf den AIA-Turm in Hong Kong. Die asiatische Sparte des US-Versicherers AIG nahm bei seinem Börsengang im Oktober 2010 17,8 Milliarden Dollar ein. Quelle: REUTERS
visa Quelle: dapd

Der Leitindex Dow Jones Industrial kletterte am Freitag auf den höchsten Stand seiner Geschichte. Zuletzt notierte der Leitindex noch über 17.300 Punkten.

Der Andrang auf Alibaba war gewaltig: Die Aktienbörse war am Freitag mit Bannern des chinesischen Onlinekonzerns geschmückt, davor drängten sich die Journalisten um Firmengründer Jack Ma und sein Team.

Das „Krokodil vom Jangtse“ verzichtete jedoch darauf, persönlich die Börsenglocke zum Handelsstart zu läuten. Stattdessen ließ der Konzernchef acht Alibaba-Kunden den Vortritt, um das Firmenmotto „Customers first“ symbolisch zu untermauern.

Die bislang größten Börsengänge in den USA gelangen der Kreditkartenfirma Visa 2008, dem Autobauer General Motors bei seinem Neustart 2010 und Facebook im Jahr 2012. Weltweit liegt die Agricultural Bank of China bislang an der Spitze.

Alibaba wird an der Wall Street trotz seiner Größe ein Exot sein. Außerhalb Chinas war der Konzern bislang vergleichsweise unbekannt. Die Konzernstruktur mit etlichen Beteiligungsverzweigungen und verstrickten Eigentumsverhältnissen ist für Außenstehende nur schwer zu durchblicken. Außerdem kritisieren Analysten die Machtballung im engen Führungszirkel um Gründer Jack Ma.

Börsenneuling Alibaba im Check

Trotzdem war die Nachfrage der Investoren nach den Aktien bereits im Vorfeld des Börsengangs so riesig, dass der Konzern das obere Ende der Preisspanne für seine Anteilsscheine am Dienstag erhöht hatte. Am Ende war der Ausgabepreis auf 68 Dollar festgelegt worden.

Mit Sondersendungen im Fernsehen und Sonderausgaben von Zeitungen warem Millionen Chinesen auf den Börsengang eingestimmt worden. Stunden vor dem erwarteten Aktiendebüt in New York verfolgten knapp 23 Millionen Nutzer Diskussionen um Chancen und Risiken von Alibaba auf Chinas größtem Mikroblog Sina Weibo. Gleichzeitig gab es jedoch auch Kritik. Wegen der strengen Kapitalverkehrskontrollen ist es den meisten Chinesen nicht möglich, Aktien im Ausland zu kaufen. Ein Nutzer kritisierte online: „Das ist doch paradox: Eine chinesische Firma geht an die Börse, und Chinesen können nicht mitbieten.“

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