Fußball-WM Englands Aus trifft auch die Sportkonzerne

Prominente Teams wie Spanien und England verabschieden sich von der WM – zum Leidwesen der Ausrüster. Dennoch will Fifa-Partner Adidas dank der WM erstmals mehr als zwei Milliarden Euro mit Fußballprodukten umsetzen. Doch vor allem ein Außenseiter punktet.

Adidas Vorstandschef Herbert Hainer: Mit der deutschen Elf und Argentinien hat Adidas noch Kandidaten im Rennen, die das Zeug haben, das Finale zu erreichen. Quelle: REUTERS

Der Tag, an dem sich in Spanien König Juan Carlos aufs Altenteil zurückzog und Amt und Würden seinem Sohn übertrug, er ist zugleich ein Einschnitt in der Geschichte des spanischen Fußballs. Als Weltmeister nach Brasilien gereist, müssen Ramos, Alonso und Iniesta schon vorzeitig vor dem letzten Gruppenspiel beim wichtigsten Turnier die Segel streichen. Wenn es ernst wird und die Ko-Runde beginnt, sitzen Spaniens Heroen längst wieder daheim vor dem Fernseher.

Das Aus für die stolzen Iberer, die zuletzt in Reihenfolge zwei Mal Europameister und ein Mal Weltmeister waren und deren königlicher Verein Real Madrid zuletzt im Mai in einem rein spanischen Duell die Champions League gewann, trifft nicht nur Fans und Fußballer. Auch im fernen Herzogenaurach durchkreuzt das Scheitern des Teams einige Hoffnungen. Der Dax-Konzern Adidas rüstet Spanien aus, die stolz-roten Trikots des gestürzten Weltmeisters hätten sich wohl noch um einiges besser verkauft, wäre die Elf länger im Turnier geblieben.

Doch es gibt auch Trost für Vorstandschef Herbert Hainer, der am heutigen Dienstag eine Wasserstandsmeldung zum Fußball-Umsatz von Europas größtem Sportkonzern abgeben will: Mit der deutschen Elf und den Argentiniern um Lionel Messi haben die Franken noch weitere Kandidaten im Rennen, die das Zeug haben, bis ins Finale zu kommen. Und nicht nur Adidas verzeichnet Verluste: Konkurrent Nike, mit zehn ausgerüsteten Mannschaften diesmal der Hersteller mit den meisten WM-Teams, muss sich für den Rest des Turniers wohl nach neuen Helden umsehen: Der angebliche Superstar Cristiano Ronaldo aus Portugal fiel etwa im Spiel gegen Deutschland mehr mit Theatralik auf als mit Fußballkunst.

Small Talk WM

Nur im Fußball liegt Adidas noch vor Nike

Und Englands ewige Sturmhoffnung Wayne Rooney gelang gegen Uruguay zwar endlich sein erster Treffer bei einer WM – erstaunlich, wie er da überhaupt so früh zum Weltstar ausgerufen werden konnte – doch für mehr reicht es für die immerhin schick gekleideten Briten nicht mehr. Immerhin sorgen Niederländer und das Heimteam aus Brasilien dafür, dass auch der US-Konzern weiter prominent im Rennen bleibt.

Besonders für Adidas geht es beim Zweikampf der Branchen-Giganten um sehr viel: Fußball ist weltweit noch die einzige wichtige Sportart, in der sich die Franken vor dem US-Konkurrenten sehen. Mit aller Macht versuchen sie, den Platz zu halten, auch, um den Umsatzabstand zum US-Konkurrenten nicht noch größer werden zu lassen als es ohnehin schon der Fall ist.

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