Geheime Warenlager Adidas beschuldigt Ex-Manager

Der deutsche Sportartikelriese Adidas erhebt schwere Vorwürfe gegen zwei Ex-Manager. Sie sollen den Konzern um Millionen betrogen haben.

Herbert Hainer Quelle: dapd

Nachdem Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer Ende April bei der Vorlage der Bilanz für das erste Geschäftsquartal 2012 zunächst nur von „Unregelmäßigkeiten“ in seinem Reebok-Geschäft in Indien gesprochen hatte, kommen nun erstmals Einzelheiten über die Vorgänge bei der Landesgesellschaft des Dax-Konzerns ans Licht. Demnach wirft die Adidas-Gruppe zwei früheren Top-Managern der Tochtermarke vor, Reebok-Waren gestohlen, Abrechnungen und Bilanzen gefälscht und fiktive Umsätze gemeldet zu haben.

In die eigene Tasche gewirtschaftet

So sollen die Geschäftsführer Subhinder Singh Prem und Vishnu Bhagat vier geheime Warenlager in Delhi eingerichtet und auf eigene Rechnung mit Reebok-Produkten gehandelt haben. Das geht aus einem Bericht an die Polizeibehörden in Gurgaon nahe Delhi hervor, über den indische Medien berichten. Die Behörden haben am Dienstag Adidas’ Klage angenommen und Ermittlungen eingeleitet. Prem bestreitet die Vorwürfe und geht gegen seine Entlassung vor.

200 Millionen Euro Schaden

Die Vorgänge in Indien haben Konsequenzen für den Konzern: Hainer hatte bereits angekündigt, dass Adidas mit einer Gesamtbelastung von bis zu 200 Millionen Euro rechnet. Bis zu einem Drittel der rund 1000 von Franchisenehmern geführten Reebok-Läden im Land könnten geschlossen werden. Anders als in Indien spekuliert, seien jedoch weder Marke noch Läden der Hauptmarke Adidas betroffen, sagte Hainer der WirtschaftsWoche.

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Die Vorgänge seien mit „krimineller Energie“ betrieben und bei einer internen Untersuchung im Januar aufgedeckt worden. Die beiden Geschäftsführer waren daraufhin entlassen worden. Beide hatten seit 16 Jahren für Reebok gearbeitet. Stattdessen führen nun die langjährigen Adidas-Manager Claus Heckerott und Frederic Serrant die Geschäfte in Indien, dem einzigen Markt weltweit, in dem Reebok Marktführer ist. Die Marke kam dort zuletzt auf Umsätze von rund 100 Millionen Euro.

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