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Gin und Wodka aus Deutschland Was deutschen Schnaps so besonders macht

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Hochprozentig und hocherfolgreich

"So ein Produkt wird dann auch mit den typisch deutschen Qualitätsmerkmalen wie guter handwerklicher Machart verknüpft und ist dementsprechend beliebt", sagt Jeanette Edelmann, Marketingleiterin von Bottleworld.com. Die Seite ist mit rund 5000 Artikeln einer der größten deutschen Onlineversender für Alkoholika. Edelmann ist sich sicher „dass immer mehr deutsche Spirituosen auf dem Vormarsch sind.“ Bei Bottleworld wachsen Produktpalette und Absatzzahlen deutscher Spirituosen auf jeden Fall beständig.

Trend zur Exklusivität

Den Kleinbrennereien des Landes hilft neben Herkunft und Qualität die insgesamt wachsende Beliebtheit von handgemachten Produkten aus kleinem Hause. Der Trend zum Craft Beer, also zum Gerstensaft aus kleinen Brauereien, zeigt: Eine große, weltweit bekannte Marke und riesige Absatzmengen sind für eine wachsende Zahl an Kunden nicht unbedingt Kaufargumente.

Im Gegenteil: Gerade was nicht in jedem Supermarktregal weltweit erhältlich ist, reizt den Kunden. "Als kleine Brennerei hat man heute einen Art Exklusivitätsvorteil", erklärt Raimund Schmelzer die Erfolgsformel von deutschen Kleinbrennereien. Schmelzer produziert seit einigen Jahren den "Wodqa", einen Wodka aus edlen Zutaten und "dank siebenfacher Destillierung extrem rein". Auch hier liegt der Literpreis mit 60 Euro durchaus im gehobenen Segment.

Die feine Art des Saufens
Regel 1: Wenn Sie jemandem Geld schulden, zahlen Sie es immer in einer Bar zurück. Am besten während der Happy Hour. Quelle: dapd
Regel 2: Einer Unbekannten einen auszugeben, hat nach wie vor Stil. Es den ganzen Abend zu tun, ist dumm. Quelle: dapd
Regel 3: Suchen Sie Blickkontakt zum Barkeeper und lächeln Sie ihn an. Vermeiden Sie allerdings Blickkontakt mit dem Barkeeper, wenn Sie gar keinen Drink ordern wollen. Quelle: dapd
Regel 4: Wenn eine Frau einen Drink ablehnt, den Sie ihr anbieten, kann sie Sie nicht leiden. Wenn sie ihn annimmt, kann es sein, dass sie Sie trotzdem nicht mag. Wenn sie Ihnen einen ausgibt, dann mag sie Sie. Quelle: dapd
Regel 5: Blasen Sie nie in einer Tanzbar Trübsal. Und tanzen Sie nie in einer trüben Bar. Quelle: dapd
Regel 6: Lernen Sie Ihren Kater zu schätzen - wenn danach alles eitel Sonnenschein wäre, könnte jedes Weichei saufen. Quelle: REUTERS
Regel 7: Die Leute mit dem meisten Geld geben in den seltensten Fällen das großzügigste Trinkgeld. Quelle: dapd

Rund 10.000 Liter Hochprozentiges haben Schmelzer und seine fünf Mitarbeiter im vergangenen Jahr für die "gehobene Gastronomie und Feinkosthändler in ganz Deutschland" produziert. Im Vergleich zu großen Konkurrenten wie Pernot Ricard oder Bacardi mit jährlichen Produktionsmengen von hunderten Millionen Liter Alkohol ist das natürlich verschwindend wenig. Trotzdem zeigt sich Schmelzer überzeugt, dass "heute viele Weltkonzerne auf kleinere Unternehmen schauen und versuchen, die Exklusivität in Sachen Qualität einer Kleinbrennerei zu imitieren."

Ähnlich sieht das Alexander Stein: "In Absatzzahlen ausgedrückt spielen deutsche Spirituosen international keine große Rolle." Jedoch sei es gerade die Nische für qualitativ hochwertige Spirituosen, in denen deutsche Destillerien wie die Blackforrest Distillers zunehmend mitmischen.

Whisky für Sammler
Prince Charles in einer Whisky-Destillerie
Black Bowmore
Bowmore 30 Jahre
Bowmore Gold
Highland Park
Highland Park
Glenmorangie

Denn während ein Jägermeister oder ein Bacardi-Rum in der Hausbar nicht gerade eine Spezialität darstellen, kann man sich mit einem feinen Gin aus deutschem Hause, der eben nicht in jedem Supermarkt erhältlich ist, leicht abgrenzen.

"In gewisser Weise können Gin, Wodka und andere Spirituosen teilweise durchaus auch als Statussymbol gesehen werden", erklärt Jeanette Edelmann. Dessen sind sich auch die Kleinbrennereien bewusst und betonen immer wieder, dass Wachstum zwar wichtig sei, jedoch niemals auf Kosten der Exklusivität oder Qualität gehen dürfe.

Wachsende Konkurrenz im Schnapssegment

Verständlich, dass von dem Erfolg deutscher Gins und Wodkas viele profitieren wollen. Fast wöchentlich finden sich in den Regalen deutscher Supermärkte und Fachhändler neue Marken und Produkte mit Alkoholika aus Deutschland.

Alleine der Onlinehändler Bottleworld hat rund 60 Wodka-Marken aus Deutschland im Angebot, bei Gin sind es fast 80 verschiedene Produkte. Das sah vor wenigen Jahren noch anders aus. „Die Produktvielfalt hat sich in den letzten fünf Jahren mindestens verdoppelt“, schätzt Jeanette Edelmann.

Handel



Dabei reicht die Produktpalette von Gin- und Wodka-Sorten aus bekannten Brennereien wie der Preußischen Spirituosen Manufaktur oder der Ganloser Destillerie von der schwäbischen Alb bis hin zu eher unbekannten Produkten wie dem North Sea Gin von Skiclub Kampen oder dem Monaco Vodka der Munich Destillers.

Ebenso umfangreich wie die Produktpalette ist auch die Preisspanne, die von rund zehn Euro für die 0,7 Liter Flasche bis zu 100 Euro für Spezialeditionen in aufwendiger Verpackung reicht. Dass nicht alle Produkte dabei die Premiumqualität haben, die sie auf ihren Labels versprechen, ist für Alexander Stein klar: „Wenn Sie ein Produkt aus einer kleinen Destillerie wünschen, das gute Zutaten beinhaltet und handwerklich auf höchstem Niveau gefertigt ist, kostet das einfach mehr als industrielle Massenware.“ 

Bleibt die Frage, wie man sich als unerfahrener Konsument in dem riesigen Angebot aus Granit-filtriertem Gin und Wodka mit blattgoldverziertem Etikett zurechtfindet. „Da hilft schlussendlich nur probieren, am besten in der Bar des Vertrauens, damit man nicht blind eine teure Flasche kauft, die am Ende gar nicht schmeckt“, rät Barmanager Weinhold.

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