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Fußball-EM Wie die Markenzwerge Umbro und Erreà punkten wollen

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Island und Erreà mit Außenseiter-Chancen

Außenseiter-Chancen hat auch Island, das zum ersten Mal bei einer EM dabei sein wird. Ausgestattet werden die Nordmänner ausgerechnet von einem italienischen Hersteller – Erreà heißt die kleine Marke, ein 1988 gegründetes Familienunternehmen aus der Nähe von Parma.

Erreà setzt jedenfalls auf Knalleffekte bei der Werbung. In einem Werbevideo lässt das Unternehmen den Kicker Emil Hallfredsson einen brennenden Fußball auf einen Eisblock abfeuern, in dessen Inneren das blaue Nationaltrikot Islands steckt. Dazu ertönt dramatische Musik, man meint, das Dröhnen von Nebelhörnern zu hören, wenn der Werbespruch auftaucht: „Feel the passion / break the ice“.

Was noch für Island und Erreà spricht – dem Team der Nobodys gelang es immerhin, mit der Türkei und den Niederlanden zwei etablierte Fußballnationen in Bedrängnis zu bringen. Die Türkei schaffte den Sprung nach Frankreich in letzter Minute. Holland muss zuschauen.

Traditionsmarke neu im Fußballgeschäft

Aus Italien kommt auch die Marke Macron, in deren Leibchen das Team aus Albanien auflaufen wird. Die Marke gibt es seit 45 Jahren, das Unternehmen hat seinen Sitz in der Nähe von Bologna. Vertrieb Macron zu Beginn vor allem Sportswear-Marken aus den USA in Italien, stieg das Unternehmen erst 2001 ins Kicker-Geschäft ein und verkaufte unter der eigenen Marke Fußballprodukte.

Inzwischen tragen durchaus namhafte Teams und Nationalmannschaften die Trikots aus Bologna – unter anderem laufen die Bolton Wanderers aus Nordengland in Macron-Shirts auf. Auch die Namensrechte am Stadion haben die Italiener inzwischen übernommen. Zuvor trug das Stadion jahrzehntelang den Namen der Sportmarke Reebok, die ursprünglich einmal aus Nordengland stammte, ehe sie als US-Aerobic-Marke zumindest eine Zeitlang zur größten Sportmarke der Welt aufstieg.

Die wohl größte unter den kleinen EM-Marken kommt aus Spanien. Joma stattet das Team aus Rumänien aus. Die Traditionsmarke, die sich selbst Spaniens größten Sportanbieter nennt, konzentriert sich neben ihrem Heimatmarkt stark auf Vereine und Verbände aus Lateinamerika. 1965 von Fructuoso Lopez in der Nähe von Toledo gegründet, gilt Joma heute als Spezialist für Hallenfußballprodukte, bietet aber darüber hinaus Ausrüstung für viele weitere Sportarten an. Das sorgt dafür, dass Joma bei den Olympischen Spielen in diesem Jahr in Rio und auch bei den Spielen 2020 in Tokio Ausrüster des spanischen Olympia-Teams sein wird.

Nicht ausgeschlossen, dass eines der von den vier kleinen Marken ausgestatteten Teams bei der EM für Überraschungen sorgen wird. Davon würden Erreà, Umbro, Macron und Joma in Maßen profitieren – zum einen, weil dann die Trikots womöglich nicht nur von eingefleischten Schlachtenbummlern gekauft würden. Zum anderen dürfte ihnen der Auftritt und die Aufmerksamkeit beim Turnier dabei helfen, weitere Ausrüsterverträge zu gewinnen – vornehmlich bei jenen Teams, die Adidas und Nike und Puma ins Abseits gestellt haben.

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