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Flugzeughersteller Boeing verkündet Aus für die legendäre 747 – Hoher Quartalsverlust

Die Zahlen des Flugzeugbauers sind tiefrot. Gespart wird auf der Langstrecke: Der „Jumbo-Jet“ wird eingestellt, der Dreamliner runtergefahren.

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Der „Jumbo-Jet“ wird zum Museumsstück. Quelle: dpa

Die Coronakrise hat dem US-Flugzeugbauer Boeing im abgelaufenen Quartal einen höheren Verlust eingebrockt als befürchtet. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden US-Dollar (gut zwei Milliarden Euro), nachdem das Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max ein Jahr zuvor bereits ein Minus von 2,9 Milliarden Dollar verursacht hatte. Damit fiel der neuerliche Verlust in etwa doppelt so hoch aus wie von Analysten im Schnitt erwartet.

Jetzt will der Konzern die Produktion seiner Langstreckenjets noch weiter zurückfahren, wie er am Mittwoch in Chicago mitteilte. Wie erwartet ist davon auch der „Jumbo-Jet“ betroffen: Boeing verkündete die lang erwartete Einstellung der inzwischen legendären 747. Konzernchef Dave Calhoun begründete den Schritt mit der derzeitigen Marktentwicklung.

Der Großraumflieger, 1969 als größter Linienjet überhaupt gespart, wurde zuletzt aus Effizienzgründen immer seltener bestellt. Branchenkreisen zufolge soll Boeing vor mehr als einem Jahr zuletzt Teile für die 747-Produktion bei Zulieferern bestellt haben. Der letzte Jet wird 2022 ausgeliefert, was jedoch daran liegt, dass es lange dauert, die verkauften Flugzeuge zu montieren.

Es trifft auch andere prominente Modelle: Im kommenden Jahr monatlich nur noch sechs Exemplare des Langstreckenjets 787 „Dreamliner“ fertig werden. Die Produktion der noch größeren Boeing 777 und ihrer Neuauflage 777X soll auf zwei Maschinen pro Monat sinken. Die Auslieferung der ersten 777X erwartet Boeing ebenfalls erst im Jahr 2022. Die Produktion der 737 Max, deren Wiederzulassung das Management bald erwartet, fährt derzeit erst langsam wieder hoch.

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    Der US-Flugzeugbauer sieht derweil aktuell keinen Grund, sich über die Anleihemärkte weiteres Geld zu beschaffen. Man halte sich die Option zwar offen, erklärte das Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Derzeit verfüge Boeing jedoch noch über knapp zehn Milliarden Dollar Kredit, die noch nicht angetastet worden seien. Immerhin: Mit 5,3 Milliarden Dollar verbrannte der Konzern im abgelaufenen Quartal im Tagesgeschäft weniger Geld als befürchtet.

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