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Fielmann, Bertelsmann, DZ-Bank Die Quartalszahlen des Tages

Bei Fielmann läuft das Geschäft: Insgesamt unterhielt der Konzern zur Jahresmitte 727 Niederlassungen, 16 mehr als vor einem Jahr. Quelle: dpa

Deutschlands größte Optikerkette Fielmann steigert ihren Absatz, Kofferhersteller Samsonite profitiert von der Reiselust und die DZ Bank präsentiert steigende Gewinne. Die Ergebnisse des Tages im Überblick.

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Zahlreiche Firmen veröffentlichen dieser Tage ihre aktuellen Quartalsbilanzen. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse vom Donnerstag:

Höhere Kosten drücken Gewinn von Fielmann
Das strahlende Sommerwetter hat für Fielmann eine Kehrseite. Deutschlands größte Optikerkette verkaufte im zweiten Quartal zwar mehr Sonnenbrillen und steigerte dadurch den Absatz. Weil sich damit aber weniger verdienen lässt als mit Sehbrillen oder gar aufwendigen Gleitsichtbrillen, schrumpfte jedoch der Gewinn. Hinzu kamen negative Währungseffekte sowie höhere Personalausgaben. Wegen des Fachkräftemangels muss Fielmann höhere Löhne bezahlen, um neue Mitarbeiter zu gewinnen und vorhandene zu halten. Der Vorsteuergewinn sank dadurch im Zeitraum April bis Juni um 13 Prozent auf knapp 55 Millionen Euro, wie Fielmann am Donnerstag mitteilte.

Den Absatz steigerte der Marktführer in diesem Zeitraum um 3,4 Prozent auf 2,1 Millionen Brillen. Der Konzernumsatz legte um 2,3 Prozent auf rund 362 Millionen Euro zu. Den Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte Vorstandschef Günther Fielmann. Demnach soll der Vorsteuergewinn auf Niveau des Vorjahres liegen. Bei Absatz und Umsatz rechnet das Unternehmen mit einem Wachstum wie 2017. Die Expansion in Italien trieb Fielmann im ersten Halbjahr voran und eröffnete in Verona und Como neue Geschäfte. Damit stieg die Zahl der Niederlassungen in dem Land auf zwölf. In der zweiten Jahreshälfte sind sechs Neueröffnungen geplant. Vorlaufkosten von zwei Millionen Euro seien im Ergebnis der ersten sechs Monate berücksichtigt, hieß es. Insgesamt unterhielt der Konzern zur Jahresmitte 727 Niederlassungen, 16 mehr als vor einem Jahr.

Weniger Schiffslasten sorgen für Gewinnplus bei DZ Bank
Die Geschäfte der DZ Bank laufen rund im ersten Halbjahr. Umstrittene Aktiendeals von Mitarbeitern in der Vergangenheit holen das Institut aber ein. Eine Sprecherin des genossenschaftlichen Spitzeninstituts bestätigte am Donnerstag, dass die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt Mitte Juli die Bank durchsucht habe. Hintergrund sind Aktiengeschäfte von Händlern zu Lasten des Fiskus. Für das erste Halbjahr präsentierte die DZ-Bank-Gruppe ein Gewinnplus dank einer deutlich geringeren Vorsorge für faule Schiffskredite und eines stabilen Neugeschäfts. Sowohl das Vorsteuerergebnis mit 1,03 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2017: 939 Mio Euro) als auch der Überschuss mit 731 (488) Millionen Euro übertrafen die Werte des Vorjahreszeitraums.
„Wir blicken zurück auf ein gutes erstes Halbjahr“, bilanzierte der zum Jahresende scheidende DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch. Für das Gesamtjahr bekräftigte er das Ziel, einen Vorsteuergewinn am unteren Ende einer Spanne von 1,5 Milliarden bis 2 Milliarden Euro zu erreichen. Zum 1. Januar 2019 soll eine Doppelspitze aus Finanzchef Cornelius Riese und dem ehemaligen BVR-Präsidenten Uwe Fröhlich die Führung des Instituts übernehmen.

Bertelsmann erzielt wachsende Umsätze dank Digitalgeschäft
Deutlich wachsende Digitalgeschäfte haben dem Bertelsmann-Konzern im ersten Halbjahr 2018 steigende Umsätze beschert. „Bertelsmann ist im ersten Halbjahr 2018 aus eigener Kraft so stark gewachsen, wie seit Jahren nicht“, sagte Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns. So habe insbesondere die zum Medienkonzern gehörende RTL Group ihre Digitalerlöse um 9 Prozent steigern können, teilte das Unternehmen mit Sitz in Gütersloh am Donnerstag mit. Daneben konnte der Buchverlag Penguin Random House sein E-Book Angebot erweitern und wachsende Umsätze mit Audio-Downloads erzielen. Mit seinen seinen Social-Media-Kanälen erreiche Bertelsmann inzwischen mehr als 2,6 Milliarden Follower.
Insgesamt konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 1,3 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro steigern. Dennoch sank das Konzernergebnis leicht auf 501 (Vorjahr: 502) Millionen Euro. Dafür seien insbesondere negative Währungseffekte verantwortlich. Vor allem die Sendergruppe RTL Group sowie die Dienstleistungstochter Arvato legten beim operativen Ergebnis (Ebitda) um 3 und 20,7 Prozent zu. Bei der Zeitschriftentochter Gruner + Jahr („Stern“, „Brigitte“, „Barbara“) gingen dagegen der Umsatz um 5,6 Prozent und der operative Gewinn um 13,6 Prozent zurück. Als Hauptgrund gilt der Verkauf des Zeitschriftengeschäfts in den Niederlanden und der Verkauf der Zeitschrift „Grazia“ in Deutschland.

Reiselust und Tumi treiben Samsonite an
Der weltgrößte Kofferhersteller Samsonite profitiert von der robusten Weltkonjunktur und der Reisefreudigkeit der Menschen. Im ersten Halbjahr legten die Erlöse auf 1,85 (Vorjahr: 1,59) Milliarden Dollar (1,58 Milliarden Euro) zu. Dabei entpuppte sich die 2016 übernommene US-Luxusmarke Tumi mit einem Plus von 16,6 Prozent als Kassenschlager. Inklusive einer Abschreibung fiel indes der Nettogewinn um knapp 19 Prozent auf 67,8 Millionen Dollar; ohne das wäre der Gewinn um knapp 30 Prozent gestiegen.

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