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Gesichtserkennung im Geschäft So anders wird das Shopping von morgen

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Keine Warteschlangen dank Gesichtserkennung

Das Unternehmen Ultinous aus Budapest hat mit Unterstützung von Gesichtserkennung eine auf Anhieb abwegige Nutzung entwickelt. In den ungarischen Filialen des Drogeriemarktes Rossmann wurde die Technologie aus Kamera und Software genutzt, um die Schlange an der Kasse zu reduzieren. Ohne die Identität der Kunden zu erfassen konnte die Software aus den Gesichtsausdrücken, den Aufenthaltsorten und der Zahl der Kunden im Geschäft vorhersagen, wann sich binnen der kommenden Minuten eine Vielzahl der Kunden an die Kasse begibt. Das System warnte die Mitarbeiter so rechtzeitig, dass diese in der Lage sind, ausreichend Bezahlstellen zu öffnen.

Quasi die Wünsche von den Lippen und Augen ablesen, das ist das Ziel der Anbieter. „Artificial Emotional Intelligence“ ist die Umschreibung für etwas, das selbst bei den profansten Einkäufen und vermeintlich einfachen Kaufentscheidungen zum Einsatz kommen kann. Das Unternehmen Shelfpoint mischt die Erkenntnisse über den Typus Käufer mit Displays an den Regalen. Dort, wo früher Papierschilder die Preise anzeigten, können schon heute in strahlenden Farben ganze Filme und Animationen abgespielt werden.

Wer sich einem Regal mit Colaflaschen nähert, wird analysiert – Alter, ethnische Zugehörigkeit und die emotionale Reaktion auf die Displays. Die an dem Regal ausgestrahlten Angebote können so binnen kurzer Zeit auf ihre Wirksamkeit getestet werden. In A-B-Vergleichen kann ein Supermarkt so entscheiden, ob vielleicht die Offerte „Drei Flaschen zum Preis von zwei“ besser funktioniert als eine eher emotionale Ansprache, die die Vorfreude auf eine Gartenparty adressiert.

Was am Regal montiert wird, soll künftig auch beim Personal eingesetzt werden. Experten gehen davon aus, dass Kundenberater künftig mit Brillen ins Verkaufsgespräch gehen können, in denen eine Kamera die Daten ermittelt und sie aufbereitet dem Verkäufer ins Sichtfeld spielt. Kundenhistorie und derzeitige Gefühlslage können dem Verkäufer helfen, dem Kunden das richtige Produkt zu empfehlen.

Noch einfacher machen es Kunden dem Ladenbetreiber, wenn sie bereit sind als Stammkunden eines Geschäfts ihre Daten dort freizugeben. Im einfachsten Falle geben sich die Kunden beim Betreten des Geschäfts mit der Kundenkarte als Smartphone-App zu erkennen. Denkbar ist aber auch, dass der Shopper ein Foto von sich hinterlegt hat. Kameras erkennen den Kunden, sobald er das Geschäft betritt. Sowohl Nachrichten an sein Smartphone sind möglich wie auch stationäre Displays, die ihm auf Basis seiner Konsumhistorie beispielsweise den Lieblingskaffee zu einem Sonderpreis anbieten.

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Standort erkennen

    Die amerikanische Fastfoodkette CaliBurger nutzt in Zusammenarbeit mit NEC die Gesichtserkennung an Bestelldisplays, wie sie heute auch vielfach in Deutschland eingesetzt werden. Hat der Kunde sein Einverständnis gegeben, dass sein Gesicht seiner Kundenhistorie zugeordnet werden darf, erscheint bei seiner Bestellung sein Profil auf dem Display. Das, so die Kette, reduziere die Zeit für den Kauf um rund zehn Prozent. Der Kunde kann auf Wunsch auch mit seinem Gesicht bezahlen. Nach der Erkennung seiner biometrischen Daten muss er nur noch den Sicherheitscode der hinterlegten Kreditkarte eingeben.

    Das britische Unternehmen Yoti geht noch einen Schritt weiter. Hier kann der Kunde sein Gesicht in einer App biometrisch erfassen lassen und mit seinem Ausweis verknüpfen. Sobald der Nutzer sein Smartphone anschaut und die App nutzt, kann er sich so bei Kunden des Systems per Smartphone ausweisen. Das kann er zum Beispiel an neuartigen Zigaretten-Automaten nutzen, um mit seinem Gesicht den Altersnachweis zu erbringen.

    Traditionell tut sich die Kundschaft in Deutschland schwer mit diesen Technologien. Es spielt dafür keine Rolle, ob tatsächlich Daten gespeichert werden oder nicht. Der Gedanke, dass Maschinen unsere Emotionen interpretieren, ist für viele Menschen ein irritierender Gedanke. Menschen, die in Dörfern wohnen, kennen das. Wenn sie ein Geschäft betreten, in denen die Verkäufer ihren Namen und oft auch die Familiengeschichte gut kennen. Und weitererzählen.

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