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Fresenius Der Erfolgskonzern erlebt Rückschläge

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Kündigungsstreit an der Ostsee

Beschäftigte der Damp-Einrichtungen in Stralsund streiken Ende Juni vor dem Haus der Gewerkschaften in Stralsund. Quelle: dpa

Anfang April hatte Schneider im Interview mit der WirtschaftsWoche bereits angekündigt, insbesondere im Krankenhausgeschäft zukaufen zu wollen. Im vergangenen Jahr erwarb Helios die private Klinikgruppe Damp und das Katholische Klinikum Duisburg. Inzwischen sorgt jedoch der Kauf des Ostsee-Krankenhauses Damp für weiteres Ungemach. Mitten in einem Tarifkonflikt kündigte Helios 1000 Mitarbeitern der Zentralen Service Gesellschaft (ZSG), die im Klinikum Damp etwa die Wäscheversorgung und die Verpflegung organisieren.

Die Kündigungsaktion an der Ostsee schlug hohe Wellen: Sie sei empört, dass Helios die Beschäftigten quasi für Streiks bestrafe, sagte Ellen Paschke aus dem Bundesvorstand der Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi : „So etwas habe ich in Deutschland noch nicht erlebt.“ Am Wochenende demonstrierten in Kiel über 3000 Menschen gegen das Gebaren. So könne man nicht mit Menschen umgehen, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). In Berlin solidarisierten sich SPD-Parteichef Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Andrea Nahles mit den Beschäftigten.

Die Zahlen laufen gut

Das Image des bislang nahezu makellosen Fresenius-Konzerns bekommt derzeit einige Kratzer ab. Und so schnell werden sich die Imageprobleme auch nicht auflösen: Sowohl der Kündigungsstreit an der Ostsee als auch der Übernahme-Ärger wird den Konzern und seinen Chef Schneider noch einige Zeit beschäftigen. Fresenius will weiter am Zusammenschluss mit Rhön arbeiten, teilte ein Sprecher am Wochenende mit. Wie das konkret aussehen soll, sagte er nicht.

Fresenius kann eine neuerliche Offerte erst nach einer Sperrfrist von zwölf Monaten einreichen. Allerdings darf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Ausnahme machen, wenn das Übernahmeobjekt – also in diesem Fall Rhön – zustimmt. Zudem dürfte Fresenius auch das Gespräch mit Asklepios-Gründer Broermann suchen.

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Freilich hat der Ärger mit Rhön und Damp keine Auswirkungen auf das nach wie vor exzellente Fresenius-Zahlenwerk. Das Medizin-Unternehmen geht auch weiterhin von steigenden Umsätzen und Gewinnen aus. Am Ausblick für 2012 ändert sich nichts: Der Umsatz soll um 10 bis 13 Prozent zulegen, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 8 bis 11 Prozent.

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