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Fresenius-Tochter Helios-Mitarbeiter gehen auf die Barrikaden

Mitarbeiter von Helios protestieren gegen die zahlreichen Aufspaltungen und Umstrukturierungen der Service-Gesellschaften. Der Betriebsrat kritisierte, im Rahmen des Umbaus würden gleich die Löhne gesenkt.

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Beschäftigte der Damp-Einrichtungen in Stralsund während eines Streiks. Quelle: dpa

Frankfurt Mitarbeiter der Fresenius-Krankenhaustochter Helios gehen im Streit über die Aufspaltung von Gesellschaften für Servicemitarbeiter auf die Barrikaden. „Der Konzernbetriebsrat der Helios Kliniken verurteilt das immer weiter forcierte Tempo von Ausgliederungen, der Zergliederung von Unternehmen oder betrieblichen Einheiten sowie die ständigen Umstrukturierungen im Konzern“, heißt es in einem Schreiben des Helios-Betriebsrats an die Geschäftsführung, das Reuters am Mittwoch vorlag. Im Rahmen des Umbaus würden dann auch gleich die Löhne gesenkt.

Mitarbeiter, die unter anderem für die Reinigung, die Küchenarbeit und den Krankentransport zuständig sind, arbeiten bei Helios - wie bei vielen anderen Krankenhäusern - in separaten Servicegesellschaften. Im Juli hatte Fresenius eine solche Gesellschaft, die für die Damp-Kliniken in Norddeutschland zuständig war, aufgelöst und stattdessen neue Serviceeinheiten gegründet. Nach Angaben der Gewerkschaften will Helios nun auch die Firma HSN, die für die Kliniken in Schwerin und Leezen zuständig ist, innerhalb weniger Wochen in fünf Gesellschaften zerlegen.

„Jüngst müssen wir beobachten, dass die Konzerngeschäftsführung die Umstrukturierung und Zerschlagung betrieblicher Einheiten gezielt dafür nutzt, auch die gewerkschaftliche Handlungsfähigkeit zu untergraben und Tarifverhandlungen zu entgehen“, klagt der Betriebsrat. Nach der Neugründung von Gesellschaften dauere es schließlich einige Zeit, bis sich ein neuer Betriebsrat formiere und in Tarifverhandlungen für seine Forderungen eintreten könne.

Die Mitarbeiter von HSN ringen derzeit mit Helios um einen neuen Tarifvertrag. Seit Ende Juli gibt es in Schwerin und Leezen immer wieder Warnstreiks. In naher Zukunft sind nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auch unbefristete Arbeitsniederlegung denkbar.

Verdi wolle die Zerstückelung der Servicegesellschaften verhindern und - falls die nicht möglich ist - zumindest einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Einheiten durchsetzen, sagte eine Verdi-Sprecherin. Es könne nicht sein, dass die Service-Mitarbeiter wie „Beschäftigte zweiter Klasse“ behandelt würden.

Die Entwicklungen bei Helios lösen auch bei den Arbeitnehmern von Rhön-Klinikum Befremden aus und könnte einen zweiten Anlauf von Fresenius zur Übernahme der fränkischen Klinikkette erschweren. „Das Vorgehen von Helios bei den Servicegesellschaften ist nicht akzeptabel“, sagte ein Rhön-Arbeitnehmervertreter zu Reuters.

Von Helios war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Fresenius war Ende Juni mit der 3,1 Milliarden Euro schweren Übernahme gescheitert und lotet derzeit aus, ob der Konzern ein neues Angebot für Rhön vorlegen will.

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