Für angeglich besseres Fleisch Chinesen lassen Schweine turmspringen

Ein chinesischer Schweinezüchter lässt seine Tiere turmspringen. Das Geschäft lohnt sich: Das Fleisch der fitten Schweine verkauft er für das Dreifache. In Deutschland sind solche Methoden verpönt.

Zur Steigerung der Fleischqualität lässt ein chinesischer Züchter seine Schweine Turmspringen. Was für Schaulustige nach Spaß aussieht, ist für die Tiere purer Stress Quelle: dpa

So richtig glücklich sieht das Schwein nicht aus, das die Holzrampe betritt. Der Turm, zu dem die Rampe gehört, ist mehrere Meter hoch. Unten befindet sich ein großer Teich. Vorsichtig hebt das Tier den linken Fuß über den Rand, der rechte folgt, schon fliegt das Schwein nach unten landet auf dem Bauch im Teich. Was nach einer Zirkusperformance aussieht, ist das Geschäftsmodell eines Schweinezüchters in der chinesischen Provinz Hunan.

Fit für die Schlachtbank

Der Landwirt Huang Demin lässt seine Tiere turmspringen. Das stärke angeblich ihr Immunsystem, mache die Schweine hungriger und ihr Fleisch schmackhafter - und wertvoller. Das Fleisch der so täglich trainierten Schweine verkauft der Bauer dreimal so teuer wie normales Schweinefleisch.

Die springenden Schweine sind im im Dorf inzwischen eine Touristen-Attraktion und haben dank Internet auch im Ausland viele Zuschauer gewonnen. Die Leibesübungen dürften die Tiere allerdings nicht besonders lustig finden. "Wäre das in Deutschland, würden wir sofort das Veterinäramt anrufen", sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzverein.

Die faszinierenden Metropolen Chinas
Chongqing ist eine Millionenstadt in der Volksrepublik China. Sie liegt auf einer wie ein Komma geformte Halbinsel am Zusammenfluss von Jangtsekiang und Jialing. Das Verwaltungsgebiet der Stadt ist annähernd so groß wie die Fläche von Österreich. Mit 28,85 Millionen Einwohnern gehört Chongqing zu einer der größten Megastädte Chinas. Quelle: Reuters
Guangzhou ist eine Stadt im Süden Chinas mit 8,86 Millionen Einwohnern. Sie ist ein bedeutender Industrie- und Handelsstandort, weshalb sie auch die „Fabrik der Welt“ genannt wird. Im Oktober 2010 wurde in Guangzhou der höchste Fernsehturm der Welt (600 m) eröffnet. Quelle: Reuters
Die Küstenstadt Zhuhai gehört zu der chinesischen Provinz Guangdong und hat eine Einwohnerzahl von 1,45 Millionen. Zhuhai trägt in China den Beinamen „Stadt der Romantik“ aufgrund der vielen Buchten und Küsten. Die Stadt ist sehr sauber, der Lebensstandard sehr hoch. Zhuhai ist ein beliebtes Wochenenddomizil für Geschäftsleute aus Hongkong. Quelle: Reuters
Wuhans Einwohnerzahl beträgt 8,33 Millionen. Die Stadt in der Provinz Hubei besteht aus drei zusammengelegten Städten. Das ebene Stadtbild ist von zahlreichen Seen geprägt. Quelle: Reuters
Die Stadt Chengdu hat 10,44 Millionen Einwohner. Sie hat sich zum Wirtschaftszentrum Westchinas entwickelt. 2006 erreichte Chengdu den vierten Platz der lebenswertesten Städte Chinas. Quelle: dapd
Peking ist die Hauptstadt und das politische Zentrum der Volksrepublik China. Dort leben etwa 17,6 Millionen Einwohner. Durch die dreitausendjährige Geschichte Pekings beherbergt die Stadt ein imposantes Kulturerbe. Quelle: dpa
Dongguan hat 8,2 Millionen Einwohner. Sie liegt östlich des Perlflusses an der Mündung in das chinesische Meer. Viele Auslandschinesen in Hongkong stammen aus Dongguan. Quelle: Reuters

Denn was als Sport verkauft wird, ist für die Tiere purer Stress. Zwar seien die Schweine sensible und intelligente Tiere, so Tünte. "Sie können vom Turm aus aber nicht abschätzen, wohin sie springen." Zusätzlich stresse die Schweine, dass sich auf der Rampe mehrere Artgenossen drängen. Und auch, ob das Fleisch der so trainierten Tiere besser schmeckt, bezweifelt der Tierschützer.

Auch Klemens Schulz vom Zentralverband der deutschen Schweineproduktion steht dem Geschäftsmodell des chinesischen Züchters skeptisch gegenüber. Hierzulande Schweine vom Turm ins Wasser springen zu lassen - das sei kaum vorstellbar. Dabei bräuchten die Tiere durchaus Sport: So schliefen Zuchtschweine drei Viertel des Tages. "In der Wildbahn sieht das natürlich anders aus", so Schulz. Futtersuche würde die Tiere zur Bewegung zwingen.

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