WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

„Haben scheiße reagiert“ Smoothie-Hersteller True Fruits reagiert auf Proteste

Exklusiv
Die Getränke von True Fruits sind seit 2006 auf dem Markt. Quelle: imago images

In letzter Zeit hagelte es viel Kritik an der Werbung des Getränkeherstellers True Fruits - nun reagiert das Unternehmen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Nach Boykott-Aufrufen gegen die Marke und einer Beanstandung eines Werbemotivs durch den Deutschen Werberat zieht der Getränkehersteller True Fruits Konsequenzen. „Wir werden sensibler mit Kommentaren umgehen“, sagt True-Fruits-Geschäftsführer Marco Knauf der WirtschaftsWoche, „an der einen oder anderen Stelle haben wir da scheiße reagiert. Das tut uns leid.“

Das Bonner Unternehmen, das mit seinen Smoothies Marktführer in diesem Getränkesegment ist, steht wegen seiner Werbemotive und dem Umgang mit Kritikern im Internet stark in der Kritik. Eine Online-Petition mit inzwischen mehr als 57000 Unterschriften fordert von Einzelhändlern, die Marke aus dem Sortiment zu nehmen. Mitte August hatte der Werberat ein Werbemotiv des Unternehmens, das einen mit Sonnencreme auf einen Frauenrücken gezeichneten Penis zeigte, wegen „Vulgarismus“ beanstandet.

Knauf, der das Unternehmen mit zwei ehemaligen Kommilitonen 2006 gegründet hatte, sagte nun der WirtschaftsWoche: „Wir sehen auch, dass Sprache die Macht zur Diskriminierung hat. Wir bemühen uns, das künftig feiner einzuschätzen. Letztendlich ziehen wir unsere Schlüsse aus den Protesten.“

Auch einen umstrittenen Zusatz zu seinen Werbemotiven wird das Unternehmen künftig nicht mehr verwenden. Den Satz „Achtung, diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden“, der seit einem halben Jahr unter allen Reklamemotiven stand, haben die True-Fruits-Macher gestrichen: „Darauf verzichten wir ab sofort“, sagte Co-Geschäftsführerin Inga Koster gegenüber der WirtschaftsWoche, „den finden wir unpassend und schlecht, weil er im aktuellen Kontext so klingt, als würden wir das alleinige Recht auf Humor für uns beanspruchen und jeden für blöd erklären, der das nicht witzig findet.“

Das Unternehmen habe den Satz eingeführt, als ihm im Zusammenhang mit einer früheren Werbekampagne in Österreich Rassismus vorgeworfen worden war. True Fruits-Chefin Koster sagte, die Werbung sei eine „Anti-Rechts-Kampagne“ gewesen. Diese sei „aus dem Kontext gerissen worden. Damals passte der Spruch, heute nicht mehr“, sagte Koster der WirtschaftsWoche.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%