Flugzeugwartung Sanktionen und Ölpreis gefährden Erholung bei Lufthansa Technik

Das Lufthansa-Tochterunternehmen musste seine Dienste für viele russische Airlines einstellen. Wie groß der Schaden am Ende sein wird, ist aber noch unklar.

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Die hohen Ölpreise hätten direkt keinen großen Einfluss, könnten aber die Airline-Kunden treffen. Quelle: dpa

Der rasante Ölpreisanstieg und Geschäftsausfall aufgrund der Russland-Sanktionen überschatten die Erholung des Wartungsunternehmens Lufthansa Technik. Eine seriöse Aussage über die wirtschaftlichen Folgen sei aber noch nicht möglich, erklärte der scheidende Vorstandschef Johannes Bußmann am Mittwoch.

Das Lufthansa-Tochterunternehmen muss aufgrund der Sanktionen der Europäischen Union und der USA gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine seine Dienste für ein Dutzend russische Airlines einstellen. Betroffen seien rund 400 von insgesamt 4200 weltweit betreuten Flugzeugen, sowie ein Jahresumsatz von 240 bis 250 Millionen Euro, sagte Bußmann. Die hohen Ölpreise hätten direkt keinen großen Einfluss, könnten aber die Airline-Kunden treffen.

Insgesamt machte Lufthansa Technik – nach eigenen Angaben der weltweit größte herstellerunabhängige Anbieter von Flugzeugwartung – im vergangenen Jahr vier Milliarden Euro Umsatz. Das waren sieben Prozent mehr als im ersten Coronakrisenjahr 2020, aber noch gut 40 Prozent weniger als im Vorkrisenjahr 2019. Nach gut 380 Millionen Euro Betriebsverlust 2020 schrieb die Sparte 2021 wieder schwarze Zahlen mit einem operativen Ergebnis von 210 Millionen Euro.

Das Hamburger Unternehmen musste sich wegen des Einbruchs durch die schwere Luftfahrtkrise von Betrieben und Beschäftigten trennen. Alle Entscheidungen zur Krisenbewältigung seien mittlerweile getroffen, die meisten davon umgesetzt und abgeschlossen, erklärte Bußmann, der Mitte des Jahres das Unternehmen verlässt und sein Amt an den operativen Chef Sören Stark abgibt.

Die auf rund 20.600 Mitarbeitende geschrumpfte Belegschaft solle weltweit in diesem Jahr um 1500 Neueinstellungen wachsen, davon 700 in Deutschland. Vor der Krise zählte Lufthansa Technik 26.650 Köpfe.

Die Lufthansa will bis Ende nächsten Jahres eine Minderheitsbeteiligung an dem Tochterunternehmen verkaufen oder an die Börse bringen. „Wir begrüßen nach wie vor die strategischen Überlegungen“, sagte Bußmann. Das Unternehmen habe begonnen, sich auf einen solchen Schritt vorzubereiten. Der Anteil von Airline-Kunden, die nicht zur Lufthansa-Gruppe gehören, sei auf 80 Prozent gestiegen im Vergleich zu 65 Prozent vor der Coronakrise.

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