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Experten-Umfrage Ist Karstadt noch zu retten?

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Welche Eigenschaften sollte der neue Karstadt-Chef mitbringen?

Jörg Funder: Er oder sie braucht viel Feingefühl im Umgang mit den Mitarbeitern, sollte den deutschen Handel kennen und Erfahrung in der Großfläche haben.

Gerrit Heinemann: Er sollte keine weiteren Karriereschritte planen.

Gerd Hessert: Sanierungs- und Handelserfahrung, aber es dürfte schwer werden, einen Kandidaten für die Aufgabe zu finden.

Thomas Roeb, Professor für Handel und Marketing an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Quelle: AP

Thomas Roeb: Durchsetzungskraft, Verhandlungsgeschick und ein paar visionäre Ideen, wie Karstadt zu retten ist.

Joachim Stumpf: Handelsexpertise, Durchsetzungskraft, Erfahrung bei der Verzahnung von Online- und stationärem Geschäft.

Bis wann wird sich das Schicksal von Karstadt entscheiden?

Jörg Funder: Das hängt davon ab, ob neue Finanzmittel zufließen, welche Sanierungsschritte nun eingeleitet werden und wie sich die Warenkreditversicherer verhalten.

Gerrit Heinemann: In der Branche wundern sich viele, dass es Karstadt noch gibt.

Gerd Hessert: Spätestens im Weihnachtsgeschäft wird sich zeigen, wie es weitergeht.

Thomas Roeb: Die Entscheidung kann sich noch über Monate hinziehen. Spätestens nach dem Weihnachtsgeschäft im Frühjahr 2015 wird sich aber abzeichnen, wohin die Reise geht.

Joachim Stumpf: Das wird von der Liquiditätssituation des Unternehmens bestimmt und lässt sich nicht seriös beantworten.

Handel



Kann die Sanierung von Karstadt außerhalb einer Insolvenz gelingen?

Jörg Funder: Kein Kommentar.

Gerrit Heinemann: Ja, wenn ein Investor demnächst einen Milliardenbetrag zur Verfügung stellt. Die Chancen dafür sind jedoch überschaubar.

Gerd Hessert: Ohne Insolvenzverfahren wird es extrem teuer, Miet- und Arbeitsverträge zu beenden. Pro Warenhaus wären Schließungskosten von fünf bis zehn Millionen Euro erforderlich. Woher soll das Geld kommen?

Thomas Roeb: Mit den bevorstehenden Mittelzuflüssen kann sich das Unternehmen zumindest die Zeit erkaufen, um eine echte Sanierung einzuleiten.

Joachim Stumpf: Das hängt von der Bereitschaft des Eigentümers ab, weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen.

Wie hoch schätzen Sie nach derzeitigem Stand die Überlebenschancen von Karstadt ein?

Jörg Funder: Über 50 Prozent (abhängig von zusätzlichen Sanierungsschritten und der Bereitstellung weiterer Eigenkapitalmittel).

Gerrit Heinemann: Über 30 Prozent.

Gerd Hessert: Über 30 Prozent.

Thomas Roeb: 90 Prozent kurzfristig bis zum Frühjahr, 50 Prozent über die nächsten zwei Jahre.

Joachim Stumpf: 20 bis 30 Prozent ohne Investitionen, 70 bis 80 Prozent mit Kapitalspritze.

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