Gilly Hicks wird geschlossen Abercrombie & Fitch verliert an Boden

Die große Erfolgswelle für die US-Modefirma Abercrombie & Fitch ist vorbei: Das Interesse der jungen Kundschaft lässt nach. Nach miesen Verkaufszahlen werden die Filialen der Tochter Gilly Hicks dicht gemacht.

Wie Abercrombie Kunden begeistern wollte
Riesenandrang zur Eröffnung im Jahr 2011: Die ersten deutschen Kunden warteten vor der neuen Filiale von Abercrombie & Fitch auf der Königsallee (Kö) in Düsseldorf auf den Einlass. Ein Model mit nacktem Oberkörper steht zum Empfang bereit. Quelle: dpa
Die Schlange vor dem Laden war durchaus lang, aber es war dann doch nicht so viel los wie sich das Unternehmen wohl erhofft hatte - zwei Jahre später wird die Euphorie noch deutlich mehr abgeflaut sein. Während Abercrombie im asiatischen Markt stark expandiert, hat das Unternehmen in Amerika mehrere Stores schon wieder geschlossen. Quelle: dpa
Die Türen sind freigegeben. Die ersten Kunden können sehen, was sich hinter den geschlossenen Jalousien von Abercrombie & Fitch verbringt. Fotos aus dem Inneren des Ladens gibt es nicht. Fotografieren war für die Presse ausdrücklich verboten. Quelle: dpa
Vor allem die jungen Kundinnen hatten viel zu lachen und ließen sich mit dem durchtrainierten Mann fotografieren. Quelle: dpa
Männliche Models vor der Abercrombie & Fitch Filiale auf der Königsallee in Düsseldorf im Vorfeld der Eröffnung. Insgesamt betreibt die Kette weltweit 1053 Läden über 900 davon in den USA. Quelle: dpa
Die Zeiten, in denen Abercrombie & Fitch für Begeisterungsstürme sorgten sind vorbei. Im ersten Geschäftsquartal 2013 fiel der Umsatz der Kett weltweit um 9 Prozent auf 646 Millionen Euro. Zum Unternehmen gehören auch die Ketten Hollister und Gilly Hicks. Quelle: dpa

Die US-Modefirma Abercrombie & Fitch macht nach konzernweit schwachen Verkäufen die Läden ihrer Tochter Gilly Hicks dicht. Die Marke selbst bleibt aber bestehen. Die Unterwäsche für junge Frauen wird künftig ausschließlich im Direktvertrieb sowie über die Läden der Schwestermarke Hollister angeboten, wie das Unternehmen ankündigte. Laut der Website von Gilly Hicks gibt es weltweit 23 Läden, vor allem in den USA und Großbritannien. In Deutschland existiert ein Geschäft im Einkaufszentrum Centro Oberhausen.

Im gerade abgeschlossenen Geschäftsquartal war der Umsatz von Abercrombie & Fitch um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,03 Milliarden Dollar (740 Millionen Euro) geschrumpft. Es war der siebte Rückgang in Folge. Die jüngeren Käufer hielten sich zurück, erklärte Firmenchef Mike Jeffries am Sitz New Albany im Bundesstaat Ohio. Auch das bevorstehende wichtige Weihnachtsgeschäft dürfte das Ruder nicht herumreißen. Abercrombie rechnet für das laufende vierte Quartal mit einem Rückgang "im niedrigen zweistelligen Prozentbereich". Ein Grund für die Nachfrageschwäche ist nach Einschätzung von Experten, dass weniger Jugendliche einen Job haben. Wegen der vergleichsweise hohen Preise für die Trendklamotten mit dem Elch greifen viele Teenager lieber zu günstigerer Ware.

Das Unternehmen senkte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr auf 1,40 bis 1,50 Dollar je Aktie von 3,15 bis 3,25 Dollar. Abercrombie-Aktien sanken außerbörslich um 15 Prozent. Zu Abercrombie gehört auch die Jugend-Marke Hollister.

Abercrombie & Fitch war in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten, weil sich die Mode an attraktive Jugendliche mit perfekter Figur richtet. Das Unternehmen versucht sich derzeit an einem Imagewandel. Für Mittwoch hat Abercrombie & Fitch zu einer Analystenkonferenz geladen. Den kompletten Geschäftsbericht legt das Unternehmen am 21. November vor.

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