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Ex-Geschäftsführer Geheimnisse aus dem Aldi-Imperium

Eberhard Fedtke, ehemaliger Geschäftsführer bei Aldi Nord, gibt in seinem Buch „Aldi-Geschichten“ bislang unbekannte Interna preis. Und berichtet Persönliches über die verschwiegenen Gründer Karl und Theo Albrecht.

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Eberhard Fedtke war früher Geschäftsführer bei Aldi Nord. Quelle: dapd

Handelsblatt: Herr Fedtke, Ihr Buch „Aldi-Geschichten“ ist seit sechs Wochen im Handel erhältlich. Wie läuft der Verkauf?

Eberhard Fedtke: Ausgezeichnet, es war nach wenigen Tagen ausverkauft. Auch in diesem Jahr erhoffe ich mir einen guten Absatz, denn das Buch kommt gerade recht zum 50-jährigen Bestehen von Aldi. 1962 öffnete der erste Markt in Dortmund. Dabei gab es beim Verlag zunächst Befürchtungen, die Familien Albrecht könnten versuchen, den Verkauf zu stoppen.

Wissen Sie denn, wie die Familien Albrecht über Ihr Buch denken?

Gemeldet hat sich niemand bei mir; auch nicht Karl Junior, der Sohn von Karl Abrecht. Er war damals einer meiner Schüler, als ich in der Schweiz an der juristischen Fakultät der Universität Lausanne Assistent war. Über diese Verbindung bin ich überhaupt erst zu Aldi gekommen. Ab 1967 hatte ich fast täglich mit Karl und Theo Albrechts Angelegenheiten zu tun. Über ein paar Ecken habe ich erfahren, dass die Familien Albrecht zwar nicht erfreut sind über das Buch, es insgesamt aber wohl ganz gut finden.

Wie Aldi groß wurde

Gab es ansonsten Reaktionen?

Ich hätte nie gedacht, dass das Buch so viel Aufmerksamkeit erregen würde. Schließlich stammen meine Erinnerungen aus den 60/70ern und sind alles andere als aktuell. Am Tag der Veröffentlichung stand das Telefon nicht still. Ich habe auch Angebote für mehrere TV-Shows erhalten.

Sie arbeiten bereits an einem zweiten Buch über Aldi .

Ja, ich kann noch so viele Geschichten erzählen. Für das zweite Buch habe ich mir unter anderem die K-Frage vorgenommen: Kinder, Küche, Kirche, Kasse, Karton – das Frauenbild von Aldi in den 60/70ern; als Aldi eine sture Männergesellschaft war und die Karrieren von Frauen an der Kasse endeten. Zudem gibt es noch so manches Detail über Karl und Theo Albrecht, zum Beispiel was die Ferienvorlieben angeht. Theo hatte eine Wohnung in Nizza. Karl fuhr lieber nach Hintertux in Österreich, ins Hotel Rindererhof. Und nicht zuletzt habe ich eine abendfüllende Liste mit weiteren Geschichten zur Zwei-Taler-Fuchtel, den in Sportvereinen traditionellen Strafzahlungen, die bei Aldi damals eingeführt und bei den krudesten Vergehen verhängt wurden. Was ich mich heute noch frage: Was ist mit dem Geld geworden, wie ist das korrekt verbucht worden .. ?

Warum Aldi billig ist

Mussten Sie eigentlich oft bezahlen?

Ja, ich war viele Male der König mit 14 Talern und mehr. Einige Beispiele finden sich im aktuellen Buch, es gibt aber noch viele andere. Ich war als Jurist auch zuständig für die korrekte Produktinformation in den Prospekten. Ich habe dann in der Runde mal vorgeschlagen, einen Werbespruch zu kreieren. Ich nahm Goethe und improvisierte: Über allen Wipfeln ist Ruh, über allen Wipfeln spürst Du kaum einen Hauch. Warte nur, baldi kaufst auch Du beim Aldi. Peinliche Stille, ein arger Aldi-Stilbruch.

Niedrige Preise, gute Qualität, ein begrenztes Sortiment – mit dieser Erfolgsformel schaffte es Aldi zum Discount-Marktführer, das steht auch in Ihrem Buch. Doch Aldi kann, anders als die Konkurrenz, in Deutschland kaum noch wachsen. Was sollte Aldi Ihrer Meinung nach tun?

Ich denke, Aldi könnte das Sortiment in bestimmten Bereichen erweitern; zum Beispiel bezahlbare Feinkost anbieten oder die Palette an Gesundheitsprodukten erweitern. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Aldi irgendwann einmal Benzin, Versicherungen oder Strom verkauft. Chancen gibt es überall dort, wo die Lebenshaltungskosten der Menschen steigen.

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