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Generationenstreit Familienunternehmen zerfleischen sich in der Öffentlichkeit

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Trügerischer Frieden

Johannes Peter Riegel Quelle: PR

Bei einem anderen öffentlichkeitswirksamen Zwist scheint seit knapp einem Jahr Ruhe eingekehrt zu sein, vorübergehend jedenfalls. Hauptdarsteller und treibende Kraft bei den Streitigkeiten im Gummibärchen-Imperium Haribo ist der knapp 90-jährige Patriarch Johannes Peter Riegel, der sich wie sein Vater einfach nur Hans nennt. Der Herrscher über die Gummibären habe in der Firma seinen Hofstaat - nicht nur in der Chefetage, analysierte Bettina Grosse de Cosnac schon 2003 in einer Biografie über Die Riegels. Es gebe viele, „die großartige Bücklinge machen, und nur wenige, die genug Courage haben, dem Firmenfürsten zu widersprechen“.

Streit unter Brüdern

Patriarch Hans ist geschieden und thront seit rund 65 Jahren über dem Bonner Süßwarenriesen, den sein Vater 1920 gegründet hat. Einen Nachfolger hat der kinderlose Gummibärchen-König, der im kommenden Jahr 90 Jahre alt wird, noch nicht auserwählt. Immerhin ernannte er einen stellvertretenden Geschäftsführer: den Controlling-Chef Michael Phiesel. Auch Riegels Neffe Hans-Guido Riegel, der in die Geschäftsführung aufstieg, holt sich einen Vize: den Chef des Solinger Haribo-Werks Arndt Rüsges. Damit steht dem Unternehmen eine vierköpfige Geschäftsführung vor.

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    Lange hatte Hans mit seinem Bruder Paul und dessen Erben gestritten. Die beiden hielten je die Hälfte am elterlichen Unternehmen. Auf 1,4 Milliarden Dollar Vermögen schätzte die US-Zeitschrift Forbes jeden der zwei Brüder. Paul managte die Produktion und trat nach außen nicht in Erscheinung. Bei seinem Tod 2009 hinterließ er vier Kinder und zehn Enkel, alles potenzielle Erben. Der Streit um Macht und Nachfolge eskalierte. Erst als ein Urteil des Schiedsgerichts drohte, wurden sich die Stämme vorerst einig. Eine neue Holding schaffte Frieden und soll die nächste Generation ans Ruder bringen.

    In Wahrheit ist und bleibt die Familie jedoch verkeilt im alten Patt. Nach wie vor halten die Stämme Hans und Paul nach der jüngsten Einigung weiter je die Hälfte. Es ist ein Zwist auf Wiedervorlage.

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