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Floris van Bommel „Wir wissen, wie man kämpft“

Ihre Schuhe werden auch im niederländischen Königshaus getragen: Die Schuhmarke Floris van Bommel ist weltweit ein Renner. Im Handelsblatt-Clubgespräch geben die drei Chefs Einblicke in ihr Erfolgsgeheimnis.

Thomas Tuma, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatt mit den van-Bommel-Brüdern Floris, Reynier und Pepijn (v.l.n.r.). Quelle: Uta Wagner für Handelsblatt

DüsseldorfDie drei van Bommel-Brüder könnten nicht unterschiedlicher sein. Floris steht in einer schwarzen Lederjacke auf der Bühne, die Arme vor der Brust verschränkt. Reynier trägt einen Rollkragenpullover, passend dazu eine große Hornbrille auf der Nase. Pepijn hat sich für ein dunkelblaues Shirt mit Jacket entschieden. Sie lachen, machen Scherze und sind oft anderer Meinung – ihr persönliches Erfolgsgeheimnis.

Floris van Bommel ist der Namensgeber der Schuhmarke, die er gemeinsam mit seinen zwei Brüdern Reynier und Pepijn führt. Im Familienunternehmen arbeitet Floris als Marketing Director, Reynier als CEO und Pepijn als Commercial Director. Zusammen mit Thomas Tuma, Chefredakteur des Handelsblatt Magazins und stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts, diskutierten die drei Unternehmer das Thema „Future of Urban Lifestyle and Design“. 80 Handelsblatt-Leser verfolgten das Bühnengespräch am Mittwochabend in Düsseldorf.  

Obwohl die Brüder nicht über den Umsatz ihrer Firma sprechen, ist der Erfolg der bekanntesten Schuhmanufaktur der Niederlande nicht zu leugnen. Das Unternehmen existiert seit 1734, beliefert das niederländische Königshaus und verkauft eine halbe Millionen Paar Schuhe pro Jahr.

Floris, der eigentlich mal Rockstar werden wollte, ist für die außergewöhnlichen Schuhmodelle der Firma verantwortlich. Ausdrücke wie „Da muss mehr Porno“ sind keine Seltenheit im Schaffensprozess. „Die meisten Schuhe sind nur schwarz oder braun. Aber das ist doch langweilig. Du musst Schuhe aus dem Regal rausnehmen und anschauen wollen. Da ist dann mehr Porno“, erklärt er Tuma seine Strategie.

Die deutschen Konsumenten seien in dieser Hinsicht noch sehr konservativ, erklärt Pepijn den Lesern. „Trotzdem ist Deutschland momentan unser größter Wachstumsmarkt.“ Hier hält Floris van Bommel aktuell vier Geschäfte und einen Online-Shop. Neben den Heimatmärkten in den Niederlanden und Belgien, planen die Brüder auch den skandinavischen Markt zu erobern. „Aber wir wollen langsam wachsen. Ein neuer Shop pro Halbjahr reicht erst mal aus.“

Die Konkurrenz versucht derweil den Stil der Niederländer zu kopieren und bietet nachgemachte, in China produzierte Schuhe in ihren Geschäften an. „Wir wollen jetzt keine Namen nennen, aber es gibt große Marken die unsere Schuhe dann in ihren Geschäften stehen haben“, erzählt Reynier. Selbst in Asien zu produzieren kommt für das Unternehmen nicht in Frage. „Wir beziehen 99 Prozent des Materials aus Italien. Die Menschen schätzen unsere Qualität. Wir liegen mit unserem Produktionsstandort in Portugal viel besser. “

Schon auf der Bühne in Düsseldorf fällt auf: Die Brüder diskutieren viel. Sie ergänzen die jeweils anderen, nicken zustimmend oder ärgern sich. Die enge Zusammenarbeit der Geschwister in der Firma sei sowohl ein Vor- als auch ein Nachteil. „We know how to fight“, erklärt Pepijn und lacht. Floris verschränkt die Arme und grinst. Reynier nickt und zeigt auf seine Brüder: „Er macht gute Arbeit, er macht gute Arbeit und ich versuche es.“ Das klappe bisher ganz gut, erklärt er ihr Erfolgsgeheimnis.

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