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Galaxus Der Schweizer Amazon-Gegner baut sein Deutschland-Geschäft aus

Amazon-Jäger Galaxus baut sein Online-Geschäft aus. Quelle: PR

Vor drei Jahren startete der Schweizer Onlinehändler Galaxus in Deutschland. Jetzt knackt das Unternehmen hierzulande erstmals die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro. Für Chef Florian Teuteberg ist das erst der Anfang.

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Angefangen hat alles mit einem kleinen Shop für Elektronikartikel. 20 Jahre später ist das Unternehmen Digitec Galaxus zum größten Schweizer Onlinehändler avanciert. Ein alpenländischer Lokalmatador, der zum Reich des Handelskonzerns Migros gehört und in der Heimat sogar den Online-Giganten Amazon deklassiert. „Digitec Galaxus ist 2021 um rund 16 Prozent gewachsen und hat erstmals mehr als zwei Milliarden Franken Umsatz erzielt“, sagt Unternehmenschef und -mitgründer Florian Teuteberg im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Auch die Gewinnsituation stimme. „Galaxus war 2021 profitabel“, so Teuteberg.

Noch dynamischer entwickelte sich das internationale Geschäft. „In Deutschland haben wir die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro geknackt“, sagt der Galaxus-Chef. 650.000 Kunden zählt das Unternehmen hierzulande. „Wir sind bei null gestartet und sind innerhalb von drei Jahren zu einem relevanten Player geworden.“ Nun soll das Geschäft deutlich ausgebaut werden. 

Gab es zunächst nur Elektronikartikel im deutschen Shop, werden hier inzwischen auch Spielwaren, Möbel, Haushalts- und Baumarktprodukte angeboten. Sportartikel werden folgen, plant Teuteberg. „Wir erweitern das Sortiment kontinuierlich.“ Das ist auch notwendig, will das Unternehmen seine selbstgesteckten Ziele erreichen. „Galaxus soll langfristig zu den fünf größten Onlineshops in Deutschland gehören“, bekräftigt Teuteberg.
(Lesen Sie auch: Das Erfolgsgeheimnis des Frachtfluggeschäfts von Amazon)

Dafür müsste das Unternehmen in Deutschland allerdings mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erzielen. „Klar, das Ziel ist ambitioniert und die Umsetzung wird noch etliche Jahre dauern, aber die Dynamik stimmt“, sagt Teuteberg. Bislang jedenfalls habe ihn die Entwicklung in Deutschland „Jahr für Jahr positiv überrascht“. Auch deshalb suche das Unternehmen derzeit „intensiv zusätzliches Personal“.

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    Galaxus-Chef erwartet steigende Preise für Verbraucher

    Gut möglich, dass das Wachstum sogar noch eine Spur höher ausgefallen wäre, hätten die Schweizer nicht – wie der gesamte Handel – die globalen Engpässe in der Warenversorgung zu spüren bekommen. „Bei einigen Marken und Produktkategorien haben uns die Lieferprobleme zu schaffen gemacht“, räumt Teuteberg ein. In den meisten Fällen existierten zwar Alternativen. Aber in bestimmten Warengruppen gebe es dominante Marken. Und wenn die fehlen, „wird es schwierig“. Er erwartet, dass Lieferengpässe und Preiserhöhungen auch 2022 „ein Kernthema für die gesamte Branche“ bleiben werden. Irgendwann werde die Produktion zwar ausgeweitet und das Pendel schlage wieder um. Aber das dauere noch. „Im ersten Halbjahr werden die Preise tendenziell steigen“, erwartet Teuteberg. Trotzdem will er das Unternehmen auf Wachstumskurs halten. 



    Im Schweizer Heimatmarkt sei das Potenzial groß. „Gerade im Baumarkt- und Wohnbereich gibt es für uns noch viele Möglichkeiten“. Zudem will Teuteberg in weitere Länder expandieren. Das Lager in Krefeld sei dafür der logistische Hub. Schon seit vergangenem Herbst liefert Galaxus von hier aus nach Österreich. Vom Krefelder Logistiklager lassen sich aber noch „zahlreiche Regionen in Deutschlands Nachbarländern sehr gut erreichen“, sagt Teuteberg.

    Die Ausbaupläne dafür stehen bereits: In den nächsten Monaten will Galaxus die Logistik- und Lagerfläche in Krefeld von heute 5000 Quadratmeter auf 20.000 Quadratmeter erweitern.

    Mehr zum Thema: Auf insgesamt knapp 50 Milliarden Euro Umsatz schätzen Experten den Umsatz der 100 größten E-Commerce-Anbieter in Deutschland.

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