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Germany's next Top-Label? Wie Joops Wunderkind profitabel werden soll

Bei "Germany's next Topmodel" entscheidet Wolfgang Joop über die Zukunft angehender Models. Sein Luxuslabel Wunderkind aber muss sich selbst noch in der Modewelt beweisen - und endlich profitabel werden.

Stilveränderung: Manager Kappler (r.) leitet Joops Label Wunderkind Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Carmen, sagt Wolfgang Joop und lächelt vieldeutig, Carmen habe es gewusst. Die spanische Wahrsagerin habe ihm prophezeit, er werde noch einmal den richtigen Geschäftspartner fürs Leben treffen. „Und sie hatte recht“, grinst der Modeschöpfer und schaut auf Peter Kappler.

Noch nie zuvor sei er im italienischen Städtchen Ancona gewesen. Im Mai 2014 reiste Joop dann an die Adria. Und am Espressoautomaten im winzigen Flughafen „stand er“, sein ehemaliger Mitarbeiter. Man spricht, freut sich über das zufällige Treffen – heute, ein Jahr später, sitzt Kappler unbemerkt von der klatschsüchtigen Klamottenbranche als Geschäftsführer von Joops kleiner und feiner Luxusmarke Wunderkind in einem Büro mit Seeblick in Potsdam.

Bisher hat Wunderkind nur Verluste produziert

Der 51-Jährige ist der Mann, der Wunderkind erziehen und auch kommerziell zum Erfolg führen soll: „Außer Wunderkind gibt es doch keine Designermarke mehr aus Deutschland, sie hat immenses Potenzial“, ist Kappler überzeugt. Und auch Joop ist sicher: „Mit Peter stellen wir Wunderkind auf feste Beine.“

Die umsatzstärksten Modehändler der Welt

Tatsächlich hatte Wunderkind seit der Gründung 2003 die Modekritik mit raffinierten Schnitten und oft farbsatten Stoffen begeistert, produzierte aber auch Millionenverluste und sorgte für vergrätzte Gesellschafter. Die ersten Schritte, nun aus der von Joop kreativ am Leben erhaltenen Marke ein funktionierendes Unternehmen zu schneidern, hat Kappler seit Jahresbeginn getan: Mit der Erfahrung aus Stationen bei Hugo Boss und Strenesse und aus seiner Zeit als Mehrheitsgesellschafter und Chef der Schweizer Marke Jet-Set sowie zuletzt als Lenker des italienischen Labels Dondup verdoppelte der Familienvater die Zahl der jährlichen Kollektionen auf vier.

Mode nicht nur für den Laufsteg

Bisher schuf Joop nur kunstvoll-teure Kleider mit Preisen von um die 2000 Euro für die Schauen im Februar und September, von denen nur einige wenige in den Verkauf gingen. Jetzt entwirft der 70-Jährige im ähnlichen Rhythmus wie die Konkurrenz von Armani bis Prada zweimal 200 Teile extra im Jahr. Diese sollen in den Zeiträumen zwischen den Glamour-Shows in größerer Stückzahl an die Frau gebracht werden.

„Mit diesen Kollektionen erzielen die Wettbewerber bis zu 90 Prozent ihres Umsatzes“, sagt Kappler, „dort wollen wir auch hin.“ Mitte Juni zeigt Wunderkind die erste dieser Zwischenkollektionen in Mailand. Dazu stockt Kappler Personal auf, bis Jahresende will er 40 statt bisher 30 Leute beschäftigen.

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