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Größter Anteilseigner Kinneviks gigantische Zalando-Wette

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Die Expansion geht weiter

Internet-Aktivistin - Kinnevik-Chefin Brunell Livfors wettet auf den Aufstieg Zalandos. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

In einem ihrer seltenen Interviews hat Kinnevik-Chefin Brunell Livfors im Frühjahr der schwedischen Tageszeitung "Svenska Dagbladet" ihre Offensive im Internet-Geschäft erläutert. "Als ich bei Kinnevik begann, gab es diesen Bereich noch gar nicht", sagte die 48-Jährige und betonte, dass Kinnevik in seinen Beteiligungsunternehmen eine aktive Rolle spielen wolle. "Wir sind als Eigner stets aktiv. Wir pumpen nicht einfach Geld in ein Unternehmen, lehnen uns zurück und hoffen, dass alles gut wird."

Brunell Livfors ist zweifache Mutter, gelernte Ökonomin und startete ihre Karriere beim Kinnevik-Unternehmen MTG. Ihr Kurs in Richtung Internet stößt in Schweden nicht nur auf Anerkennung.

Deutschlands beste Onlinehändler
Platz 10: Shop-ApothekeMit 74,5 von 100 möglichen Punkten schafft es Shop-Apotheke knapp unter die zehn besten deutschen Online-Shopts. In die Platzierung fließt die Bewertung von Versand und Lieferung, Benutzerfreundlichkeit, Sortiment, Service, Preis-Leistungsverhältnis, Websitegestaltung und Bezahlweise mit ein. Quelle: Studie des Instituts für Handelsforschung "Erfolgsfaktoren im E-Commerce - Deutschlands Top Online-Shops". 11 Branchen und insgesamt die 100 umsatzstärkten Online-Händler wurden untersucht. In der Erhebung wurden mehr als 10.000 Konsumenten ab 16 Jahren in Deutschland befragt. Quelle: Screenshot
Platz 9: Gerry WeberDas Modelabel erreicht 74,6 Punkte. Innerhalb der Top Ten entscheiden zum Teil Zehntel über den Rang. Nur drei der zehn besten Online-Shops des letzten Jahres können sich behaupten und schaffen es auch 2013 wieder auf die vorderen Plätze. Quelle: Screenshot
Platz 8: Medpex74,8 Punkte erreicht die zweite Versandapotheke unter den Top Ten. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln bemerkt: "Was früher echte Begeisterungsfaktoren waren, sind heute schon Basisfaktoren, mit denen sich kaum ein Shop mehr von der Konkurrenz abheben kann." Die Konkurrenz ist hart der Markt extrem dynamisch. Quelle: Screenshot
Platz 7: Hugo BossDie Deutschen lieben es Mode über das Internet zu bestellen. Hugo Boss scheint bei der Gestaltung seines Online-Shops vieles richtig gemacht zu haben. Endergebnis: 74,8 Punkte. Quelle: Screenshot
Platz 6: EspritDie Modemarke erreicht 74,9 Punkte und schafft damit den Sprung in die Top Ten problemlos. Im Vorjahr war sie noch nicht dabei. Shops aus der Modebranche schafften es in diesem Jahr besonders häufig unter die besten zehn. Quelle: Screenshot
Platz 5: BurberryUnd noch ein Anbieter von Markenkleidung. Der Burberry-Shop gefällt den Nutzern noch besser als Esprit oder Gerry Weber. 75,1 Punkte erreicht der deutsche Ableger der britischen Kultmarke. Quelle: Screenshot
Patz 4: JavariDas Modeportal bietet vor allem Schuhe und Handtaschen und ist in diesem Jahr ebenfalls zum ersten Mal unter den Top Ten zu finden. Javari ist eine Amazon-Tochter und soll hierzulande gegen Zalando antreten. Den Befragten scheint es zu überzeugen. Zalando schafft es in der Auswertung nach Einzelbranchen nur auf den zweiten Platz. Javari gelingt mit 75,2 Punkten der Sprung auf Platz vier des Gesamtrankings. Quelle: Screenshot

Skeptiker kritisieren, Brunell Livfors setze zu stark auf die Samwers. So mischt Kinnevik sowohl direkt als auch indirekt über die Beteiligung an Rocket Internet an einer Vielzahl von Gründungen aus dem Samwer-Reich mit. Egal, ob beim Online-Möbelhändler Home24 oder den russischen, asiatischen und brasilianischen Zalando-Pendants Lamoda, Zalora und Dafiti, wo auch immer die Samwers neue Formate ausrollen, zieht Kinnevik meist mit.

Die Kinnevik-Chefin hält dagegen: "Wir haben zwar in Rocket Internet investiert, aber wir haben auch Direktinvestitionen in andere Unternehmen getätigt, bei denen wir ganz eng mit dem Management zusammenarbeiten."

Signale aus Moskau

Gleichwohl muss Brunell Livfors einräumen, im Geschäft mit dem Samwer-Trio auch schon Schiffbruch erlitten zu haben. So gründeten die Deutschen vor knapp zwei Jahren in Stockholm den Ableger Rocket Internet Scandinavia, an dem Kinnevik mit zwölf Prozent beteiligt war.

Zwar gilt Schweden im Internet-Geschäft durch erfolgreiche Startups wie den Streamingdienst Spotify als Vorzeigeland, trotzdem konnte sich Rocket Internet Scandinavia nicht durchsetzen. "Sie haben mehrere Geschäftsmodelle präsentiert, die aber nicht den Erfolg brachten, mit dem man gerechnet hatte", räumt Brunell Livfors ein. "Man muss auch Misserfolge wagen."

In Arbeit
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Das hat die Schwedin nicht nur einmal getan. So trennte sich Kinnevik in diesem Jahr von seiner Beteiligung an Tele2 in Russland. Das Unternehmen war zwar erfolgreich und mit rund 23 Millionen Kunden der viertgrößte Mobilfunkanbieter des Landes. Doch empfing Brunell Livfors Signale aus Moskau, dass Tele2 wohl keine der künftig erforderlichen Funklizenzen erhalten würde. Also entschied die Schwedin schweren Herzens, nach 16 Jahren den russischen Markt wieder zu verlassen. Das staatlich kontrollierte russische Finanzkonglomerat VTB übernahm Tele2 Russland für rund 3,5 Milliarden Dollar.

Ein solcher Rückzug ist bei Zalando und bei der Zusammenarbeit mit den Samwer-Brüdern vorerst nicht zu erwarten – im Gegenteil. Der Kinnevik-Telekommunikationsriese Millicom hat gerade zusammen mit Rocket Internet einen Plan ausgearbeitet, um in Ländern Afrikas und Südamerikas mit nur rudimentärer Infrastruktur Handelsplattformen via Handy anzubieten. Die Expansion geht weiter - trotz aller Risiken.

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