Fernsehhersteller Showdown bei Loewe

Nach dem Scheitern der Loewe-Übernahme durch einen Münchner Investor, muss das Sanierungs-Management des Fernsehbauers einen Notverkauf ausloten und prüft rechtliche Schritte gegen den abtrünnigen Käufer. Der verteidigt im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online seinen Rückzug.

Zwei Mitarbeiter gehen über das Gelände des Elektronikherstellers Loewe AG Quelle: dpa

Die Rettung des TV-Geräteherstellers Loewe schien bereits beschlossene Sache, doch nun ist die Investorengruppe um die  Münchner Gesellschaft Panthera überraschend wieder abgesprungen – und die Lage für den maladen Fernsehbauer gefährlicher denn je.

Der abtrünnige Käufer Panthera gehört je einem Drittel dem Immobilienunternehmer Constantin Sepmeier, dem früheren Unternehmensberater Stefan Kalmund und dem einstigen Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen. Sie wollten Loewe aus der Schutzschirminsolvenz heraus übernehmen und hatten bislang den Eindruck erweckt, alles laufe nach Plan. „Loewe wird zukünftig mit innovativen Premium-Produkten insbesondere jüngere, breite Käuferschichten erschließen“, jubelten die Investoren noch Anfang Februar. Bis 2016 sollte Loewe „TV-Geräte im Wert von mehr als einer Milliarde Euro absetzen“, so die kühne Vision. Montagabend endeten derlei Pläne abrupt - das Investoren-Trio ließ die Übernahme platzen.

Doch warum haben die vermeintlichen Loewe-Retter die Verträge so plötzlich gekappt? Offenkundig gab es Probleme mit den beteiligten Banken. So sollen Sicherheiten, die Loewe zuvor gegen Kredite an die vier zentralen Gläubigerbanken abgetreten hatte, nicht freigegeben worden sein. Primär ging es dabei um die Markenrechte. Der Vorgang überrascht. Auch die Banken dürften ein Interesse daran haben, ihre Sicherheiten zu Geld zu machen. Dass die Kreditinstitute sich quer gestellt haben, sei auf die fehlende Finanzkraft der Investoren zurück zu führen, heißt es im Umfeld der Beteiligten.

Stefan Kalmund, der als Vertreter der Panthera-Gesellschaften die Verhandlungen mit den Verkäufern leitete, widerspricht: „Selbstverständlich haben wir ein durchgeplantes Finanzierungskonzept vorgelegt.“ Es sei einfach sich jetzt hinzustellen und den Investoren vorzuwerfen, sie hätten zu wenig Geld gehabt, so Kalmund gegenüber der WirtschaftsWoche. An mangelnder Finanzkraft sei der Deal nicht gescheitert, so Kalmund. Vielmehr soll es dem Verkäufer – also dem Sanierungsmanagement – nicht gelungen sein, die gut besicherten Banken von der finalen Zustimmung zu überzeugen. Direkte Gespräche zwischen Panthera und den beteiligten Banken hätten gar nicht stattgefunden.

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